Erster Auftritt Guttenberg verzichtet dauerhaft auf Doktortitel und lässt sich feiern

Karl-Theodor zu Guttenberg ist beim ersten öffentlichen Auftritt bejubelt worden, seit er wegen seiner Doktorarbeit unter Beschuss geraten ist. Dennoch wird der Verteidigungsminister dauerhaft auf den Doktortitel verzichten.
Update: 21.02.2011 - 22:09 Uhr 26 Kommentare
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg beim Valentinstreffen der hessischen CDU in Kelkheim. Quelle: dpa

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg beim Valentinstreffen der hessischen CDU in Kelkheim.

(Foto: dpa)

KelkheimAm Ende sieht er mitgenommen aus. Das Gesicht ein bisschen gerötet, den Oberkörper vorgebeugt. Karl-Theodor von Guttenberg hat eben seinen Anspruch bekräftigt, Verteidigungsminister bleiben zu wollen. Er hat den Auftritt in der Provinz dazu gewählt, im kleinen mittelhessischen Kelkheim. Aber er hat keinen Zweifel gelassen: "Es ist exakt mein Anspruch, meine Aufgabe als Bundesverteidigungsminister zu erfüllen." Frenetischen Jubel erhält er dafür.

Das Publikum war eingestimmt. Das Blasorchester Kelkheim-Hornau spielt, wie es soll: schmissig, vielleicht ein bisschen schräg. Akkurat gerade darüber hängt das Plakat, das den rund 1000 Zuschauer zur Sicherheit erklärt, wo sie sich befinden - beim Valentinstreffen der CDU im hessischen Kelkheim.

Ansonsten ist hier am Montagabend aber auch nichts, wie es sein soll. Die Klimaanlage bewältigt den Ansturm nicht. Es herrscht Belagerungszustand. Nicht so wie in Tripolis, oder Afghanistan, wo sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein bisschen auskennt, sondern so, wie sich in Deutschland dieser Zustand darstellt: zu viele Menschen auf zu wenig Platz, bei erregten Gesprächen wartend auf ein Ereignis.

"Gutenberg will aus der Deckung kommen" hatten die Nachrichtenagenturen seit dem Mittag getitelt. Ausgerechnet hier, in der Stadthalle des kleinen Orts im Taunus, wo die Honoratioren im Trachtenjanker auftreten und der von seiner politischen Färbung zum schwärzesten gehört, was Hessen zu bieten hat. Bei den anstehenden Kommunalwahlen sind 50 Prozent und mehr durchaus drin.

Pünktlich um 19 Uhr wenden sich 1000 Köpfe in die Richtung, die gegenüber der Bühne liegt. Durch die große Flügeltür soll der Gladiator einziehen. Der einst so Unbesiegbare, der jetzt zum ersten Mal eine ernsthafte Verletzung erlitten hat. Bis hin zur FDP fordern Politiker den Rücktritt des Verteidigungsministers, weil er einen Teil seiner Doktorarbeit ohne Angabe von Quellen abgeschrieben hat. Das beschädigt zu Guttenbergs Glaubwürdigkeit, donnert es von der Opposition, die tatsächlich nur den Politstar der Regierung stürzen sehen will.

Von der Bühne donnern jetzt die Rhythmen der Hardrock-Band ACDC: "Hells bells". Unter frenetischem Jubel zieht zu Guttenberg ein, Roland Koch, Ex-Ministerpräsident und nun bald Chef des Baukonzerns Bilfinger und Berger folgt ihm.  Koch kennt sich aus in Belagerungszuständen. Er, der schon die Einsamkeit des Belagerten gespürt und ausgehalten hat, ist heute eine Art innerer Mentor für den Angeschlagenen.

 

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26 Kommentare zu "Erster Auftritt: Guttenberg verzichtet dauerhaft auf Doktortitel und lässt sich feiern"

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  • Auch Merkels Doktorarbeit ist ein Semiplagiat, denn sie fußt auf dem Gesetz von Boyle-Mariotte (1676), wurde quantenmechanisch bearbeitet und begründet, weshalb der kleine Mann schneller abhebt.

    http://www.clipfish.de/video/2769411/fortz-lol/

  • Gerade Politiker, die besonders nach Wahlen nicht müde werden, sich für das ihnen entgegen gebrachte Vertrauen zu bedanken, sollten doch den Stellenwert des Vertrauens erkannt haben.
    Vertrauen ist nicht nur die Grundlage für ein politisches Mandat, sondern auch die Grundlage funktionierender Wirtschaftsbeziehungen und Lebensgemeinschaften. Ob dieses Vertrauen durch ergaunerte Doktortitel oder diesbezüglicher „Hehlerei“ seiner Fraktionsfreunde geschädigt wird, ist dabei vollkommen unerheblich.
    Wir wären ein armseliges Volk, wenn wir nicht bessere Vertreter finden würden, oder schlimmer noch, wenn wir es bis bis zur nächste Wahl zulassen würden, dass sich eine Klicke von Betrügern weiter anmaßen darf, uns zu Hause und in aller Welt zu vertreten.

  • Zurücktretten kann er erst wenn die Bundeswehr ihren neuen Kampfauftrag erhalten hat.Gut getarnt hinter der Alltagspolitik bereiten sich die Bundesregierung und Teile der Bundeswehr offenbar auf eine erneute kriegerische Auseinandersetzung vor. Ziel der heimlichen Bemühungen, die vom Einsatzführungskommando in Potsdam vorangetrieben werden, ist – zusammen mit den USA und Israel – ein militärischer Sieg im arabischen Raum. Der Gegner heißt Iran und die Armee steht Gewehr bei Fuß. Dies ist kein schlechter Scherz.

  • Zurücktretten kann er erst wenn die Bundeswehr ihren neuen Kampfauftrag erhalten hat.Gut getarnt hinter der Alltagspolitik bereiten sich die Bundesregierung und Teile der Bundeswehr offenbar auf eine erneute kriegerische Auseinandersetzung vor. Ziel der heimlichen Bemühungen, die vom Einsatzführungskommando in Potsdam vorangetrieben werden, ist – zusammen mit den USA und Israel – ein militärischer Sieg im arabischen Raum. Der Gegner heißt Iran und die Armee steht Gewehr bei Fuß. Dies ist kein schlechter Scherz.

  • Zurücktretten kann er erst wenn die Bundeswehr ihren neuen Kampfauftrag erhalten hat.Gut getarnt hinter der Alltagspolitik bereiten sich die Bundesregierung und Teile der Bundeswehr offenbar auf eine erneute kriegerische Auseinandersetzung vor. Ziel der heimlichen Bemühungen, die vom Einsatzführungskommando in Potsdam vorangetrieben werden, ist – zusammen mit den USA und Israel – ein militärischer Sieg im arabischen Raum. Der Gegner heißt Iran und die Armee steht Gewehr bei Fuß. Dies ist kein schlechter Scherz.

  • Dieses Vorgehen strotzt vor mangelnder Intelligenz. Wer in der Politik bestehen will, muß so intelligent lügen können, es keiner merkt und alle zufrieden sind.
    Hätte zu Guttenberg sich so abgestimmt, er hätte die Urschrift mit ordentlicher Kennzeichnung der Zitate eingereicht und erst bei der Vervielfältigung seien in der Druckerei beim Umbruch die Fehler entstanden, wäre niemand beschädigt worden. Er hätte dem Drucker 10 Kniebeugen auferlegen können und die Sache wäre ausgestanden.

    So aber ist die Uni mit ihrer Bewertung, Summa cum laude, als höhere Lehranstalt ein Witz.
    Die CSU, die zu Guttenberg noch hochjubelt, offenbart abgrundtiefe Unmoral und wird dies bei den nächsten Wahlen spüren.
    Und schließlich zeigt zu Guttenberg, daß er nicht einmal zum Ortskassierer taugt.
    Übrig bleibt Merkel, die immerhin so clever war, ihre Dissertation nicht zu veröffentlichen.

  • Und wer zahlt die Rechnung? Neue Visitenkarten, neues Briefpapier ...? Es kann doch nicht sein, daß der Steuerzahler für die PRIVATEN Verfehlungen (Betrügereien) eines Politikers auch noch haftet. Wo kommen wir denn da hin?
    Ich bin gespannt, ob KT es nicht erst auf einen Schadenersatzprozeß ankommen läßt, denn der wird auf dem Fuße folgen, wenn er nicht selbst zahlt.

  • Und wer zahlt die Rechnung? Neue Visitenkarten, neues Briefpapier ...? Es kann doch nicht sein, daß der Steuerzahler für die PRIVATEN Verfehlungen (Betrügereien) eines Politikers auch noch haftet. Wo kommen wir denn da hin?
    Ich bin gespannt, ob KT es nicht erst auf einen Schadenersatzprozeß ankommen läßt, denn der wird auf dem Fuße folgen, wenn er nicht selbst zahlt.

  • Und wer zahlt die Rechnung? Neue Visitenkarten, neues Briefpapier ...? Es kann doch nicht sein, daß der Steuerzahler für die PRIVATEN Verfehlungen (Betrügereien) eines Politikers auch noch haftet. Wo kommen wir denn da hin?
    Ich bin gespannt, ob KT es nicht erst auf einen Schadenersatzprozeß ankommen läßt, denn der wird auf dem Fuße folgen, wenn er nicht selbst zahlt.

  • Vor einer Woche hat Herr zu Guttenberg öffentlich verkündet, dass die Arbeit kein Plagiat sei. Hat dieser Auftritt nicht die gleiche Qualität wie der Betrug selbst?
    Inzwischen hat er sich ent-schuldigt? Wer ist Herr zu Guttenberg, dass er die Schuld von sich nehmen kann? Herr zu Guttenberg irrt, wenn er glaubt, eigenmächtig den Doktortitel zurückgeben zu können. Und er irrt abermals, wenn er glaubt, Schuld zurückgeben zu können.
    Am Wochenende hat Herr zu Guttenberg seine Arbeit gelesen und gravierende handwerkliche Fehler festgestellt? Darf man daraus schließen, dass er seine Doktorarbeit bis zum Wochenende gar nicht kannte? Dann ist er natürlich bezüglich des Vorwurfs Plagiat
    ent-schuldigt. Dann hat Herr zu Guttenberg endlich seinen Schuldigen gefunden – um dessen Suche er doch stets bemüht ist. Empörend - die handwerklichen Fehler! Ich bin sicher – bis spätestens morgen wird er die entsprechenden Konsequenzen einleiten - dokumentiert in der BILD: Klage gegen den Ghostwriter wegen arglistiger Täuschung, Rufschädigung u.v.m. Das bestimmt hohe Honorar, das er für die Arbeit bezahlt hat, sollte er selbstverständlich auch einklagen.

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