Erstes Treffen Kandidaten für CDU-Vorsitz betonen fairen Wettstreit

Bei der Frauen-Union treffen die prominentesten Bewerber um den CDU-Parteivorsitz aufeinander. Thematisch orientieren sie sich am Publikum.
Update: 09.11.2018 - 17:47 Uhr Kommentieren
Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union, weist, Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, und Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, den Weg zu einer Veranstaltung der Frauen-Union. Quelle: dpa
Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz

Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union, weist, Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, und Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, den Weg zu einer Veranstaltung der Frauen-Union.

(Foto: dpa)

BerlinBei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt haben sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Vorsitz mit einem Bekenntnis zu einem fairen Wettkampf präsentiert. „Ich freue mich auf diesen fairen Wettbewerb“, sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitag in Berlin. Neben ihr wollen sich der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag am 7. Dezember zur Wahl stellen.

Vor dem Treffen der drei mit der Frauen-Union sagte Spahn, die CDU müsse bei den Wählern „Vertrauen zurückgewinnen“. Gleichzeitig betonte er, die Zeit unter der Vorsitzenden Angela Merkel seien „18 gute Jahre“ gewesen. Merz sagte, sein Ziel sei es, dass die CDU eine „Volkspartei bleibt, die in der Lage ist, zur politischen Mitte hin zu integrieren“. Das „Ausfransen an den Rändern“ müsse gestoppt, im besten Fall sogar rückgängig gemacht werden.

Merz sicherte der Kanzlerin für den Fall seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden zudem seine Unterstützung zu. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ aus CDU-Kreisen signalisierte Merz der Kanzlerin in einem Telefonat Anfang der Woche, sich um eine gute Zusammenarbeit zu bemühen. Auch bei einem Treffen mit CDU-Abgeordneten am Donnerstagmorgen in Berlin erklärte er, nicht gegen die Kanzlerin arbeiten zu wollen. Dies gebiete schon die „staatspolitische Verantwortung“, sagte Merz demnach.

In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer liegt Merz jedoch knapp hinter der CDU-Generalsekretärin. Für Kramp-Karrenbauer sprachen sich demnach 35 Prozent der Unionsanhänger und 31 Prozent aller Befragten aus. Der 62-jährige Merz kommt bei der Gesamtbevölkerung auf einen Wert von 25 Prozent und bei den Unions-Anhängern auf 33 Prozent. Gesundheitsminister Jens Spahn ist der Erhebung zufolge mit Zustimmungswerten von sechs und sieben Prozent dagegen weit abgeschlagen.

Der Vorstand der CDU-Frauenvereinigung hatte sich zuvor bereits klar für Kramp-Karrenbauer ausgesprochen. Anders als bei seinen Mitbewerbern steht die offizielle Nominierung bei Spahn noch aus. Der Vorstand des CDU-Kreisverbandes im münsterländischen Borken wollte ihn am Freitagabend bei einer nicht öffentlichen Klausur in Nordhorn (Niedersachsen) nominieren.

Bundeskanzlerin Merkel hatte nach den schweren Verlusten für die Union bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz beim Parteitag in Hamburg angekündigt.

Die Kandidaten für ihre Nachfolge wollen sich bei acht Regionalkonferenzen der Parteibasis präsentieren. Das erste Treffen ist für kommenden Donnerstag in Lübeck angesetzt. Danach stellen sich die Kandidaten in Mainz, Seebach in Thüringen, Halle/Saale, Böblingen, Düsseldorf, Bremen und zum Abschluss am 30. November in Berlin vor. Auf den Regionalkonferenzen wollen sie nach einer Bewerbungsrede auch Fragen der Parteimitglieder beantworten.

  • rtr
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