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EU-Industriepolitik Zweites Großprojekt für Batteriezellfertigung steht – Vier deutsche Konzerne dabei

Bundeswirtschaftsminister Altmaier sieht das zweite europäische Batteriekonsortium auf einem gutem Weg. Mit dabei sind laut Insidern auch vier deutsche Konzerne.
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Zum Aufbau einer Batteriezellfertigung stellt das Bundeswirtschaftsministerium insgesamt eine Milliarde Euro bereit. Quelle: Bloomberg/Getty Images
E-Auto-Fertigung bei BMW

Zum Aufbau einer Batteriezellfertigung stellt das Bundeswirtschaftsministerium insgesamt eine Milliarde Euro bereit.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Berlin, Brüssel Eine eigene europäische Batteriezellfertigung gehört zu den wichtigsten Projekten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Nachdem im Frühsommer bereits die Gründung eines ersten Batteriekonsortiums publik geworden war, nimmt nun auch ein zweites Konsortium Gestalt an.

„Innerhalb nur eines Jahres ist es uns gelungen, zwei europäische Großprojekte zur Batteriezellfertigung auf das Gleis setzen. Das zeigt, welche Kraft europäische Mitgliedstaaten und Unternehmen in einem komplexen industriellen Umfeld gemeinsam aufbringen können“, sagte Altmaier dem Handelsblatt. Dem Ziel einer wettbewerbsfähigen, innovativen und umweltschonenden Batteriezellenfertigung und Entwicklung sei man „ein gutes Stück näher gekommen“, ergänzte der Minister.

Den Anlass für den Optimismus gibt ein Treffen im Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch dieser Woche. Neun europäische Staaten einigten sich dabei nach Angaben des Ministeriums gemeinsam mit rund 30 Unternehmen auf das Arbeitsprogramm für den zweiten europäischen Batterieverbund. Das Arbeitsprogramm legt nach Angaben des Ministeriums fest, welche Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette die beteiligten Unternehmen übernehmen sollen.

Bei den beteiligten Ländern handelt es sich um Frankreich, Polen, Italien, Finnland, Belgien, Schweden, die Slowakei, Spanien und Deutschland. Welche Unternehmen beteiligt sind, ist offiziell noch nicht bekannt. Laut Insidern sind „mehrere namhafte Konzerne“ an dem zweiten Konsortium beteiligt, darunter BMW, BASF, Varta und BMZ.

Das Ministerium bestätigte die Namen nicht. Im Ministerium hieß es dazu lediglich, es gebe mehrere potenzielle deutsche Teilnehmer. Sie spielten in beiden Projekten eine „tragende Rolle“.

Die beiden Großprojekte zur Batteriezellenfertigung sollen als sogenannte „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) realisiert werden, dazu ist ein europäischer Charakter der Gestaltung erforderlich. Um das Verfahren zu begleiten, war auch die Europäische Kommission bei dem Treffen am Mittwoch im Bundeswirtschaftsministerium vertreten.

Wirtschaftsministerium stellt eine Milliarde Euro bereit

Das Ziel der Batterie-Initiative ist ein funktionierendes Ökosystem für die Batterieproduktion – von der Aufbereitung der Rohstoffe über die Batteriezellfertigung bis zum Recycling. Die Batteriezellen „Made in Europe“ sollen auf eigenen Innovationen aufbauen und neue Maßstäbe bei CO2-Intensität und Nachhaltigkeit der Batterien setzen.

Zum Aufbau einer Batteriezellfertigung stellt das Bundeswirtschaftsministerium insgesamt eine Milliarde Euro bereit. Die Förderung soll dazu beitragen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu erhalten und aufzubauen. Bislang kommen Batteriezellen fast ausschließlich aus Asien. In Deutschland soll ein besonderer Fokus auf Projekten in Strukturwandel-Regionen liegen.

Ein erstes Projekt um ein deutsch-französisches Konsortium wurde bereits im Juni der Europäischen Kommission vorgestellt und pränotifiziert. Dieses Projekt, vom Ministerium „Summer-IPCEI“ genannt, ist bereits recht weit fortgeschritten. Es handelt sich hierbei um eine deutsch-französische Initiative um Opel, Peugeot und die Total-Tochter Saft.

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Dieses erste Batteriezellkonsortium hat das Wirtschaftsministerin am 28. Juni als Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) bei der EU-Kommission in einem ersten informellen Verfahrensschritt angemeldet und damit das Notifizierungsverfahren eröffnet. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die EU-Wettbewerbshüter bereits im Oktober die staatliche Beihilfe genehmigen.

Derzeit ist aber noch unklar, ob das gelingt: Das Verfahren hänge unter anderem daran, dass die Bundesregierung – anders als Frankreich – noch nicht die Höhe der konkreten Fördersumme festgelegt habe, heißt es in Brüssel.

Altmaier muss entscheiden, wie er die öffentlichen Gelder auf die beiden Konsortien verteilt. Mit dem nun beschlossenen Arbeitsprogramm nimmt auch das zweite Projekt, das sogenannte „Autumn-IPCEI“, Gestalt an.

Mehr: Die Wirtschaftsminister Altmaier und Le Maire haben das erste europäische Batteriekonsortium vorgestellt. Mit dabei sind auch Siemens und die Opel-Mutter PSA.

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1 Kommentar zu "EU-Industriepolitik: Zweites Großprojekt für Batteriezellfertigung steht – Vier deutsche Konzerne dabei"

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  • Wie wäre es denn, würde man in Deutschland eine neue Uni gründen, die in diesem Bereich forscht und entwickelt? Geld durch die EZB könnte man für Null Zinsen bekommen. Un wer meint, dass sich solch eine Uni volkswirtschaftlich nicht lohnt sollt nochmals die Grundrechenarten üben.

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