EU-Kommissar Oettinger Noch 40 Jahre Atomstrom in Deutschland

Trotz der Energiewende werden die Verbraucher in Deutschland nach Einschätzung von EU-Kommissar Günther Oettinger noch jahrzehntelang Atomstrom beziehen.
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Die beiden Blöcke A und B und die Kühltürme des Blocks B des Atomkraftwerks (AKW) Biblis. Quelle: dapd

Die beiden Blöcke A und B und die Kühltürme des Blocks B des Atomkraftwerks (AKW) Biblis.

(Foto: dapd)

BerlinAtomkraft wird aus Sicht der EU-Kommission noch mindestens 40 Jahre zum deutschen Alltag gehören. EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) sagte im Interview mit der "Rheinischen Post" (Montagausgabe) laut Vorabbericht: "Es gibt in Europa immer noch 140 Atomkraftwerke. Die meisten Regierungen denken gar nicht daran, sie abzuschalten. Wir werden auch in 40 Jahren noch Atomstrom im deutschen Netz haben."

Gleichzeitig hält Oettinger auch neue Atomkraftwerke in Deutschland für möglich. "Die Erforschung der Kernfusion, die ebenfalls eine Form von Kernenergie ist, macht gerade große Fortschritte. Vielleicht wird diese Technik eines Tages in Deutschland akzeptiert", fügte Oettinger hinzu.

Laut Oettinger müssen die deutschen Verbraucher sich noch mindestens fünf Jahre lang auf steigende Strompreise einstellen. Oettinger sagte: "Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird der Strompreis deutlich schneller als die Inflation steigen." Das sei ein neues Armutsrisiko: "Es wird demnächst auch in Deutschland viele Haushalte geben, die ihren Strom nicht mehr bezahlen können", ergänzte Oettinger.

 
  • dpa
  • rtr
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12 Kommentare zu "EU-Kommissar Oettinger: Noch 40 Jahre Atomstrom in Deutschland"

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  • Warten wir einmal ab, was beim "Netzausbau" noch so alles passiert. Diese Überlandleitungen erinnern mich an die graue Vorzeit. Ich sehe keinerlei Akzeptanz in der Bevölkerung und auch die Ökofaschisten werden sich dagegen zur Wehr setzen.

  • Fest steht @ Sonnenschein ,sie werden sterben , das ist sicher wie das amen in der Kirche.
    Auch wenn es keine KKW s mehr geben sollte können sie durch einen "Terroranschlag,durchgeknallten Piloten , Virenprogramm oder einen Militärschlag" das letzte mal ausatmen .
    Welches ist der "Schönere " Tot ? der Kältetod,der im Krieg ,von einem Terroristen ermordet zu werden oder der Strahlentod ?
    Sie sterben nur einmal , es ist immer viel zu früh und immer zur falschen zeit , aber einmal muss es sein !

  • Ausgerechnet Herr Oettinger muß sich dazu äußern!
    Weil er BW schon zuviel Blödsinn geredet hatte, mußte er gehen.
    Jetzt darf er diesen Blödsinn EU-weit verzapfen.
    Na, dann Prostit!
    Ein gesundes 2013 wünsche ich der Redaktion und den Lesern.

  • Hi Sonnenschein...

    " Wir können uns dann wirklichen Problemen zuwenden."

    Sie haben Recht. Sie ersetzen fiktive Probleme wie die "Atomkatastrophe" durch reale Probleme.

    Vandale

  • Beten Sie lieber, dass die in dieser Zeit die zu erwartenden Kernschmelzen nicht in unserem Bereich stattfinden.

    Oder glauben Sie etwa, Fukushima wäre die letzte nukleare Katastrophe gewesen? Das wäre doch arg naiv.

    Woran wird es das nächste Mal liegen: Materialfehler? Terroranschlag? Ein durchgeknallter Pilot eines Militärfliegers? Softwarefehler? Virenprogramm? Ein Militärschlag im Krieg?

  • Wenn der ehemalige RWE-Vorstand Großmann sich ab und zu mal die tatsächliche und geplante Stromerzeugung in Deutschland ansieht, wird er sich ziemlich dämlich vorkommen. Seine nuklearen Babys sind nur noch eine Randerscheinung.

    http://www.transparency.eex.com/de/

    Für mich steht fest, dass wir in 40 Jahren kein Öl-, Gas und keine Kohle (Stromerzeugung aus Uran ist dann eh Geschichte) mehr fördern, um diese wertvollen Rohstoffe in stromerzeugenden Wasserkochern zu verbrennen. Die Hälfte der Autos hat dann Elektroantrieb (mit entsprechenden Speichern) und zusammen mit ein paar Pumpspeicherkraftwerken und einem leistungsstarkem europäischen Netz ist die Stromerzeugung zukünftig ein Selbstläufer. Wir können uns dann wirklichen Problemen zuwenden.

  • In Temelin, Tschechische Republik, sind 2 umweltfreundliche Kernkraftwerke in Betrieb. Der Bau 2 weiterer Kernkraftwerke am Standort wurde beschlossen. Die Planung verläuft zügig. Diese Kernkraftwerke werden vorraussichtlich ab ca. 2022 Strom liefern.

    Formal erhält Österreich keinen umweltfreundlichen Kernstrom, rein physikalisch fliessen etwa 300 - 400 MW nachts nach Österreich um dort die Wasserkraftspeicherkraftwerke aufzuladen.

    Sehr wahrscheinlich wird man den Strom aus den beiden neuen Kernkraftwerken nicht als religiös inkorrekten Kernstrom deklarieren.

    Rein physikalisch wird dieser umweltfreundliche Strom, soweit D nicht vom Europäischen Verbundnetz abgekoppelt wird, seinen Weg nach Bayern finden.

    Vandale

  • Ich denke (nein ich bin mir sicher ), das niederländische oder polnische Anlagen , die gerade in Planung oder im Bau sind , sich in 40 Jahren Amortisiert haben werden und sich dadurch ein Bauboom einstellen wird , steigende Energiepreise werden das vorantreiben !

  • Hi Energieelite....wenn man westlichen Kernforschern zuhört, so steht hier die ergebnisfreie F & E im Mittelpunkt. Es wird viel Geld ausgegeben und viele Wissenschaftler beschäftigt. Kommerziell brauchbare Ergebnisse sind nicht zu erwarten.

    In Russland verfolgt man sehr intensiv das BREST Konzept eines bleigekühlten, Schnellen Reaktors. Meines Erachtens hat dieses Konzept als SVBR, als kleiner Reaktor für abgelegene Orte und Schiffe ein reales kommerzielles Potential.

    In China verfolgt man offensichtlich das Konzept eines Schnellen Salzschmelzereaktors. Es gibt Aussagen gem. denen dort 200 MA an diesem Konzept arbeiten. Man findet den einen, oder anderen Bericht zu Salzeigenschaften und Strukturmaterialien.

    In beiden Fällen gibt es wenig Veröffentlichungen was für die Ernsthaftigkeit der Initiativen spricht.

    Die Kernfusion ist der Kernspaltung gem. eigener Analyse in nahezu allen wesentlichen Parametern unterlegen. Die Herausforderungen ein zig-Mio. °C Plasma unter hohen Druck zu halten wird die Menschheit vermutlich noch Jahrhunderte beschäftigen. Viele Wissenschaftler in diesem Bereich sind relativ nüchtern wenn sie nicht optimistische Berichte schreiben.

    Zumindest in den kommenden 20 Jahren wird der Leichtwasserreaktor, wie man ihn in D kennt, dominieren.

    Vandale

  • Ich gehe davon aus, dass in 40 Jahren kein Kernkraftwerk in erreichbarer Nähe mehr in Betrieb ist, welches Strom in das deutsche Netz einspeist.

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