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EU-Flagge

Die Deutschen halten viel von Europa, wie eine Umfrage zeigt.

(Foto: dpa)

EU-Umfrage Die Deutschen wollen Europa – die Briten inzwischen auch wieder

Eine EU-Umfrage zeigt: In Deutschland genießt die Staatengemeinschaft hohes Ansehen. Überraschend fällt das Ergebnis in Großbritannien aus.
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Düsseldorf81 Prozent der Bundesbürger halten die Mitgliedschaft Deutschlands in der EU für eine gute Sache. Dieser hohe Zustimmungswert geht aus einer repräsentativen Umfrage des Europaparlaments hervor.

Der sogenannte „Parlameter 2018“ gibt unmittelbar vor dem EU-Gipfeltreffen in Brüssel am Mittwoch und Donnerstag Auskunft über die Gemütslage der Europäer. Nur Luxemburg (87 Prozent) und Irland (85 Prozent) sind mehr von Europa überzeugt als die Deutschen.

Es zeigt sich, dass trotz Brexit-Verhandlungen, der aufziehenden Italien-Krise und vielen nationalistischen und populistischen Strömungen die Zustimmungswerte innerhalb der Staatengemeinschaft hoch sind. Im Schnitt bewerten 62 Prozent der EU-Bürger die Mitgliedschaft ihres Landes als positiv. Vor der Europawahl im kommenden Jahr erreicht das „Parlameter“ damit den höchsten Zustimmungswert seit der Erstauflage 2007.

Im Detail gehören die Deutschen der Umfrage zufolge zu den zufriedensten Europäern. Nur fünf Prozent halten die EU-Mitgliedschaft im Wortlaut für eine „schlechte Sache“. 76 Prozent der Deutschen sieht darin konkrete Vorteile für die Bundesrepublik. Für die Studie wurden insgesamt 27.474 persönliche Interviews geführt, davon 1.507 in Deutschland.

Als maßgeblichen Vorteil führen die befragten Bundesbürger vor allem an, dass die EU das Wirtschaftswachstum ankurbelt. 47 Prozent nannten das als Hauptgrund, noch vor der „Erhaltung des Friedens und Stärkung der Sicherheit“ (45 Prozent). Auf dem dritten Platz dahinter: Die Zusammenarbeit mit anderen Ländern (35 Prozent).

Weitere Details aus der Erhebung: 72 Prozent der Deutschen finden, dass ihre Stimme in der EU zählt – im EU-Schnitt sind es nur 48 Prozent. 52 Prozent der Befragten sind damit zufrieden, wie in der Staatengemeinschaft die Demokratie funktioniert, die Demokratie in Deutschland kommt bei den Bundesbürgern sogar auf 71 Prozent Zustimmung. Und immerhin 41 Prozent der Deutschen vertrauen laut Umfrage politischen Parteien. EU-weit liegt der Wert bei gerade einmal 27 Prozent.

Einige durchaus bemerkenswerte Daten hat die Umfrage im europäischen Ausland erhoben, in Großbritannien etwa. Zwar haben nur 48 Prozent der Briten angegeben, dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache sei. Allerdings sind auch 60 Prozent der Überzeugung, dass das Vereinigte Königreich von der EU profitiere. Und: Würde noch einmal über einen EU-Austritt abgestimmt werden, sprächen sich 66 Prozent der Briten für einen Verbleib aus.

Die tatsächliche Abstimmung hatte ein knappes Votum für einen Austritt ergeben. Am 29. März 2019 tritt der Brexit in Kraft, derzeit ringen Briten und EU um ein vertragliches Rahmenwerk. Das Thema beherrscht die Tagespolitik in London.

Italiener und Tschechen am unzufriedensten

Insgesamt würden sich 66 Prozent der EU-Bürger für einen Verbleib ihres Landes in der Gemeinschaft aussprechen. Am unzufriedensten zeigten sich Italiener und Tschechen. Dort sind die Zustimmungswerte für die EU mit 42 beziehungsweise 39 Prozent am niedrigsten. Italien ist zudem das Schlusslicht, wenn es um die Einschätzung geht, wie sehr das eigene Land von der EU profitiert hat. Nur 43 Prozent denken, dass dies überhaupt der Fall ist.

Italien erreicht damit als einziges Mitgliedsland einen entsprechenden Wert von unter 50 Prozent. So sind immerhin 54 Prozent der Griechen davon überzeugt, dass ihr Land mit der EU-Mitgliedschaft gewonnen hat.

Bei den Themen, die nach Einschätzung der Befragten bei der Europawahl im Mai 2019 entscheidend werden, steht Zuwanderung an oberster Stelle – noch vor Wirtschaftswachstum und Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Auch in Deutschland ist Zuwanderung demnach das drängendste Wahlkampfthema. Hier folgt auf Platz zwei allerdings der Umweltschutz.

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