Euro-Austritt Empörung über Röslers Griechen-Szenario

Der Pleitegeier zieht immer engere Kreise über Griechenland. Das befeuert die Debatte über einen Euro-Austritt des Landes. Doch das Szenario, das der deutsche Wirtschaftsminister skizziert, geht vielen zu weit.
Update: 23.07.2012 - 17:12 Uhr 101 Kommentare

Euro-Aus für Griechenland rückt näher

Düsseldorf/BerlinDas öffentliche Spekulieren über einen unausweichlichen Euro-Austritt Griechenlands hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) heftige Kritik beschert. Rösler hatte sich am Sonntagabend in der ARD geäußert. Was Griechenlands Verbleib in der Eurozone angehe, sei er "mehr als skeptisch". Wenn das Land seine Zusagen nicht erfülle, könne es keine Hilfen mehr erwarten. Ein Austritt des Landes aus dem Währungsraum habe nicht nur für ihn inzwischen seinen Schrecken verloren, sagte Rösler. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte die Griechen zur Einführung der Drachme als Parallelwährung auf.

Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter wollte diese Äußerungen nicht als Regierungsmeinung stehen lassen. Er sprach lediglich davon, dass die Regierungsmitglieder, je nach Naturell des Einzelnen, dem Troika-Bericht mit Spannung, Skepsis oder auch hoffnungsvoll entgegensehe. Von Oppositionspolitikern kam viel Kritik.

Ausgelöst wurden die Spekulationen von Berichten, nach denen der Internationale Währungsfonds (IWF) als einer der großen Geldgeber sich nicht mehr an den nächsten Hilfszahlungen für das Land beteiligen will.

Äußerungen führender Koalitionspolitiker machten deutlich, dass auch in Deutschland kaum mehr Bereitschaft besteht, bei einem negativen Befund der Experten von IWF, EU-Kommission und EZB im September weitere Hilfen freizugeben. Griechenland könne seinen Finanzbedarf bis dahin mit dem Verkauf kurzlaufender Schuldtitel am Geldmarkt decken, erklärte die Bundesregierung. An Röslers Haltung zu Griechenland dürfte das wenig ändern.

Der Wirtschaftsminister brachte mit seinem düsteren Horrorszenario sogar Parteifreunde gegen sich auf. Der für Europa zuständige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link (FDP), warnte, ein Ausscheiden des Landes aus dem Währungsraum dürfe nicht herbeigeredet werden. Position der Bundesregierung sei, dass kein Land herausgedrängt werden dürfe.

FDP-Politiker: Auf welchem Planet lebt Rösler?
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101 Kommentare zu "Euro-Austritt: Empörung über Röslers düsteres Griechenland-Szenario"

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  • Von wem werden die Politiker eigentlich gekauft?

  • Ein Nachsatz noch zu Jorgo C. Der ist ja gar keine Doktor mehr ! Die Uni Bonn hat ihm Mitte 2011 die Promotion aberkannt. Auf dem Doktor-Planeten für Promotionsfälschung muss er also auch mal gewesen sein, nicht nur auf dem Nimm-2-Planeten für Raffgier.

  • Rösler:endlich ein mutiger unter vielen Phrasendreschern


    Elmar Koch

  • Haben sie in Bezug auf die Eurokrise selbst mehr expertise zu bieten als Rössler, wenn ja welche?
    Und welche expertis bietet Lagarde, Cheffin (Anwältin)des IWF, welche unser Finanzminister Schäuble (Anwalt) welche Merkel (Physikerin) welche Siegmar Gabriel (Berufschullehrer) , jürgen Trittin (Sozialwissenschaftler) und wie gesagt welche Sie selbst?

  • Das was seit beginn der Krise nicht offen ausgesprochen werden durfte, nähmlich dem griechischen Rückzug vom Euro und der Wiedereinführung der Drachme, der Unfähigkeit und Willenlosigkeit der Griechen für Reformen,rückt nun mit rasanter Geschwindigkeit in den Foccus der Realitäten.
    Alle Kritiker haben von Anfang an vorausgesagt, daß dieses eintreffen wird.Was wurden diese dafür beschimpft.
    Die Regierung und Opposition in Berlin, so scheint mir,hat
    aber auch jetzt noch nicht begriffen, daß es nun auch für Deutschland nur noch bergab gehen kann. Moodys hat mit seiner jetzigen Entscheidung, sachlich,logisch begründet
    die Herabstufung vorgenommen.Spätestens jetzt müssen die
    Eurofanatiker in Berlin, egal welcher Coleur sie angehören
    die Warnungen ernst nehmen.In den vergangenen 3 Jahren wurde versäumt, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Der Glaube, daß Schulden mit immer neuen Schulden bezahlt werden können, ist und war schon immer der Versuch " der Quatratur des Kreises ". Die hat nicht einmal Einstein geschafft.Mein Apell an alle verantwortlichen in Regierung und Opposition nehmen sie zur Kenntnis, daß das
    Objekt " Euro " von Anfang an gescheitert war.Handeln sie nicht weiter gegen alle Vernunft von Ökonomie u.Wissenschaft.
    Deutschland und seine Bürger haben das Recht, daß ihre Ersparnisse und Lebensplanungen nicht auf dem Altar einer fixen Idee geopfert werden dürfen. Unser ganzer Wohlstand, steht jetzt zu Disposition.Denken sie daran, auch der ihre.gez.walter werner.artists.de

  • Mit seinen Äußerungen zum Rösler Interview zeigt IMK-Chef Gustav Horn, dass er leider immer noch nicht die Eurokrise verstanden hat.

  • Die letzte Runde in diesem perfiden Spiel ist eröffnet.
    Im Hintergrund reiben sich schon die Bilderberger die Hände, da sie endlich die Staaten Europas ruiniert haben, allen voran Deutschland. Sie selbst haben sich auf Kosten der gemeinen Bürger Europas die Taschen gefüllt. Die wirklich Schuldigen bleiben - wie immer - ungeschoren. Aber am schlimmsten finde ich, dass sich unsere Politiker auf dieses elende Spiel eingelassen haben, obwohl ihnen schon ganz zu Beginn die schwerwiegenden Folgen von ihren "sogenannten Fachleuten" aufgezeigt wurden. Politiker Deutschlands: IHR HABT UNS RUINIERT!!!!!!!!

  • Genauso ziellos wie sich Orwells Roman darstellt, sind ihre Kommentare.
    Sie gehören zu den Dinosauriern der Desinformanten und sind Teil von Merkels Steichelzoo.

  • Mir keimt Hoffnung: Angie wird begreifen, dass der Euro-Einigungs-Wahn zu schnell zu weit ging. Ich traue ihr zu, dass sie ab Herbst in einem ihrer fulminaten 180°-Wendemanöver die Renaissance der Nationstaaten anmoderiert und die CDU sich ihrer konservativen Wurzeln entsinnt.

    Warten wir mal auf die kommende Erklärung vom 'Berliner Kreis' der CDU - vielleicht trauen die sich ja mal wirklich, anstatt bissl Erziehungs-Bla-Bla mal in die Vollen zu gehen...

  • Empörung über Röslers düsteres Griechenland-Szenario
    Schlimm, schlimm. Und jetzt auch noch die Empörung ueber Moody's düsteres Deutschland-Szenario.
    Merkel wird als Angie die Empörte in die Analen der deutschen Geschichte eingehen. Die Schlinge um unsere Euro-Retter wird immer enger.

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