Euro-Bonds Frankreich teilt ablehnende Haltung Deutschlands

Unterstützt von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker pochen Italien, Portugal und Griechenland auf die Einführung von Euro-Bonds. Während sie sich durch die Gemeinschaftsanleihen Unterstützung bei der Bewältigung der Schuldenkrise erhoffen, fürchten Deutschland und Frankreich höhere Kosten. Wie Sarkozy und Merkel auf die Schuldenkrise reagieren wollen.
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Beim Thema Euro-Bonds sind sich Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsdent Sarkozy einig. Quelle: dpa

Beim Thema Euro-Bonds sind sich Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsdent Sarkozy einig.

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PARIS/ATHEN/BERLIN. Im Streit um die Einführung gemeinschaftlicher Euro-Bonds steht Frankreich fest an der Seite Deutschlands, der Niederlande, Finnlands und Österreichs und lehnt die Einführung von EuroBonds strikt ab. Gemeinschaftliche Staatsanleihen aller Euro-Staaten würden „Moral-Hazard-Probleme aufwerfen und Probleme bei den Kosten für Neuemissionen schaffen“, hieß es gestern aus dem Beraterstab von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Mit Moral Hazard ist gemeint, dass Staaten mit laxer Haushaltsführung dann keinen Anreiz hätten, ihre Budgets in Ordnung zu bringen: Die Euro-Schuldnergemeinde haftete dann kollektiv. Wie Deutschland lehnt es auch Frankreich ab, nach der Einführung von Gemeinschaftsanleihen höhere Zinslasten hinzunehmen, auf die sich jene Euro-Länder einstellen müssten, die sich heute günstig an den Märkten refinanzieren können.

Italien, Portugal und Griechenland fordern Euro-Bonds

Auf die Einführung von Euro-Bonds drängt vehement Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Der legte am Donnerstagabend im ZDF nach: „Ich bin überzeugt, dass die Euroanleihen ein Instrument sein könnten und eines Tages auch sein werden, um irrationale Bewegungen auf den Kapitalmärkten, die sich gegen einzelne Länder der Eurozone und gegen die Eurozone insgesamt richten, abzubremsen.“

Unterstützt wird er seit dem Wochenende von Italien und Portugal. Am Donnerstag schloss sich Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou den Befürwortern an.

Mit Gemeinschaftsanleihen könne man den schwächeren Volkswirtschaften der Euro-Zone bei der Bewältigung der Schuldenkrise helfen, sagte Papakonstantinou gestern auf einer Konferenz über die Zukunft des Euros in Athen. Die Länder, die Euro-Bonds befürworten, zahlen heute wegen ihrer hohen Staatsverschuldung deutlich höhere Zinsen als Deutschland und Frankreich. Euro-Bonds würden daher ihre Zinslast schmälern.

Deutschland und Frankreich seien einig in der Analyse, dass die Euro-Zone als Antwort auf die Krise „einen Krisenmechanismus einführen wird, der auch die Beteiligung des Privatsektors umfasst“, heißt es aus dem Elysée-Palast weiter. Eine neue Debatte über Euro-Bonds sei daher überflüssig.

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16 Kommentare zu "Euro-Bonds: Frankreich teilt ablehnende Haltung Deutschlands"

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  • Wenn die politische Einigung Europas die Vorausetzung für die gelungene Einführung des Euros gewesen wäre hätten wir nun die Gelegenheit diese Einheit zu demonstrieren. Das ist der richtige Weg der Weltgemeinschaft die Stabilität einer neuen Währung und eines Wirtschaftsblockes vor Augen zu führen und neues Vertrauen zu begründen. Entweder wir schaffen diesen Kraftakt und stehen zu einander, oder der Euro wird scheitern und mit ihm das Weltwährungssystem.

  • Eine Ende des Euro und Teilen der EU in der heutigen Form würde bei mir, die gleichen Gefühle auslösen, wie der Untergang der DDR: Einerseits ist das Scheitern der ideale, die jeweils auch dahinter stehen -im Falle der EU das friedliche, kooperative und gleichberechtigte Zusammenleben der Völker in Europa zu befördern- traurig. Andererseits ist es notwendig, da es keinen Sinn hat, ein auf dem Sand von illusionen errichtetes Gebäude am Einsturz zu hindern.

    An alle Fans von Euro/EU: das Scheitern einer speziellen Manifestation des ideals, sollte dazu animieren, sich selbst reinen Wein einzuschenken und aus den Fehlern zu lernen. Vielleicht lernt man auch so wieder die kulturelle Tiefe und Vielfalt Europas als Wert zu schätzen und sich gegenseitig tiefer zu respektieren, statt kopfig-imperial-rational unbedingt einen gleichgeschaltet flachen, monokulturellen Global Player ohne Herz hervorzwingen zu müssen.

  • @Europäer(13)
    Angst ist ein schlechter Ratgeber. Sie sollten ihren Standpunkt überprüfen.

  • @[12] Freude auf das Ende der EU
    das ist gerade das Problem, wegen der permanenten Desinformation durch die deutsche Media, denken viele in Deutschland wie Sie. Warum diese Kampagne geführt wird und wer dahinter steckt ist mir ein Rätsel. Wegen dieser Meinungsmanipulation ist Frau Merkel nicht in der Lage die richtige Entscheidungen zu treffen.
    Eine Welle von primitiven Nationalismus überrollt zur Zeit Deutschland. Da aber die Politiker wieder gewählt werden wollen, müssen sie diese Gefühle berücksichtigen. ich glaube dass am Ende nichts Gutes, weder für die EU noch für Deutschland, aus dieser Manipulation heraus kommt.
    ich hoffe vom Herzen dass ich falsch liege! ich gebe aber zu dass ich Angst habe.

  • @Europäer
    Ja, die meisten freuen sich auf das Ende der EU - ich auch!!!! Dieses antidemokratische Gebilde, welches ohne Legitimation der einzelnen Völker aus politischen Gründen aus dem boden gestampft wurde, muss beendet werden!
    Den Euro hat man uns übergestülpt, obwohl wir ihn nicht wollten. Jegliche ökonomische Vernunft wurde aus politischen Gründen verworfen. Da müssen sich die Herren und Damen der EU auch nicht über den Gegenwind wundern. bei den nächsten Wahlen werde ich mit Sicherheit eine Partei wählen, welche der EU, falls sie bis dahin überhaupt noch existieren sollte, das Leben schwer macht.
    Man kann ökonomisch so ungleiche Länder nicht über einen Kamm scheren und ihnen eine Währung verpassen. Das ist schlecht für die Geber- und die Nehmerländer!!! Die von Juncker jetzt offensichtlich angestrebte Transferunion ist purer Eigennutz dieses nackten Königs. Luxenburg geht es, dank der EU, sehr gut. Luxenburg hat keine Schulden, muss also auch kein Geld am Markt leihen. bei dem derzeitigen Rettungsschirm muss L aber auch einzahlen. Durch Eu-bonds braucht L das nicht, denn L muss sich kein Geld am Markt leihen. Wenn Juncker seine EU retten will, soll er doch erst mal die Steuergelder seiner bevölkerung dafür verwenden. Aber nein, die sollen das nicht bezahlen - sondern wie immer Deutschland. ich habe die Nase von dieser EU und dem Euro gestrichen voll. Sein Geld kann man dieser Währung nur entziehen. Auf dem Konto sollte man nur soviel in Euro halten, wie man für 2 - 3 Monate benötigt. Aber keinen Cent mehr!!!!

    Deutschland hat vor dem Euro 44% seiner Waren in europäische Länder geliefert. Jetzt sind es nur noch 41%. Einen Vorteil durch den Euro hatten und haben wir mit Sicherheit nicht. Der Euro ist nur für banken und Großfirmen ein Vorteil. Der normale bürger ist der Verlierer.
    Die EZb kauft auch den Franzosen massenweise bonds ab, den Griechen und Portugiesen sowieso. Spanien wahrscheinlich auch schon. Vorgestern konnte Deutschland bereits zum 2. Mal nicht alle bonds am Markt platzieren. Warum wohl???? Die investoren wissen auch, dass Deutschland ebenfalls pleite gehen wird!!!! .........Und das haben wir der EU und dem Euro zu verdanken. Man kann sich eben nicht am eigenen Schopf aus dem Wasser ziehen.
    Lesen Sie mal hier nach: http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2010/12/09/juncker-der-ungeist-europas-und-v-a-euro

  • Deutschland und Frankreich sind wichtig und die Meinung die Sie vertreten werden hat ein sehr hohes Gewicht. Dennoch wird diese Stärke nicht reichen um den anderen EU Länder den Willen von zwei Ländern aufzuzwingen. ich bin zuversichtig das es am Ende eine Einigung geben wird die alle EU Länder akzeptieren können. Die EURO bonds sind nicht das einzige Mittel mit welchen man als EU Stärke zeigen kann. Die EU muss zeigen das sie nicht von aussen angreifbar ist. Die Solidarität zwischen den EU Mitgliedstaaten muss gestärkt werden. ich erwarte das Leute die Verantwortung tragen ein klare Entscheidung treffen mit der wir als EU weiterleben können. Eine starke EU bedeutet auch für die Leute die in der EU leben ein besseren Lebensstandard.

  • Die schwierige Situation in der sich die EU und die Eurozone befinden haben aber gerade Frankreich und Deutschland zu 90% zu verantworten. Diese beide Länder, durch ihr Zusammenhalten, haben praktisch den Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion, wie sie heute sind, geschaffen. Die heutige Probleme hätten vermieden werden können wenn alle EU-Länder den gleichen Einfluss gehabt hätten. Was für Deutschland und Frankreich gut ist muss nicht zwangsweise für die EU insgesamt gut sein. Man sieht das Ergebnis der Achse berlin-Paris. Herr Sarkozy und Frau Merkel werden wieder Lösungen durchsetzen die für beide Länder gut sind, die aber die wirtschaftlich und politisch schwache Länder und daher für eine gut funktionierende EU falsch sind. Es wird nicht europäisch gedacht, kurzfristig vorteilhaft für beide Länder, langfristig gefährlich für ganz Europa. ich bin überzeugt dass manche sich auf das Ende der EU freuen, auch bei uns in Europa.

  • Morgen treffen sich Frau Merkel und Herr Sarkozy in Freiburg, ein bemerkenswertes Plätzchen. Zu Zeiten des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" Vorderösterreichisch. Zur Napolionszeit das "Herzogtum baden" ,1848 deutsche Revolution, die leider in die Hosen gegangen ist. Mit "Max von baden" letztem Reichskanzler des alten bismarckreiches. Nach 1945 französische besatzung bis in die `90iger Jahre. Jetzt Regio-bindeglied baden-Elsaß-Schweiz, Deutschland-Frankreich. Wenn das kein Symbol ist!! Man wird sich am Wochenende in brüssel nicht zu wundern haben, wenn Herr Junkers und sein Euro-bond sang und klanglos untergeht. Mit Assistenz von Österreich.

  • @[7] Fortunio
    Sie schreiben "sie daran hindern, das durchzusetzen was sie für richtig erachten."
    Es soll aber nicht das durchgesetzt werden was sie für richtig halten sondern was für alle wirklich richtig ist und für die EU von Vorteil ist.

  • Man sollte die Dynamik politischer Prozesse nicht unterschätzen. Wenn sich Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich und Finnland einig sind , wird niemand und nichts und auch kein Herr Junkers sie daran hindern, das durchzusetzen was sie für richtig erachten.
    Letztendich geht es darum wer das Rennen macht,der traditionelle europäische Etatismus oder die Macht der banken. Man darf gespannt sein.

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