„Euro-Hawk“ Drohnen-Hersteller widersprechen de Maizière

Das Verteidigungsministerium hat das Drohnen-Projekt „Euro Hawk“ unter anderem wegen einer drohenden Kostenexplosion gestoppt. Die Hersteller widersprechen dieser Darstellung nun. Die Drohnen-Affäre wird immer skurriler.
Update: 28.05.2013 - 04:21 Uhr 16 Kommentare
Die Rüstungs-Flops der Bundeswehr
Drohne Eurohawk
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Drohne Euro-Hawk

Mit Projektkosten von etwa 600 Millionen Euro ist die Drohne nicht gerade günstig. Jetzt steht das Projekt vor dem Aus. Der Grund: Die Euro-Hawk hat keine Zulassung für den Luftverkehr - Die Kosten für die Nachrüstung würden sich auf 500 bis 800 Millionen Euro belaufen.

Quelle: Steuerzahlerbund

Neues Computerzentrum der Bundeswehr
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IT-Projekt Herkules

Der Name verspricht mehr, als er hält: Es ist das ehrgeizigste IT-Projekt in der Geschichte der Bundeswehr - und es droht zu einem Fiasko zu werden. In dem Gemeinschaftsprojekt von Siemens und IBM will der Bund die völlig veraltete Informations- und Kommunikationstechnik der Streitkräfte modernisieren. Die Kosten sprengen allerdings den geplanten Rahmen: Die Ursprungskalkulation mit 6,8 Milliarden Euro ist längst überholt, nach Angaben des Steuerzahlerbundes belaufen sich die Ausgaben derzeit auf 7,8 Milliarden Euro.

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Transportflugzeug A400M

Der Airbus A400M soll die alte Transall der Bundeswehr ablösen. Die neue Maschine kann schneller Truppen und große Mengen von Material transportieren - auch gepanzerte Fahrzeuge oder Hubschrauber. Rund 200 Bestellungen aus Deutschland, Frankreich und weiteren Nationen liegen vor ...

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... und sie warten noch immer: Der Auslieferungstermin wurde bereits mehrfach verschoben, dass Projekt liegt deutlich hinter seinem Zeitplan. Eine Erstauslieferung an Deutschland wird nach Angaben des Steuerzahlerbundes im Herbst 2014 erwartet - wenn sich nichts verschiebt.

Militär-Airbus A400M in Cottbus-Drewitz gelandet
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Dabei ist der Ausliefertermin nicht das einzige Problem, mit dem der Airbus zu kämpfen hat: Ein permanenter Kostenanstieg hat die Ursprungsplanung von 20 Milliarden Euro längst gesprengt. Derzeit wird mit Kosten von rund 27 Milliarden Euro geplant. Im Jahr 2011 haben die interessierten Länder deshalb mehrere Milliarden Euro nachfinanziert, damit das Projekt nicht eingestellt wird.

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Kampfflugzeug Eurofighter

Der Eurofighter - als Jagdflugzeug und Jagdbomber - ist in Deutschland seit 2004 im Einsatz. Die Stückkosten stiegen im Projektverlauf von 65 Millionen Mark (umgerechnet 33 Millionen Euro im Jahr 1988) auf 138,5 Millionen Euro (im Jahr 2012). Wegen dieser enormen Kostensteigerungen wird momentan darüber nachgedacht, die Beschaffung von 177 auf 140 Stück zu reduzieren.

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Die Kosten pro Flugstunde haben sich durch Nachrüstungen ebenfalls mehr als verdoppelt - auf fast 90.000 Euro.

BerlinDie „Euro-Hawk“-Hersteller Northrop Grumman und EADS haben gemeinsam der Einschätzung des Verteidigungsministeriums widersprochen, die Zulassung der Drohne für den europäischen Luftraum hätte eine Kostenexplosion verursacht. Medienberichte über Schwierigkeiten mit dem Flugleitsystem sowie über ausufernde Kosten im Zusammenhang mit der Zertifizierung seien falsch, heißt es in einer Erklärung, die am Montag auf der Internet-Seite des US-Konzerns Northrop Grumman auch im Namen des europäischen Unternehmens EADS und der deutschen Euro Hawk GmbH veröffentlicht wurde.

Die Medienberichte über die hohen Kosten basieren auf Aussagen des Ministeriums. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte das Drohnen-Programm vor zwei Wochen abgebrochen, weil sein Haus für die Beschaffung der für eine europäische Zulassung notwendigen Zertifikate 500 bis 600 Millionen Euro zusätzlich veranschlagt hatte. Selbst danach wäre nach Darstellung des Ministeriums eine endgültige Zulassung noch nicht garantiert gewesen.

EADS stellt die Aufklärungstechnik für „Euro Hawk“, die das Ministerium nun in einem anderen Flugzeug nutzen will. Die Euro Hawk GmbH ist ein Joint Venture von Northrop Grumman und EADS, das für Planung und Organisation des Drohnen-Projekts gegründet wurde.

Northrop Grumman hatte sich in den vergangenen Tagen schon mehrfach verwundert über das Agieren des Verteidigungsministeriums gezeigt. Nun erhält der US-Konzern erstmals öffentlich Unterstützung von EADS. In der Erklärung bekennen sich beide Unternehmen vollständig zu dem Drohnen-Programm und seinen „wegweisenden Fähigkeiten“ für die deutschen Streitkräfte und seine Verbündeten. „Das ganze Euro-Hawk-System, einschließlich des Steuersystems und der Sensorik, hat einwandfrei und sicher über die gesamte Testphase hinweg funktioniert.“

In mehreren Medienberichten war dagegen die Rede davon, dass der Kollisionsschutz der Drohne nicht den europäischen Standards entspricht. Zudem soll es bei der Überführung des „Euro Hawk“ nach Deutschland massive technische Probleme gegeben haben. Die Euro Hawk GmbH will der Erklärung zufolge weiter versuchen, mit dem Ministerium im Gespräch zu bleiben. „Das Team wird einen bezahlbaren und durchführbaren Plan vorlegen, um die Flugtests des Prototyps sowie die Produktion und den Einsatz des vollen Systems mit vier Flugzeugen zu gewährleisten.“

Rückendeckung aus der Koalition
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16 Kommentare zu "„Euro-Hawk“: Drohnen-Hersteller widersprechen de Maizière"

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  • @ wonderland666
    Wo liegen deiner Meinung nach die deutschen Interessen, die Auslandseinsätze verlangen?

    Mal abgesehen von bündnispolitischen Verpflichtungen, hab ich noch nichts von Sicherung strategischer deutschen Einfluss-Sphären oder Rohatoffgebieten gehört oder gelesen. Wenn‘s um Sowas geht, schicken wir andere Drohnen. Zum Beispiel Schröder nach Russland :D

    Anders als z.B. Frankreich. Die marschieren einfach in eine, ihrer ehemaligen Kolonien ein, um ihren politischen Einflussbereich und die Uranvorkommen der Region für sich zu sichern. Da macht derartiges Kriegsgerät vielleicht sinn. Aber was sollen wir Deutschen damit? Ein Schelm, der dahinter Lobbyisten-Interessen vermutet.

    *
    Respekt @ Euro!
    mit der Forderung nach „sinnvoller Politik“ treibst du unsere Volksvertreter vermutlich bis an den Rand ihrer Möglichkeiten ;-)

    *
    Wenn das Thema nicht so ernst und die Konsequenzen für uns Steuerzahler nicht so furchtbar wäre, könnten wir uns zusammen auf ein Bier treffen und bis September über das ganze Treiben lachen.

  • Man könnte auch einfach aufhören Angriffskriege in fernen Ländern zu führen.

  • Das ist doch völlig klar, was hier läuft. Deutschland hat gefälligst US-Waffentechnologie zu kaufen. Und die Speichellecker in Berlin gehorchen.

    Deutschland - das US-Protektorat.

  • Offensichtlich weicht die Darstellung des Bundesverteidigungsministeriums (oder besser: von dessen politischer Führung!) erheblich von den Fakten ab, die die Hersteller benennen!- Bezieht man das "Rumgeeire" (dazu gehört auch das man dem Bundesrechnungshof in Teile die Auskunft verweigerte!) des Bundesverteidigungsministers respektive dessen Ressort mit ein, dann erscheinen derzeit die Aussagen der Hersteller glaubwürdiger!


    Und im Fall des „Euro-Hawk Ausstiegs“ entfaltet die Aussage des Otto von Bismarck dem Anschein nach Wirkung: "Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd."- Und das zum Thema "Euro-Hawk Ausstieg" tatsächlich die "ganze politische Wahrheit" schon auf dem Tisch liegt, dürfte mehr als bezweifelt werden...

  • "Wir haben auch Auslandseinsätze, zumindestens in der Luft kann man unsere Leute durch Drohnen schützen. Von daher sollte das auch gemacht werden."

    Vielleicht sollte man unsere Leute eher durch eine sinnvolle Politik schuetzen.

  • Wir haben auch Auslandseinsätze, zumindestens in der Luft kann man unsere Leute durch Drohnen schützen. Von daher sollte das auch gemacht werden.

  • Ich glaube ich habe angesichts solcher Fäkal-Kommentare mehr Angst vor den Anhängern der AfD als vor jeder Deflation *g*

  • alex5000
    Auch eine Drohne vermag nicht zwischen Zivilisten und Terroristen zu unterscheiden. Afghanistan ist eine Beispiel dafür, wie unschuldige Frauen und Kinder einem blindwütigen Bombardement geopfert werden.

    Nehmen wir den Irak:
    Ich behaupte, dass, nachdem US-Außenminister Colin Powell im UN-Sicherheitsrat unumstößliche Beweise vorbrachte, dass Saddam Hussein im Besitz von biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen sei, seitdem mehr unschuldige Menschen ums Leben kamen, als vor dem anschließenden Krieg.

    Und noch eins:
    Mit Drohen läßt sich die Bevölkerung (deutsche) hervorragend kontrollieren.

    Der Bäcker backt, der Müller mahlt, das Verteidigungsministerium verteidigt unsere Freiheit am Hindukusch.

  • Gute Nacht, Deutschland!

    Der Laden gehört eindeutig in andere Hände. Wie damals unter Kohl, ist die derzeitige Regierung schon zu lange im Amt. Die alten Seilschaften sind verbraucht und ausgebrannt. Viele Fehlentwicklungen der letzten Zeit machen das mehr als deutlich. Das ist nicht gut für die Demokratie.

    Doch nun frage ich mal so in die Runde, wer soll‘s denn jetzt wuppen? Also wenn ich mich so umsehe, traue ich eigentlich keiner politischen Kraft in Deutschland das richtig zu.

    Bis zur Wahl werden wir noch einige Bruchlandungen und Abstürtze erleben. Nicht nur von Drohnen.

  • Lügen, Betrug, Steuerverschwendung. Der Wahnsinn nimmt kein Ende, und der Minister klebt am Sessel, dabei gehört er abgeurteilt und hinter Gitter.

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