Euro-Krise Schäuble setzt Euro-Ultimatum für Griechenland

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Griechenland ein Ultimatum für den Verbleib in der Euro-Zone stellen. Bis zum 30. Juni soll Athen eine Lösung finden. Die EU-Mitgliedschaft wird jedoch nicht in Frage gestellt.
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Wolfgang Schäuble will Griechenland zum Handeln bewegen. Bis zum 30. Juni soll Athen eine Lösung im Schuldenstreit finden. Andernfalls droht der Euro-Ausschluss. Quelle: AFP
Bundesfinanzminister:

Wolfgang Schäuble will Griechenland zum Handeln bewegen. Bis zum 30. Juni soll Athen eine Lösung im Schuldenstreit finden. Andernfalls droht der Euro-Ausschluss.

(Foto: AFP)

Berlin„Wenn Griechenland in der Eurozone bleibt, dann muss es halt die Voraussetzungen dafür schaffen,“ erklärt Schäuble in einem Interview mit Bloomberg News im Vorfeld der Tagung des Internationalen Währungsfonds in Washington. „Was immer in Griechenland passiert: Griechenland bleibt Teil Europas und der Europäischen Union“. Spätestens bis zum Ende des laufenden Rettungs-Programms am 30. Juni müsse Griechenland jedoch eine Lösung finden. „Es hängt ausschließlich an Griechenland“.

Schäuble distanzierte sich von einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit, wonach die Bundesregierung an einem Plan arbeite, im Falle eines Zahlungsausfalls Griechenlands, den Verbleib des Landes in der Eurozone zu sichern. Zehnjährige griechische Anleihen waren in der Folge hochgeschnellt und Bankaktien des Landes auf den niedrigsten Stand seit mindestens 20 Jahren abgesackt.

„Solche Pläne haben wir nicht, und wenn wir daran arbeiten würden, weil man in einem Ministerium natürlich über alles nachdenkt, dann würden wir jedenfalls nicht darüber reden“, so Schäuble.

Wenn Griechenland die noch ausstehenden Mittel in Anspruch nehmen will, muss die Regierung in Athen mit den drei Institutionen, dem Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission eine Einigung über die Umsetzung des Reformprogramms erzielen. „Andernfalls können wir nicht auszahlen.“

Dem griechischen Volk werden bei den Forderungen der Athener Regierung nach Reparationen, Hoffnungen gemacht, die unrealistisch seien, monierte er zudem. Auch eine Schuldenrestrukturierung sei derzeit kein Thema. „Wenn Griechenland Unterstützung will, werden wir diese Unterstützung wie in den letzten Jahren geben, aber natürlich im Rahmen dessen, was wir vereinbaren“. Ein bilaterales Treffen mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis ist am Rande des IWF-Treffens in Washington nicht geplant.

Die Ratingagentur S&P hat am Mittwochabend die Bonitätsnote von Griechenland von „B-“ auf „CCC+“ abgestuft und den Ausblick als „negativ“ eingestuft. Die Bedingungen hätten sich verschlechtert wegen der Unsicherheit, die sich aus den sich hinziehenden Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und seinen Kreditgebern ergibt, hieß es zur Begründung.

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12 Kommentare zu "Euro-Krise: Schäuble setzt Euro-Ultimatum für Griechenland "

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  • "Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Griechenland ein Ultimatum für den Verbleib in der Euro-Zone stellen. Bis zum 30. Juni soll Athen eine Lösung finden."
    Wer ist Wolfgang Schäuble? Der neue EU-Führer?

  • Ist Schäuble nicht auch einer von diesen Volksveräter?

  • Noch zur Ergänzung : Unabhängig von der jeweiligen Mehrheitsmeinung sollte man gerade auch bei komplexen Sachverhalten den gesunden Menschenverstand bemühen. Griechenland weiter mit Liquidität zu versorgen, kommt dem untauglichen Versuch gleich, ein marodes Unternehmen ohne tragfähiges Geschäftsmodell weiter künstlich am Leben zu halten. In der Wirtschaft nennt man das Insolvenzverschleppung.

  • Da ich Griechenland seit mehr als 30 Jahren kenne, halte ich den griechischen Staat in der Tat weder für reformfähig und gerade auch die derzeitige Regierung in Athen nicht für reformwillig. Natürlich war es seinerzeit ein fundamentaler Fehler, Griechenland in die Euro Zone aufzunehmen, da auch den übrigen Euro Staaten bewußt war, daß dieses Land die entsprechenden Kriterien nicht erfüllt. Nun kann aber ein in der Vergangenheit begangener Fehler nicht die Rechtfertigung für weitere Fehler sein. Meine griechischen Freunde, die dem Land mangels Perspektiven schon vor vielen Jahren den Rücken gekehrt haben, bestätigen übrigens meine Aussage zur Reformfähigkeit Griechenlands.

  • Verstehe ich nicht!

    Sie trauen den Griechen scheinbar gar nichts zu und sie scheinen sich derzeit in einer Mehrheit zu wissen.

    Die Frage ist aber auch, weshalb die klügsten EU-Finanzminister das zuvor anders sehen konnten.

    Wenn Sie heute behaupten, dass die Griechen unfähig sind, dann müssen Sie auch ergänzen, dass diese amtierenden EU-Finanzminister genau so klug sind.

    Ich werde den Eindruck nicht los, dass wir propagandistisch geführt werden. Natürlich sind Ihre Schlüsse korrekt, aber Sie müssen auch die in die Verantwortung ziehen, die sich "den Bären" haben aufbinden lassen. Wenn Sie Herrn Schäuble oder gar Juncker als Fuchs ansehen wollen, dann wird doch das Problem nicht kleiner sondern noch größer - noch viel größer.

    Es kam doch nicht von ungefähr, dass die Luxemburger von einem so erfahrenen Mann wie Juncker trennten. Und es kam auch nicht von ungefähr, dass ihn die EU weiter beschäftigt.

  • Das ganze Gerede um Griechenland ist doch wirklich nicht mehr zu ertragen. Was für einen Superplan soll die Chaotentruppe um Tsirpas denn bitte vorlegen ? Und selbst wenn die klügsten Köpfe ( außerhalb Griechenlands versteht sich ) im Auftrag der griechischen Regierung ein schlüssiges Reformkonzept für Hellas ausarbeiten würden, steht doch heute schon fest, daß es an der Umsetzung scheitern wird. Darauf zu setzen, daß sich Griechenland reformiert, ist genau so sinnvoll, wie der Betrieb einer Annanaszucht in der Arktis - nur mit dem Unterschied, daß man von den Eskimos mehr Engagement erwarten kann.

  • Schäuble: "Griechenland ist auf einem guten Weg!
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    Schäuble distanzierte sich von einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit, wonach die Bundesregierung an einem Plan arbeite, im Falle eines Zahlungsausfalls Griechenlands, den Verbleib des Landes in der Eurozone zu sichern.

    Wenn Pinocchio Schäuble sich davon distanziert, dann kommt es so!
    Und er will Griechenland ja mit Gewalt im Euro und der EU halten. Da geht er mit Merkel und Juncker konform.

    Und es wird auch weiterhin seitens der EU und der EZB Geld an Griechenland fließen, das ist "alternativlos"!

  • Dieser sogenannte WARNSCHUSS ist wie immer eine gewollte, politische Volksverars..ung !

    Wann darf ich wieder zur WAHL, ich möchte endlich wieder ECHTE, unabhängige Volksvertreter wählen und Parteien die das KREUZ wert sind !!!

  • Was für einen Uninn Herr Schäuble wieder einmal von sich gibt. Wenn man jemandem ein Ultimatum stellt, muß man gleichzetig bei Nchteinhaltung vor entprechenden Konsequenzen warnen. Das kann im Falle Griechenlands nur der Austieg aus der EU sein. Aber davor haben Schäuble und seine Finanzmitstreiter in der EU am meisten Angst. Könnte das doch eine Lawine auslösen bei den anderen wackligen EU-Kandidaten und den Tod des EURO herbeiführen. Was man ja in Dreiteufelsnamen auf keinen Fall möchte. Das weiss Herr Tsipras genau und pokert weiter bis er den Royal Flash, sprich Schuldenerlass hat.

  • "Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Griechenland ein Ultimatum für den Verbleib in der Euro-Zone stellen."

    Da stellt sich die Frage ob er das mit der Chefin, Mutti Merkel, abgestimmt hat?

    Auffällig ist in jedem Fall, dass es das Thema Griechenland (nicht nur beim Handelsblatt) inzwischen nicht mehr auf die Startseite "schafft" - ein Schelm wer Böses dabei denkt..........

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