Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Euro-Rettung Angriff auf die deutschen Steuerzahler

Die Euro-Zone kommt nicht zur Ruhe: Zur Krise der Staaten gesellt sich die Krise der Banken. Die Rettungspolitiker reagieren mit Aktionismus, Vorschläge von IWF und EZB sorgen für Unmut – vor allem in Deutschland.
22.06.2012 Update: 22.06.2012 - 15:30 Uhr 62 Kommentare
Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin, im Vordergrund eine EU-Fahne. Quelle: ap

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin, im Vordergrund eine EU-Fahne.

(Foto: ap)

Berlin Die Bewältigung der Euro-Krise entwickelt sich mehr und mehr zu einem Endloskampf ohne absehbares Ende. Die Brandherde beschränken sich nicht mehr nur allein auf Staaten und ihre teilweise immense Verschuldung, sondern greifen jetzt auch sichtbar auf den Finanzsektor über. Befeuert wird die Entwicklung noch durch eine immer schlechter laufende Konjunktur. Enttäuschende Industriedaten aus China, Europa und den USA bleiben nicht ohne Wirkung auf die Märkte. Zusätzlich auf die Stimmung drückt die - allerdings lange erwartete - Entscheidung der Ratingagentur Moody's, 15 internationale Großbanken herabzustufen.

Die Probleme werden offenbar nicht weniger, sondern tendenziell eher mehr. Da hilft es auch wenig, dass sich die Sorgen um einen Euro-Austritt Griechenlands nach dem Sieg des Reformlagers zwischenzeitlich gelegt haben. Die  eskalierende Schuldenkrise setzt nun auch Spanien und Italien immer mehr zu. Die Rettungspolitiker sind gezwungen, Lösungen zu finden. Deshalb beschwört der italienische Ministerpräsident Mario Monti auch den EU-Gipfel kommende Woche als die letzte Möglichkeit für eine Krisenlösung. Nach Einschätzung Montis müssen einzelne Euro-Länder mit "eskalierenden Spekulationsangriffen" rechnen, wenn bei dem Gipfel am Donnerstag und Freitag nächster Woche keine dauerhafte Lösung der Schuldenkrise gefunden wird. Vor allem die schwächeren Länder müssten Attacken befürchten, sagte Monti in einem Gespräch mit mehreren europäischen Zeitungen, darunter die "Süddeutsche Zeitung". Auch Italien würde wieder stärker unter Druck geraten. Nicht nur die Länder, die die Vorgaben der EU nicht erfüllt hätten, stünden dann am Abgrund, sondern auch solche Länder wie Italien, die einen hohen Schuldenberg angehäuft hätten.

In dieser Gemengelage will Monti heute in Rom gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy versuchen, eine Wachstumsagenda für die EU abzustecken. Sie wollen damit den EU-Gipfel Ende kommender Woche vorbereiten. Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der vier größten Volkswirtschaften der Euro-Zone dürfte es auch darum gehen, wann und wie viel Hilfe Spanien aus den Euro-Rettungsschirmen für seine Banken beantragt. Rezepte, wie die Probleme Spaniens und der Rest-Euro-Zone angegangen werden sollen, liegen bereits auf dem Tisch. Doch sie sind wie andere Vorschläge, die derzeit kursieren, höchst umstritten, einige davon sorgen vor allem in Deutschland für Unmut. Die Bundesregierung dämpfte bereits die Erwartungen an das Treffen. "Es werden dort keine Beschlüsse gefasst", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in Berlin.

Dabei geht es oftmals gar nicht um wirklich neue Ideen, wie der jüngste Vorstoß des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigt. IWF-Chefin Christine Lagarde schlägt vor, im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise auch direkte Bankenhilfen aus den Rettungsfonds EFSF und ESM in Erwägung zu ziehen. Davon war schon einmal vor einigen Wochen die Rede. „Es muss eine direkte Verbindung (zwischen Fonds und Banken) geben“, sagte Lagarde am späten Donnerstagabend in Luxemburg nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern. Die EU-Kommission unterstützt diese Vorschläge. Bisher sind direkte Bankenhilfen aus den Rettungsfonds rechtlich nicht möglich. Lagarde forderte auch, dass die Europäische Zentralbank mit einer „kreativen Geldpolitik“ helfe müsse, die Krise einzudämmen. Dazu könnte eine Wiederaufnahme des Ankaufs von Staatsanleihen finanzschwacher Euro-Länder gehören. In Berlin regt sich bereits massiver Widerstand gegen die IWF-Überlegungen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Experte: EU-Beschlüsse haben Leben von Eintagsfliegen
    Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Euro-Rettung - Angriff auf die deutschen Steuerzahler
    62 Kommentare zu "Euro-Rettung: Angriff auf die deutschen Steuerzahler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für Lilly

      Da gibt es einige Möglichkeiten; es kommt darauf an, wer sie durchführt z.B. Länder wie China oder wo sie durchgeführt werden im Devisen oder Anleihe Sektor auch der Aktiensektor spielt im weiteren Sinne eine Rolle. Das Ganze ist ein sehr komplexes und schwieriges Thema, vor allem für einen Laien, und daher kaum in ein paar Sätzen befriedigend zu beantworten. Bin jetzt leider zu müde um noch mehr dazu zu schreiben. Wenn Du das Thema ernsthaft verstehen möchtest musst Du Dir das Thema mit Google erarbeiten oder an der Uni Fachvorlesungen besuchen. Versuchs mal bei You Tube; Stichworte eingeben und Vorträge raussuchen; da gibt es ein paar ganz gute Sachen, die Dir weiterhelfen können für den Anfang. Begriffe, die Du in diesen Videos nicht verstehst musst Du Dir dann über Googel erarbeiten.

    • @Sklave

      Falls es zu Gewinnen kommen sollte, gehen die, an die Deutsche Exportindustrie und an die internationalen Geldgeber in Form von Schuldzinsen. Der Deutsche Steuerzahler hatte in den letzten 10 Jahre nichts davon; siehe Lohnkürzungen, Steuererhöhungen, Verwahrlosung der Kommunen, steigende Privatinsolvenzen etc.etc.

    • @ Adolf

      Die griechischen Politiker haben leider noch nicht kapiert, dass man mit Schafskäse allein keine Panzer kaufen kann. Sie kaufen diese Panzer aber doch um schön mächtig zu bleiben und machen Schulden, die der durchschnittliche Grieche jetzt nicht mehr bezahlen kann. Da die Schulden aber bis heute so gestiegen sind, weil zu viele Griechen "vergessen" haben ihre Steuern zu bezahlen, sollen jetzt die Deutschen diese Schulden bezahlen und das obwohl die griechischen Steuerhinterzieher, allein in der Schweiz, fast 200 Milliarden Euro nicht bezahlte Steuern liegen haben.
      Laut Gutachten von Prof. Thomas Koblenzer, einem Schweizer Anwalt für Steuerrecht, gibt es im Schweizerrecht für den griechischen Staat die Möglichkeit, die Schweiz um Rechtshilfe in Strafsachen zu bitten, damit eben genau diese griechischen Vermögen vom griechischen Staat herangezogen werden können. Laut seiner Aussage hätten die griechischen Behörden schon seit Jahren!!!! tätig werden können, haben aber dies bis zum heutigen Tag noch nicht getan.
      Link: http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/10867266_weltspiegel/10867304_griechenland-spargroschen-und-steuermilliarden-
      Na Adolf, da staunst Du was, diese griechischen Politiker der letzten Jahre und griechischen Steuerhinterzieher sind alles Betrüger ohne Ehre und ohne Stolz, sie verraten ihr Land und ihre Landsleute.

    • @BastiS

      Es geht einzig und allein um das Deutsche Spar und Geld vermögen in Höhe von 4,7 Billionen Euro und das soll europäisch vergemeinschaftet werden, mit dem Ergebnis, dass der Deutsche Bürger keine Rücklagen mehr hat und damit komplett zum Spielball der Mächtigen wird.
      Wann hat man jemand komplett in der Hand, so dass er ohne wenn und aber machen muss, was ich möchte? Antwort: wenn ich ihn enteigne, um ihn anschließend so zu verschulden, dass seine Enkelkinder noch Zinsen zahlen. Genau das läuft demnächst in diesem Theater.
      Im alten Rom, musste einer, der seine Schulden nicht mehr begleichen konnte, bei seinem Gläubiger, solange als Sklave dienen, bis seine Schulden getilgt waren. Das wären doch für die neoliberalen eurokratischen Herrenmenschen ideale Zustände meint ihr nicht ?


    • @ Bergmann

      Genau so läuft es.
      Die Exporte der Exportindustrie werden indirekt vom Deutschen Steuerzahler bezahlt, da dieser für die Schulden der Südländer mit einem 33% Anteil haftet.
      Die Banken verdienen an den Schuld-Zinsen, die anfallen durch die gestiegene Schuldenlast, bedingt durch die Rettungsschirme, die der Deutsche Steuerzahler ebenfalls zu bezahlen hat.
      Jetzt soll der Deutsche Steuerzahler über den ESM und EFSF noch zusätzlich, die Spekulationsverluste tragen, die den Banken entstanden sind, indem sie zu viele Staatsanleihen der Südländer gekauft haben, auf denen sie jetzt sitzenbleiben.
      Last but not least zahlen wir die Schulden der Südländer anteilig mit 33 %, die entstanden sind durch überhöhte Gehälter, Immobilienspekulationen und Kredit finanzierte Konsumausgaben der Südländer über die letzten 10 Jahre. Und das alles mit Zustimmung unserer unfähigen Regierung, die nicht in der Lage ist, ihren Verhandlungsvorteil als Geldgeber zu nutzen, um die Forderungen der Nachbarländer in die Schranken zu weisen; und sei es mit der Androhung eines Euro-Austritts Deutschlands.

    • @Hardie67

      Genau; es handelt sich nur noch um das gockelhafte Dominanzgebaren (Stolz) von unfähigen, respektlosen und unverschämten Polit-Maulhelden

    • Bitte nicht verallgemeinern, es sind nicht alle Grünen abzulehnen. Kretschmann ist eine rühmliche Ausnahme. siehe Link
      http://www.welt.de/politik/ausland/article106645167/Niemand-mit-allen-Tassen-im-Schrank-will-in-die-EU.html
      zitiere:

      "Die Schweizer Landesregierung veranstaltet heute im schweizerischen Aarau eine Konferenz zum Thema "direkte Demokratie". Gemeinsam mit dem Regierungsrat des Kantons, der Universität Konstanz und dem Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) organisieren die Politiker eine Tagung zur Bürgerbeteiligung.

      Für die Landesregierung nehmen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Innenminister Reinhold Gall (SPD) und Staatsrätin Gisela Erler (Grüne) teil. Auf dem Programm stehen Vorträge und Diskussionen zur Legitimation bei der Bürgerbeteiligung."
      Es ist halt zu bedauern, dass Leute wie Kretschmann nicht auf Bundesebene tätig sind; das wäre dringend notwendig.

    • @Steuerzahler
      Genauso ist es, es bricht nur der Rentensektor weg; das gesamte Kommunalwesen und alles was dranhängt gerät ins Schleudern. So war neulich in den Nachrichten zu vernehmen, dass die bayerische Gemeinde Hof pleite ist und ab jetzt einen Nothaushalt führen muss, das bedeutet alle Ausgaben, werden gestrichen. Es werden ab jetzt nur noch Ausgaben genehmigt, die die Gemeinde für Aufrechterhaltung eines "elementaren" Gemeindebetriebs benötigt. Und das man höre und staune im angeblich ach so reichen Bayern. Desweiteren kann sich eine Gemeinde wie Pforzheim, in den 80 ziger Jahren noch eine der reichsten Gemeinden (sog.Goldstadt)Baden Württembergs, nicht einmal mehr ein öffentliches Schwimmbad leisten. Nur durch Privat-Initiative konnte eine Schließung in diesem Sommer verhindert werden.
      Und jetzt kommt dieser bescheuerte Bankenverband und weiß nichts besseres als so einen Unsinn zu veröffentlichen. Man sollte diese Schwachköpfe aus dem Lande jagen und ihnen sämtliche Bürgerrechte entziehen. Sie sorgen mit dafür, dass unser Gemeinwesen immer mehr zusammenbricht, so dass Alte und Kinder am Schluss die Zeche der Banken zahlen. Der Chef dieses Verbandes muss öffentlich dafür zur Rechenschaft gezogen werden, damit endlich mal öffentlich klar wird, was da für Sauereien ablaufen.

    • @ArmeDeutscheReicheItaliener

      Das alles ist doch wieder mal Propaganda und einseitige Meinungsmache, wie vom internationalen Finanzsektor gewünscht. Man will uns vor aller Welt in die Ecke der Super-Reichen stellen, nach dem Motto: gebt gefälligst was ab; wenn nicht; was seid ihr nur für raffgierige Ungeheuer. Der Deutsche Steuerzahler soll die Spekulationsverluste der Banken tragen, damit die Banken ihre Bilanzen wieder aufpolieren können.
      Der Leiter des Bundesverband Deutscher Banken müsste fristlos entlassen werden, weil er eine einseitige, mehr als fragwürdige Studie veröffentlicht, die die Verhandlungsposition der Deutschen Politik auf europäischer Ebene nachhaltig untergräbt und Deutschen Interessen heuchlerisch und egoistisch in den Rücken fällt. Der ganze Verband gehörte des Landes verwiesen. Mit dieser Sauerei wird Monti, Rajoy Barroso und Konsorten eine Steilvorlage geliefert, noch mehr unverschämte Forderungen an Deutschland zu stellen.

    • Entschuldigung Leute, meinte natürlich 10 Kisten Gold. 10 leere Kisten würden ja niemanden interessieren von den europäischen Polit-Erpressern.

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%