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Euro-Schuldenkrise Die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen

Das Lavieren der Euro-Länder in der Schuldenkrise stößt zunehmend auf Kritik. Auch innerhalb der Berliner Koalition sorgt das Krisenmanagement inzwischen für Unmut. Und die Angst wächst vor den Folgen für Deutschland.
14.07.2011 Update: 14.07.2011 - 18:17 Uhr 30 Kommentare
Demo vor dem Athener Parlament. Quelle: Reuters

Demo vor dem Athener Parlament.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf „Ohne harte Einschnitte für die überschuldeten Staaten, einer wirklichen Gläubigerbeteiligung jetzt und einer Ausstiegsmöglichkeit aus der Euro-Zone wird am Ende das Sparvermögen von vielen Menschen in Deutschland in Frage gestellt“, sagte der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler Handelsblatt Online. Bislang hätten die Mitglieder der Euro-Zone versucht, Zeit zu gewinnen, die Bilanz sei aber ernüchternd. „Die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen“, sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. „Das Sparpaket in Griechenland wird nicht umgesetzt und es wird dennoch schön geredet.“ So nehme das Land weniger Steuern ein und gebe mehr Geld aus als im Vorjahr. „Deshalb steigt die Verschuldung stark an und das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik sinkt dramatisch“, konstatierte der FDP-Politiker.

Ähnlich äußerte sich der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach. Der CDU-Politiker nahm dabei Bezug auf den am Mittwoch veröffentlichten Griechenland-Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), in dem der Fonds die Euro-Länder ausdrücklich vor einer „schlecht umgesetzten Schulden-Operation“ sowie vor einem „ungeordneten Zahlungsausfall“ gewarnt hatte.„Die Kritik zeigt den Ernst der Situation. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass kein Weg an einschneidende Reformen in der Eurozone vorbeiführt“, sagte Flosbach Handelsblatt Online.

Kritisch äußerte sich auch der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater. „Die Politik hat durch ihre Strategie der kleinen Schritte an Glaubwürdigkeit eingebüßt“, sagte Kater Handelsblatt Online. Das führe dazu, dass die jeweils folgenden Maßnahmen immer größer und damit teurer ausfallen. „Daher ist es umso wichtiger, jetzt mit einem gut durchdachten, mit Kapitalmarktexpertise versehenen Plan zu kommen, der eine langfristige Lösung anbietet“, sagte Kater.

Gerade Griechenland müsse die Krise zu einer „vollständigen Erneuerung“ nutzen, betonte der CDU-Politiker Flosbach. „Das würde im Übrigen unabhängig von einer Umschuldung gelten, denn eine Umschuldung würde nicht ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen“, fügte Flosbach hinzu. Außerdem würden dann möglicherweise andere Länder fragen, warum sie nicht die Schulden erlassen bekommen. „Es hilft alles nichts: Jeder muss einen sehr beachtlichen Beitrag leisten, damit wir diese Krise meistern können“, sagte Flosbach.

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    Äußerst ungehalten zeigte sich auch der CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch. „Das Gewurschtel führt nicht zum Ziel“, sagte der Willsch der Nachrichtenagentur Reuters. So habe Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker die jüngsten Markt-Turbulenzen in Italien selbst herbeigeredet. Willsch zufolge sollte Griechenland aus der Euro-Zone austreten und zur Drachme zurückkehren: „Je früher man das Rettungsexperiment beendet, umso mehr Steuermittel sparen wir.“

    Hinter Willsch und dem FDP-Politiker Schäffler haben sich eine Reihe von Koalitionsabgeordneten versammelt, die die Stützung überschuldeter Euro-Länder wie Griechenland ablehnen. In ihren Fraktionen sind sie bisher in der Minderheit.

    IWF bekräftigt Kritik an Euro-Rettern
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    30 Kommentare zu "Euro-Schuldenkrise: Die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für Nicht-Mainstream-infos:
      http://www.chinnow.net/waehrungsreform.htm

    • Das ist nichts anderes als Geplänkel von Politikern, die sich zu Lakaien von Despoten wie Merkel und Schäuble degradiert haben.
      Wie kann es sein, daß Schauble sich über den Bundestag hinwegsetzt und eigenmächtig deutsche Steuermilliarden an Banken verteilt, ohne daß es einen Aufschrei gibt?
      Freie Marktwirtschaft ist durch Kommandowirtschaft ersetzt worden.
      Daß nebenbei noch Maastrich und Lissabon Vertrag gebrochen werden, scheint niemanden zu interessieren. Und die Medien werden ihrer Aufgabe, so etwas anzuprangern, in keinster Weise gerecht.

    • Werner Weisker Rova 4 Sokolov CZ
      Emal [email protected]
      Glauben Sie den politikern ? Ich glaube in 30 Tagebn hat Amerika und die Welt ein grosses Problem....
      Deutsche Politiker waren mit Ihrer unfähigkeit Dieneer des amerikanischen Kapitalismus wie schon einmal in der Geschichte.

    • Mein Klapphocker steht schon bereit!

    • Man bedienst sich einer alten Waffe gegen die, die die Wahrheti einfordern: einer Ideologie! (habe ich schon früher erklärt!)

    • Mein Gyros-Buden-Grieche und ich sind uns einig: Deutschland ist genauso pleite wie Griechenland. Es hat uns nur noch niemand gesagt. Empfohlene Lektüre: "Generation Gold" von Jürgen Müller, "Das Silberkomplott" von Reinhard Deutsch und "Die Kreatur von Jekyll Island" von G. Edward Griffin. Unsere Politiker haben meiner Meinung nach mittlerweile Angst, irgendwann am Laternenmast zu baumeln, und das kann recht plötzlich passieren. Hat irgend jemand schon einmal an leergeplünderte Aldis und marodierende Banden in den Großstädten gedacht ? Wie sieht eigentlich das Ende dieses größten monetären Betrugs aller Zeiten aus ?

    • Erstaunlich, daß im Zusammenhang von einem Herrn Schröder NULL zu hören ist. Vermutlich treibt er sich in Russland rum und eifert dort Berlusconi nach (Bunga-Bunga po russkij)...

    • Die "astronomischen" Schäden bestehen bereits und es gibt nur das Konzept, sie zu vertuschen! Es gibt keine "Königsweg" aus der Krise, dafür ist es genau genommen zehn Jahre zu spät! Ohne Euro gäbe es diese Zustände nicht! Die USA leiden prinzipielle unter den gleichen Mißständen einer Einheitswährung bei regional extremen strukturellen Unterschieden hinsichtlich der Ertragsstärke! Bedenken Sie, wie lange wir allein in der BRD den "Länderfinanzausglich" haben und er hat nur in Bayern und in Sachsen zu erfolgreichem Strukturwandel geführt! Das einst finanzkräftige Ruhrgebiet (NRW) ist abgeschmiert! Wie soll so ein Irrsinn in 17 ganz unterschiedlichen Staaten funktionieren, wenn 60 Jahr BRD nicht gereicht haben, die gröbsten Differenzen zu beseitigen?????????? Ein H. Kohl war Ministerpräsident, ein Schröder ebenso und die wußten, worauf sie sich einlassen!

    • Wann gehen Willsch und Schäffler und die anderen retttungskritischen MdBs endlich gemeinsam an die Öffentlichkeit und rufen die Einsichtigen in der Bevölkerung endlich zur AKTION auf? Es ist längst Zeit!
      Wir haben es hier doch nicht mit einer akademischen oder per Debattenrede zu lösenden Frage zu tun, für deren Klärung noch Zeit wäre!

    • Diese "Finanz- oder Haushaltsexperten" geben - vorsichtig ausgedrückt - recht unseriöse Kommentare ab.

      Hier z.B. ein Zitat aus obigem Artikel:

      Äußerst ungehalten zeigte sich auch der CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch. „Das Gewurschtel führt nicht zum Ziel“, sagte der Willsch der Nachrichtenagentur Reuters. So habe Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker die jüngsten Markt-Turbulenzen in Italien selbst herbeigeredet.

      Dieses ist nicht Richtig.
      Die jüngsten Markt-Turbulenzen waren die überteuerten Anleiheverkäufe von heute morgen, und die sind nach meinen Informationen von Herrn "Bunga Bunga" persönlich eingeleitet worden. Dieser hatte temperamentvoll u.a. behauptet, dass sein Finanzminister ein Idiot sei, worauf der Finanzminister gemeint hat: "Ätsch, ohne mich geht es nicht."
      Die zeitliche Nähe dieser Mätzchen zu den Markt-Turbulenz sind kein Zufall.

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