Europäische Flüchtlingspolitik Schengen aussetzen!

Den anklagenden Zeigefinger nach Brüssel zu richten ist unredlich: In der Krise darf Berlin nicht Europa zum Sündenbock machen, mahnt der frühere Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzminister Manfred Lahnstein. Ein Gastbeitrag.
  • Manfred Lahnstein
Manfred Lahnstein ist Unternehmensberater und war 1982 Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzminister in der Regierung Helmut Schmidt. Quelle: Imago
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Manfred Lahnstein ist Unternehmensberater und war 1982 Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzminister in der Regierung Helmut Schmidt.

(Foto: Imago)

DüsseldorfOhne Zweifel: Das Schengen-Übereinkommen ist ein wichtiges und wertvolles Stück europäischer Politik. Es ist aber weder Fundament noch tragender Eckpfeiler der Union. Immer war die Möglichkeit für ein Mitgliedstaat gegeben, das Abkommen bei „Gefahren für die öffentliche Ordnung“ für einen begrenzten Zeitraum auszusetzen. Und immer schon war es die Pflicht der meisten Europäer, sich jederzeit per Pass oder Passersatzpapier ausweisen zu können. Insbesondere Flugreisende haben sich aus Sicherheitsgründen längst an Personenkontrollen auch innerhalb des Schengen–Raums gewöhnt. Mit dem freien Austausch von Waren und Dienstleistungen aber hat Schengen so gut wie nichts zu tun.

 
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