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  4. Bahn: Ex-SPD-Politiker Martin Burkert ist neuer Chef der Gewerkschaft EVG

EVG-Chef Martin BurkertKein Kuschelkurs mit Bahn und Verkehrsminister Wissing

Der neue Vorsitzende der Bahn-Gewerkschaft EVG war viele Jahre SPD-Bundestagsabgeordneter. Burkert ist politisch bestens vernetzt. Bahn und Bund können sich auf gewerkschaftlichen Gegenwind einstellen.Frank Specht 17.10.2022 - 17:26 Uhr Artikel anhören

Der neue Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist politisch bestens vernetzt.

Foto: dpa

Berlin. Martin Burkert ist neuer Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Delegierten des Gewerkschaftstags in Berlin wählten den 58-jährigen Würzburger am Montag mit mehr als 90 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Klaus-Dieter Hommel, der nicht erneut antrat.

Seine Gewerkschaft habe die von FDP und Grünen geplante Zerschlagung der Deutschen Bahn verhindert, sagte Burkert vor den Delegierten. Die „Schnapsidee“ der von beiden Parteien befürworteten Trennung von Netz und Betrieb sei damit vom Tisch gewesen.

Kürzlich war Burkert in einem Beitrag für den „Vorwärts“ mit dem Staatskonzern und der Politik hart ins Gericht gegangen: „Es fehlt an Fahrzeugen und Personal; zudem ist die Infrastruktur längst an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Hier rächen sich die verkehrspolitischen Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte.“

Dass der Beitrag im sozialdemokratischen Parteiblatt erschien, ist sicher kein Zufall. Burkert saß von 2005 bis Januar 2020 für die SPD im Bundestag und war viele Jahre deren Bahnbeauftragter. Von 2014 bis 2017 leitete der Franke den Verkehrsausschuss des Bundestags, er ist also politisch bestens vernetzt.

Einfluss wird Burkert künftig aber nicht nur als neuer Chef der EVG mit ihren gut 186.000 Mitgliedern nehmen, deren Vizevorsitzender er bereits seit November 2019 war. Er sitzt auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, der DB Cargo und der S-Bahn Berlin. Außerdem ist er Vorsitzender des Lobbyverbands Allianz pro Schiene.

Lesen Sie hier mehr über die EVG und ihre Arbeit

Während Burkert in der eigenen Gewerkschaft unangefochten ist, hat er mit Claus Weselsky, dem Chef der viel kleineren Lokführergewerkschaft GdL, einen durchaus mächtigen Widersacher. Die GdL versucht seit Jahren, der EVG, der Weselsky einen „Kuschelkurs“ mit dem Bahn-Management vorwirft, Mitglieder abzujagen.

Dass es einen Kuschelkurs mit seiner Gewerkschaft nicht geben wird, will Burkert gleich am Mittwoch beweisen. Dann wollen die Delegierten den Gewerkschaftstag unterbrechen, um zusammen mit weiteren Mitstreitern in Berlin gegen die Bahn-Politik von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) zu protestieren.

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