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Ex-Außenminister Klaus Kinkel mit 82 Jahren gestorben

Der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Montag im Alter von 82 Jahren. Die Anteilnahme ist groß.
Update: 05.03.2019 - 12:01 Uhr Kommentieren
Klaus Kinkel war Bundesaußenminister sowie Bundesvorsitzender der FDP. Quelle: dpa
Klaus Kinkel

Klaus Kinkel war Bundesaußenminister sowie Bundesvorsitzender der FDP.

(Foto: dpa)

BerlinDer ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Montag im Alter von 82 Jahren, wie der heutige Parteichef Christian Lindner unter Berufung auf die Familie am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Beisetzung findet auf Kinkels Wunsch im engsten Kreis statt.

„Der Tod von Klaus Kinkel geht mir nahe“, schrieb Lindner über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Er war ein aufrechter und bescheidener Mann mit Charakter, dessen freundschaftlichen Rat ich sehr geschätzt habe. Ich habe ihm viel zu verdanken.“

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte dem Handelsblatt: „Mit Klaus Kinkel verlieren die Freien Demokraten eine Ausnahmepersönlichkeit und einen herausragenden Vertreter des Südwest-Liberalismus. Wer das Glück hatte, ihm persönlich begegnet zu sein, wird ihn nicht vergessen. Er hatte die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen, sie für sich einzunehmen. Er war ein feiner Mensch und Menschenfreund. Sein Tod macht mich sehr traurig.“

Theurer lobt die zahlreichen Verdienste Kinkels. Gemeinsam mit Hans-Dietrich Genscher habe er den liberalen Rechtsstaat verteidigt. Zusammen mit Wolfgang Schäuble sei er Architekt des Einigungsvertrags gewesen. Als Außenminister habe er die europäische Einigung und Währungsunion maßgeblich gestaltet, so Theurer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer via Twitter mitteilen: „Ich trauere um einen treuen Weggefährten aus der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung. Klaus Kinkel war ein großer Liberaler und ein kompromissloser Streiter für Freiheit und Demokratie.“

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würdigte Kinkel als großen Europäer. „Als Bundesaußenminister hat Klaus Kinkel im Kabinett von Helmut Kohl die Weichen gestellt, um das wiedervereinte Deutschland im Herzen des wiedervereinten Europas zu verankern“, schrieb der Luxemburger . „Uns verlässt ein deutscher Patriot und ein großer Europäer.“

Kampfabstimmung um das Auswärtige Amt

Der gebürtige Schwabe Kinkel begann seine berufliche Karriere nach einem Jura-Studium als Beamter im Bundesinnenministerium. 1979 war er der erste Zivilist an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Nach dem Machtwechsel zu Schwarz-Gelb 1982 kehrte er als Staatssekretär im Justizministerium in die damalige bundesdeutsche Hauptstadt Bonn zurück. In dieser Funktion war er nach dem Fall der Mauer auch am deutsch-deutschen Einigungsvertrag beteiligt.

1991 wurde der Spitzenbeamte selbst Justizminister. Erst damals trat er auch in die FDP ein. Ein Jahr später setzte er sich nach Genschers Rücktritt in einer Kampfabstimmung um den Chefposten im Auswärtigen Amt gegen die damalige Bauministerin Irmgard Adam-Schwaetzer (ebenfalls FDP) durch. 1993 wurde Kinkel Vize von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).

Zusätzlich übernahm Kinkel damals auch noch den Vorsitz der FDP. Nach einer Niederlagenserie bei Kommunal- und Landtagswahlen verzichtete er jedoch 1995 auf eine abermalige Kandidatur. Mit dem Wahlsieg von Rot-Grün verlor er 1998 sein Ministeramt. Bis 2002 saß Kinkel dann noch im Bundestag. Später arbeitete er als Anwalt und übernahm den Vorsitz der Deutsche-Telekom-Stiftung. Zuletzt lebte er in Sankt Augustin bei Bonn.

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