Ex-Bundestagsabgeordnete Scheel Steuerpolitik der Grünen in eigenen Reihen in der Kritik

Steuern rauf für Gutverdiener, meinen die Grünen. Das sei eine ehrliche Ansage. Aber nicht alle in der Partei tragen den Kurs mit. Sie fürchten, dass der Bogen überspannt wird.
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Ballons mit politischen Forderungen auf dem Grünen-Parteitag Ende April. Quelle: dpa

Ballons mit politischen Forderungen auf dem Grünen-Parteitag Ende April.

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BerlinDie Steuererhöhungspläne der Grünen stoßen in den eigenen Reihen auf Widerstand. „Es ist eine hochgefährliche Gratwanderung, mit dem größten Steuererhöhungsprogramm aller Zeiten in den Wahlkampf zu ziehen“, schreibt die frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Christine Scheel im „Focus“. Zwar sei unstrittig, dass sich diejenigen mit starken Schultern gebührend am Gemeinwohl beteiligen sollen. „Aber eine zu hohe Gesamtbelastung von Unternehmen und vielen Bürgerinnen und Bürgern bringt nicht automatisch mehr Gerechtigkeit. Das ist ein großer Irrtum der Grünen“, meinte die ehemalige Finanzpolitikerin und Mittelstandsbeauftragte ihrer Fraktion, die 2012 aus dem Parlament ausgeschieden war.

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sieht in den Steuer-Plänen hingegen einen Ausdruck politischer Ehrlichkeit. „Wenn man tatsächlich in Bildung und Infrastruktur, also Kitas, Schwimmbäder oder Straßen investieren und die Schulden abbauen will, dann muss man auch sagen, dass Einsparungen und Streichungen unsinniger Subventionen nicht reichen“, sagte sie der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag). Sie erlebe sehr viel Zustimmung für diese Haltung.

Die Grünen hatten Ende April auf ihrem Parteitag ein Wahlprogramm beschlossen, das eine höhere Belastung von Einkommen ab knapp über 5000 Euro im Monat und eine Vermögensabgabe vorsieht. Der Spitzensteuersatz soll ab jährlich 60 000 Euro brutto linear von 42 auf 45 Prozent und ab 80 000 Euro auf 49 Prozent steigen. Die SPD hatte von der richtigen Stoßrichtung gesprochen. Union, FDP und der Bund der Steuerzahler hatten die Pläne heftig kritisiert.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Grünen haben mit ihren überzogenen Beschlüssen die Tür für Schwarz-Grün knallhart zugemacht.“ Die Steuererhöhungspläne, „die bereits die Mittelschicht bis zum Facharbeiter treffen“, seien aberwitzig, fügte die stellvertretende CDU-Vorsitzende hinzu.

Göring-Eckardt hielt dem entgegen, dass nach den Plänen für 90 Prozent der Berufstätigen die Steuern sinken würden. Zehn Prozent der Einkommensbezieher sollten sich finanziell stärker am Gemeinwesen beteiligen. Das sei jener Personenkreis, der es sich leisten könne.

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7 Kommentare zu "Ex-Bundestagsabgeordnete Scheel: Steuerpolitik der Grünen in eigenen Reihen in der Kritik"

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  • Kritik aus den eigenen Reihen bei den Grünen
    Dieser Pädophiel..- kiffende- Selbstbedienungsladen der Suchtkranken gehört durch Abwahl abgeschafft .

  • Bei den Grünen muss man IMMER vorsichtig sein ,
    zwischen dem was versprochen wird und dem was nach der Wahl tatsächlich geschieht liegen zumeist Welten .

    Bei der Letzten Regierung von rot-grün konnten wir es sehen , es wurde das blaue vom Himmel versprochen , was wir dann bekamen war der größte Sozialabbau in der Geschichte der BRD und die höchste Arbeitslosigkeit seit Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 !!!

    Auch heute ist es so , die Großen , nicht die Kleinen werden belastet . Dabei zahlen die Mehrwertsteuer doch alle , Treibstoffe kaufen die , die täglich zur Arbeit fahren , Energie brauchen alle - nicht nur die oberen 10000 !
    Familien werden belastet und das gleich in mehrfacher Hinsicht .
    Unternehmen werden geradezu zum Verlagern gedrängt , die Arbeitslosigkeit wird Inflationäre Ausmaße annehmen !!!
    Rot - Grün ist das , was ein Industrieland wie Deutschland nun wirklich nicht gebrauchen kann , rot-grün ruiniert unser Land , dafür reichen schon die vier Jahre für die sie gewählt werden voll und ganz aus .

  • Die Wege zur Hölle sind mit falschen Theologen geplastet sagte einmal meine Großmutter.

    Es würden viele der zukünftig im Steuererhöhungszenit von Göring-Eckert und ihren Genossen stehenden Bürgern ihr Vermögen mit den monatlichen, regelmäßigen Diäten dieser Scheinheiligen tauschen. Münchausen lässt grüßen!

  • Die Politier sollten lieber dafür sorgen, dass die Gutverdiener ihre Steuern auch bezahlen. Es gibt so viele Abschreibungsobjekte etc., dass die Gutverdiener, die ich kenne, max. 5% Steuern im Jahr zahlen. M.E. ist die Erhöhung der Steuersätze Augenwischerei für's Volk. Die Politiker sollten lieber dafür sorgen, dass die bisherigen Steuersätze überhaupt mal gezahlt werden.

  • Lieber Politiker, ihr könnt die steuern so oft und so viel erhöhen wie ihr wollt, ich gleiche es über Konsumverzicht aus. Ich bin nicht euer Melkkuh!!!

  • Die Grünen sind mit Göring-Eckardt als Spitzenkandidatin neben dem Exponenten des linken Flügels Trittin angetreten, um in der bürgerlichen Mitte auf Stimmenfang zu gehen.
    Claudia Roth schien für einen solchen Fischfang nicht geeignet zu sein.
    Die Linken innerhalb der Grünen haben allerdings auf dem letzten Parteitag obsiegt und die angeblich bürgerliche Göring-Eckardt liegt inzwischen voll auf der Linie von Bürgerschreck Trittin und der schrillen Claudia.
    Kretschmann aus BW konnte sich nicht durchsetzten.
    Fragt sich, wie die Grünen mit einer SPD und dessen Kandidaten Steinbrück, der inzwischen auch fest im Korsett des linken Flügels der Sozialdemokraten eingebunden ist, Wähler aus der bürgerlichen Mitte gewinnen wollen, ohne deren Stimmen Grün/Rot sich einen Wahlerfolg im September eh abschminken können.
    Es sei denn sie spekulieren insgeheim auf Rot/Rot/Grün.
    Dann sollen sie das bitteschön auch öffentlich kundtun.

  • Wenn man tatsächlich in Bildung und Infrastruktur, also Kitas, Schwimmbäder oder Straßen investieren und die Schulden abbauen will, dann muss man auch sagen, dass Einsparungen und Streichungen unsinniger Subventionen nicht reichen“
    -------------
    Jedes Jahr ist Murmeltiertag..
    Seit Jahren reicht es trotz vermehrtem Steueraufkommens,
    nicht mal für das notwendigste.
    In den fünfziger Jahren,waren Schulen mit ausreichend
    Material und Kinderbetreuungstagesstätten die Regel.
    Ich kenne nicht einen der Menschen über 60,die davon
    nicht berichten.Kinder die noch in Ruinen spielten aber
    weitaus gebildeter die Schule verließen,als heutzutage.
    Das Grundwissen ist denen nie verloren gegangen.
    Seit den letzten 30 Jahren,gelingt es nicht,die
    Bestände aufzubessern..Immer fehlt grad wieder mal
    die Kohle...Bildung und Infrastruktur sind
    Jahr für Jahr im ständigem Politikwiederholungsmodus,
    nicht zu stemmen.
    Zuwanderung en masse,aber alles wurde nur schlimmer
    und nichts besser.


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