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Ex-Geiseln „Wir sind nicht verkauft worden“

Die am Mittwoch aus irakischer Geiselhaft zurückgekehrten Irak-Geiseln Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke waren in den 99 Tagen ihrer Gefangenschaft immer in der Hand einer Entführergruppe.

HB BERLIN. „Es war immer die selbe Gruppe, die uns gefangen hielt. Es stimmt nicht, dass wir „verkauft' wurden“, sagte Nitzschke der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstagsausgabe).

Bräunlich schilderte die Entführer laut Vorabbericht vom Freitag als Moslems mit großem Engagement. Sie hätten immer fünf Mal am Tag gebetet und ihre religiösen Pflichten erfüllt. Die Geiselnehmer hätten ihnen über „das Gute im Islam“ erzählt und oft im Koran gelesen. „Aber fanatisch waren die nicht. Die haben signalisiert: Wir akzeptieren auch andere.“

Bräunlich und Nitzschke sagten weiter, sie seien nicht misshandelt worden. Gleichwohl schilderten sie ihre Gefangenschaft in fast immer dunkler Umgebung als eine Art Folter. So seien sie tagelang in Erdlöchern eingepfercht gewesen. Mit Ausnahme einiger weniger Bewacher, die ein wenig Englisch gesprochen hätten, habe es keine Gesprächsmöglichkeiten gegeben.

Nitzschke sagte auf die Frage nach einem möglichen Leichtsinn, sie hätten nicht gewusst, dass der Entführungsort Baidschi nördlich von Bagdad eine der gefährlichsten Gegenden des Landes sei. Die beiden Techniker aus Leipzig waren am 24. Januar verschleppt und am Dienstag nach 99 Tagen freigelassen worden.

Die beiden Sachsen bedankten sich ausdrücklich beim früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder für sein Nein zu einer deutschen Beteiligung am Irak-Krieg. „Sonst wäre die Sache für uns ganz bestimmt viel prekärer ausgegangen und man hätte uns auch ganz gewiss noch sehr viel strenger behandelt“, sagte Nitzschke.

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