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Oskar Lafontaine

Lafontaine war Vorsitzender beider Parteien.

(Foto: dpa)

Ex-SPD-Chef Lafontaine will offenbar Fusion von SPD und Linke

Lafontaine sieht zwar noch Hürden, sympathisiert jedoch mit einem Zusammenschluss beider Parteien. Linken-Fraktionschefin Wagenknecht äußert sich zurückhaltend.
Update: 12.06.2019 - 12:54 Uhr 1 Kommentar

DüsseldorfDer saarländische Linken-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine befürwortet eine Fusion von SPD und Linkspartei. Das berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf das Umfeld des 75-Jährigen.

Das RND zitiert dessen Vertrauten Heinz Bierbaum, der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken ist. Lafontaine bedaure demnach den Zustand der SPD, deshalb „liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe“. Lafontaine vermisse zurzeit jedoch das Personal in beiden Parteien, das eine Fusion realisieren könnte. Die „Aufstehen“-Bewegung sei ein Versuch gewesen, auf die Sozialdemokraten einzuwirken.

Biermann kann sich eine Fusion „gut vorstellen“, räumt aber ein, dass er „gegenwärtig noch nicht die politischen Bedingungen dafür“ sehe. „Eine Vereinigung käme jetzt viel zu früh. Vorher müsste sich die SPD programmatisch und auch in der praktischen Politik deutlich bewegen“, sagte Bierbaum.

Grundsätzlich offen für einen Zusammenschluss ist auch der frühere Linksparteichef Klaus Ernst. „Langfristig kann man gar nichts ausschließen“, sagte er. „Wenn die Sozialdemokratie wieder sozialdemokratisch würde, dann könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben.“

Eher skeptisch ist Linken-Fraktionschefin und Lafontaine-Ehefrau Sahra Wagenknecht. „Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammenwirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus“, so Wagenknecht. Wenn die SPD sich von der Agenda 2010 verabschiede, könne man allerdings über vieles nachdenken.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch erteilt Gedankenspielen über eine mögliche Fusion eine Absage. „Es besteht keine Notwendigkeit und Voraussetzung ein solches Thema zu erörtern“, sagte Bartsch. Er werbe allerdings dafür, dass Linke und SPD, wo es politisch möglich sei, enger zusammenarbeiteten.

Lafontaine war ab 1995 SPD-Chef und wurde 1998 Bundesfinanzminister in der rot-grünen Bundesregierung, bevor er 1999 seine Ämter niederlegte. Später war er an der Vereinigung von WASG und PDS zur Linkspartei beteiligt. Gemeinsam mit Gregor Gysi leitete er von 2005 bis 2009 die Fraktion im Bundestag. Seit 2012 ist er Fraktionschef im Saarländischen Landtag.

Mehr: In Umfragen gibt es eine knappe Mehrheit für ein rot-rot-grünes Bündnis bei der Landtagswahl in Brandenburg am 1. September.

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1 Kommentar zu "Ex-SPD-Chef: Lafontaine will offenbar Fusion von SPD und Linke"

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  • Das hatten wir ja schon einmal: Die Fusion von KPD und SPD zur SED im Jahr 1946 in der sowjetisch besetzten Zone (damals allerdings wohl zwangsweise). Den Namen der fusionierten Partei haben wir also bereits.

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