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Ex-SPD-Chefin Erster öffentlicher Auftritt seit Rückzug aus Parteispitze – Nahles spricht über Gleichberechtigung

Die ehemalige SPD-Chefin hält in Rheinland-Pfalz einen Vortrag über das Thema Gleichberechtigung. In diesem Zusammenhang äußerte sie sich auch zu ihrer Zeit in der Partei-Spitze.
Update: 13.08.2019 - 00:13 Uhr Kommentieren
Die ehemalige Vorsitzende der SPD, Andrea Nahles, hat einen Vortrag über das Thema „Die Gleichberechtigung von Mann und Frau laut Grundgesetz und im wahren Leben“ im Kloster Maria Laach gehalten. Quelle: dpa
Andrea Nahles

Die ehemalige Vorsitzende der SPD, Andrea Nahles, hat einen Vortrag über das Thema „Die Gleichberechtigung von Mann und Frau laut Grundgesetz und im wahren Leben“ im Kloster Maria Laach gehalten.

(Foto: dpa)

Maria Laach Gut zwei Monate nach ihrem Rückzug aus der SPD-Spitze ist Andrea Nahles erstmals wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Bei einer Veranstaltung im Benediktinerkloster Maria Laach (Rheinland-Pfalz) redete die ehemalige Partei- und Fraktionschefin am Montagabend über das Thema „Die Gleichberechtigung von Mann und Frau laut Grundgesetz und im wahren Leben“. Nahles gab sich bei der Ankunft in dem Kloster schweigsam. Auf die Frage, wie es ihr gehe, antwortete sie nur mit einem kurzen „Hallo“.

Unter Hinweis auf den Satz des Grundgesetzes, dass Männer und Frauen gleichberechtigt seien, sagte sie vor etwa 300 Zuschauern: „Ein wunderbarer, ein schöner Satz, ein einfacher Satz – aber keine Selbstverständlichkeit.“ Sie beklagte, dass auch im Bundestag Frauen noch immer unterrepräsentiert seien.

Der Frauenanteil unter den Abgeordneten sei von 36 Prozent in der vergangenen Legislaturperiode auf jetzt 30 Prozent gesunken: „Es geht wieder rückwärts“, so Nahles. Es bleibe also noch viel zu verbessern. Noch schlimmer sehe es in den Chefetagen der großen Unternehmen aus. Und: „Mir scheinen auch die materiellen Voraussetzungen für Gleichberechtigung noch nicht da zu sein.“

Auf die Frage, ob sie zukünftig für dieses Ziel auch im Bundestag kämpfen werde, sagte sie zunächst, dass sich die Frage „zügig, zeitig und in absehbarer Zeit“ beantworten werde. „Man muss auch manchmal wissen, wenn man etwas Neues anfangen muss“, fügte sie hinzu. Später antwortete sie auf die Frage, ob ihr nach dem Rücktritt vom SPD-Chefposten etwas fehle, kurz: „Nein.“

Nahles war Anfang Juni von ihren Ämtern als Partei- und Fraktionschefin zurückgetreten, ist aber derzeit noch Mitglied des Bundestags. Bisher hielt sie sich mit klaren Aussagen darüber zurück, ob und wann sie ihr Mandat aufgeben will.

„Ich bin in die Vorstände und Präsidien gekommen, aber die Macht war ein flüchtiges Reh“, erinnerte sie sich an die eigene Karriere. Die Frau, die der damalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine ein „Gottesgeschenk an die SPD“ genannt hatte, sagte über den Grund für mangelnde Macht von Frauen in wichtigen Gremien: „Die Jungs haben sich vor und nach dem Präsidium getroffen.“ Sie fügte hinzu: „Als ich dann an der Spitze war, da gab es nicht so viele Zirkel, wo ich nicht dabei war. Aber doch zu viel.“

Sie wurde außerdem gefragt, wie es mit den Frauen und der Gleichberechtigung in der katholischen Kirche sei. Nein, sie fordere keine weiblichen Priester, versicherte Nahles. Aber: „Das Diakonat für Frauen ist erreichbar zu meinen Lebzeiten. Und dafür werde ich mich einsetzen.“

Mehr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil weist Kritik am Verfahren zur Suche einer neuen Parteispitze zurück. Wieso er ein spannendes Rennen um den Vorsitz erwartet, lesen Sie hier.

  • dpa
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