Ex-Verkehrsminister Warum Peter Ramsauer bei einer Linken-Veranstaltung über Russland diskutiert

Der ehemalige Bau- und Verkehrsminister tritt am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Linksfraktion auf. „Rot“ ist er deswegen aber nicht geworden.
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„Ich bin nicht auf einmal Sympathisant der Linken geworden.“ Quelle: picture alliance/dpa
Peter Ramsauer

„Ich bin nicht auf einmal Sympathisant der Linken geworden.“

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Berlin„Ramses“ wird Peter Ramsauer schon länger genannt. Angesichts des „ägyptischen“ Namens war es kaum verwunderlich, dass er gegen gutes Geld zum Präsidenten der Arabisch-deutschen Handelskammer (Ghorfa) gemacht wurde – als Nachfolger des jetzigen Oberolympioniken Thomas Bach.

Nun aber fällt der frühere Müller-Meister, studierte Betriebswirt und Ex-Verkehrsminister durch einen Auftritt bei der Bundestagsfraktion der Linken auf: Zusammen mit dem Oberbürgermeister von Wolgograd und dem Linken-Politiker Klaus Ernst tritt Ramsauer am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Linksfraktion im Russischen Haus für Wissenschaft und Kultur in der Berliner Friedrichstraße auf. Mit dabei: Sahra Wagenknecht, die streitbare Linken-Fraktionschefin und ihr Kollege Dietmar Bartsch.

„Ich bin nicht auf einmal Sympathisant der Linken geworden“, betont Ramsauer und fügt gegenüber dem Handelsblatt hinzu: „Zu solchen Mutationen bin ich auch gar nicht fähig.“ Wohl aber geht es für das CSU-Urgestein, der Landesgruppenchef war, Spitzenkandidat der Christsozialen und der im zweiten Kabinett Merkel als Bau- und Verkehrsminister diente, zurück zu den Wurzeln.

Vor 27 Jahren war sein erster Ausschuss, in den er beim Ersteinzug ins Parlament noch freundlich gedrängt werden musste, der Entwicklungspolitik-Ausschuss. Dem sitzt der 63-Jährige heute vor, freiwillig und aus Überzeugung, wie er betont. Vor allem aber, so sagt Ramsauer, „geht es mir um die Zusammenarbeit mit Russland“. Da sei es egal, ob es eine Linken-Veranstaltung sei. „Um Russland kommen wir gar nicht drum herum, da diskutiere ich gern mit.“

Die Liebe zu Russland wuchs bei Ramsauer in seiner Zeit als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, was er bis zur letzten Bundestagswahl war. Da sei es ihm um Rohstoffkooperation mit dem Riesenreich gegangen – einer Frage, der er sich auch in der Entwicklungszusammenarbeit widmen wolle.

Den geliebten Posten als Wirtschaftsausschuss-Chef hat jetzt der Linke und Ex-Gewerkschaftsfunktionär Klaus Ernst inne, wie Ramsauer gebürtiger Münchener. Da erfüllt man sich auch gegenseitig mal einen Wunsch – und geht zumindest gemeinsam auf ein Podium. „Das hat nichts mit der Linken zu tun“, wehrt Ramsauer den Verdacht plötzlicher Richtungswechsel ab.

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