Ökonomen befürchten Finanzierungslücke bei Renten

Forscher rechnen damit, dass 2025 elf Milliarden Euro in der Rentenkasse fehlen.

(Foto: dpa)

Extreme Zusatzkosten Experten halten Rentenpläne der Bundesregierung für „unbezahlbar“

Führende Ökonomen warnen vor einer Finanzierungslücke, die sich aus immer höheren Kosten und gleichzeitig immer weniger Beitragszahlern ergibt.
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BerlinSollte die Bundesregierung ihre wichtigsten Rentenversprechen erfüllen, fallen jährlich zusätzlich Dutzende Milliarden Euro an Zusatzkosten an. Dies geht aus Berechnungen einer Gruppe von Rentenforschern hervor, die am Montag ans Bundeswirtschaftsministerium gegangen sind und der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegen.

Demnach müssten von der nächsten Legislaturperiode an jedes Jahr viele Milliarden Euro Steuergeld zusätzlich an die Rentenkasse überwiesen werden, um die Finanzierungslücke zu schließen. Diese ergebe sich aus der sinkenden Zahl der Beitragszahler bei gleichzeitig immer mehr Rentnern.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD als Ziel vereinbart, das Rentenniveau – also das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn – bis 2025 nicht unter 48 Prozent fallen zu lassen. Außerdem soll der von Arbeitnehmer und Arbeitgeber hälftig zu zahlende Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen.

Die Forscher vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München kommen laut „SZ“ jedoch zum Schluss, dass von 2023 an die Haltelinie für das Rentenniveau unterschritten und zwei Jahre später der Beitragssatz von 20 Prozent überschritten würde. Dadurch würden 2025 elf Milliarden Euro im Jahr fehlen, 2030 bereits 45 Milliarden Euro, 2035 dann 80 Milliarden Euro und 2048 mehr als 125 Milliarden Euro im Jahr.

Um die Finanzierungslücke beispielsweise allein mithilfe der Mehrwertsteuer zu schließen, die heute bei 19 Prozent liegt, müsste diese gemäß den Berechnungen 2030 um drei Prozentpunkte erhöht werden, bis 2036 wären es schon sechs Prozentpunkte, langfristig müsste die Steuer sogar bei 26 Prozent liegen.

Dazu zitiert die Zeitung den Rentenexperten Axel Börsch-Supan von der Forschungsgruppe mit den Worten: „Wie auch immer das finanziert wird - diese Kosten sind unbezahlbar.“

  • dpa
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28 Kommentare zu "Extreme Zusatzkosten: Experten halten Rentenpläne der Bundesregierung für „unbezahlbar“"

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  • Spätestens jetzt ist es wissenschaftlich belegt: Das Rentenkonzept der Bundesregierung droht in einem finanziellen Abenteuer zu enden. Damit läuft die Politik Gefahr, das zu beschädigen, was für heutige und künftige Rentner am wichtigsten ist: Berechenbarkeit, Solidität und Vertrauen.
    Angesichtes der Wucht des demografischen und digitalen Wandels in der Arbeitswelt werden wir auf Dauer um einen Wechsel des heutigen Systems nicht herumkommen. Kurt Biedenkopf hat schon vor Jahrzehnten für eine steuerfinanzierte Grundrente gekämpft. Sie ist finanziell solide, armutsfest und gibt der Eigenverantwortung Raum. Es scheint unfassbar, dass Kohl und Blüm das damals blockierten. Mein Appell an die Politik heute: Holt das Biedenkopf-Modell aus der Schublade, verseht es mit einem Update und setzt es auf die politische Tagesordnung!

  • Das Verhalten der Arbeitgeber ist ein wesentlicher Punkt, der die natürlichste Methode daran hindert, das Renteneintrittsalter teilweise an das sich erhöhende Lebensalter anzupassen. Die für die Regierung bequeme Forderung an die Arbeitnehmer, selber für ihre künftige Rentenlücke vorzusorgen, scheitert an ihrer eigenen Politik, die die Kluft zwischen Arm und Reich unterstützt. Wer in jungen Jahren schon kaum in der Lage ist, zusätzliche Vorsorge tragen zu können, hat von Beginn an schon keine Chance mehr - die Grundsicherung auf Kosten der Steuerzahler gibt es ja noch - Also: Resignation.
    Dass die natürliche Entwicklung, die zum Renteneintrittsalter z.B. ab dem 70. Lebensjahr führen muss, setzt einiges voraus:
    Ein Bonus/Malussystem zu Gunsten der Arbeitnehmer ab 50 in Angleichung an die Behindertenpolitik - der Einfachheit halber, damit es noch Chancen für die Anstellung gibt; zusätzlich eine Erschwerniszulage für Arbeitnehmer, die aufgrund der hohen körperlichen Anforderungen das bisherige Rentenalter schon nicht mehr aktiv erreichen können, diese jedoch nicht auszuzahlen sondern zusätzlich zu deren Rentenbeiträgen mit abzuführen, so dass sie bereits früher in Rente ohne finanzielle Benachteiligung gehen können.
    Die Krux liegt fast nur in der Bauchbepinselung der Regierung an den Arbeitgebern. Die SPD wird so wie jetzt auch bald an der CDU scheitern wie die FDP. Leeren Versprechungen für die Zeit nach der Wahl wird kaum noch jemand glauben. Es gilt, was bis dahin durchgesetzt wurde!

  • Das Verhalten der Arbeitgeber ist ein wesentlicher Punkt, der die natürlichste Methode daran hindert, das Renteneintrittsalter teilweise an das sich erhöhende Lebensalter anzupassen. Die für die Regierung bequeme Forderung an die Arbeitnehmer, selber für ihre künftige Rentenlücke vorzusorgen, scheitert an ihrer eigenen Politik, die die Kluft zwischen Arm und Reich unterstützt. Wer in jungen Jahren schon kaum in der Lage ist, zusätzliche Vorsorge tragen zu können, hat von Beginn an schon keine Chance mehr - die Grundsicherung auf Kosten der Steuerzahler gibt es ja noch - Also: Resignation.
    Dass die natürliche Entwicklung, die zum Renteneintrittsalter z.B. ab dem 70. Lebensjahr führen muss, setzt einiges voraus:
    Ein Bonus/Malussystem zu Gunsten der Arbeitnehmer ab 50 in Angleichung an die Behindertenpolitik - der Einfachheit halber, damit es noch Chancen für die Anstellung gibt; zusätzlich eine Erschwerniszulage für Arbeitnehmer, die aufgrund der hohen körperlichen Anforderungen das bisherige Rentenalter schon nicht mehr aktiv erreichen können, diese jedoch nicht auszuzahlen sondern zusätzlich zu deren Rentenbeiträgen mit abzuführen, so dass sie bereits früher in Rente ohne finanzielle Benachteiligung gehen können.
    Die Krux liegt fast nur in der Bauchbepinselung der Regierung an den Arbeitgebern. Die SPD wird so wie jetzt auch bald an der CDU scheitern wie die FDP. Leeren Versprechungen für die Zeit nach der Wahl wird kaum noch jemand glauben. Es gilt, was bis dahin durchgesetzt wurde!

  • Die Experten machen es sich zu leicht. Die Rentenpläne sind nicht unbezahlbar. Sie sind unvollständig. Wir können erst wieder diskutieren, wenn alle einzahlen müssen: auch die Beamten, die Selbstständigen, Freiberuflier, Personen, die von Vermögenserträgen leben, und zu reduzierten Sätzen selbst Studenten und Hausfrauen, selbstverständlich auch alle Minijobler. Das riecht nicht nur nach Umverteilung, das ist Umververteilung, aber in einem sehr klar definierten Lebensabschnitt.
    Ich habe schon längst genug von der Idee gewisser Menschen, die ihre Bibliothek neben dem Wohnzimmer haben und darum keine Bücherei brauchen, den Swimmingpool im Garten, Badeanstalt erübrigt sich, Garten überhaupt, wozu dann noch den Stadtpark öffentlich unterhalten. Dadurch wird das "WIR" einer kommunalen Gemeinschaft zum verlogenen Kitsch.

  • Nicht nur die renten sinken definitiv und sind unbezahlbar sondern auch die Kosten der Asylantargstellerpolitik sind unbezahlbar und werden überall verheimlicht- die Kostenlawine rollt ungehindert auf den Bürger zu

    Unternehmen und Konzerne haben schon Pläne für die verlagerung von jobs sollten die Lohnnebenkosten weiter in Deutschland ansteigen nicht nur das Strom 2,5 mal so teur ist wie z.b. in Frankreich dank rot grünen Irrsinns nein jetzt kommt der Supergau mit dem nachzug von 3 bis 4 Millionen Familiennachzug auf Kosten deutscher Steuerzahler und künftiger rentner - von Fachkräften ist auch schon lange keine rede mehr alles rot grüner geistiger Dünnpfiff- der Bürger wird weiter die rechnung zahlen bis er endlich im Suppenküchendeutschland angekommen ist- kein Land auf der Welt macht so einen Wahnsinn wie dieses rot grüne Bundesrepublik Deutschland- deutschland schafft sich ab ist daher völlig richtig

  • "Experten halten Rentenpläne der Bundesregierung für „unbezahlbar“ -
    Führende Ökonomen warnen vor einer Finanzierungslücke, die sich aus immer höheren Kosten und gleichzeitig immer weniger Beitragszahlern ergibt"

    Ist doch schon fast egal. Bis zur Rente ist es für die meisten von uns ja noch lange hin, und die Zeit bis dahin sollten die Betroffenen besser nutzen, um selbst die Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen (wenn sie auch in 20 oder 30 Jahren noch eine gute haben wollen), statt da auf die Bundesregierung zu setzen.

    Im Artikel handelsblatt.com/my/meinung/kommentare/kommentar-zur-digitalisierung-kluge-wirtschaftspolitik-kuemmert-sich-um-mehr-als-nur-die-infrastruktur/21205206.html steht heute:

    „Die Regierung könnte …“

    Vergessen Sie’s einfach. Eine Regierung, die sich statt eines Digitalministeriums ein Heimatministerium leistet (und einen Alexander Dobrindt zum zuständigen Minister für Digitales gemacht hat), hat daran offensichtlich kein Interesse.

    Da muss die Wirtschaft schon selbst sehen, wie sie bei Industrie 4.0 trotzdem zügig weiter vorankommt, bzw. sich selbst Verantwortung zeigen und sich selbst etwas einfallen lassen, statt auf die „Regierungsverantwortlichen“ zu warten. Klappte doch bisher auch ganz gut. Überhaupt gilt das mit dem "ganz gut klappen" eigentlich überall, wo das Grundgesetz bzw. die Verfassung den Bürgern gewisse Grundrechte garantiert (u n d diese auch die Möglichkeit haben, diese dank einer funktionierenden Gewaltenteilung durchzusetzen, was erfahrungsgemäß insbesondere in vielen autoritär "geführten" Staaten leider bei Weitem nicht der Fall ist).

    Die Rumänen machen den anderen EU-Mitgliedern neuerdings offenbar vor, wie das geht: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/videos/boom-in-rumaenien-100.html (Beitrag aus den TV-Nachrichten gestern).

    Und dass „Dienst nach Vorschrift“ immer noch Synonym für „Streik im öffentlichen Dienst“ ist, zeigt doch schon die ganze Absurdität von dessen Organisationsstrukturen auf.

  • Herr Holger Narrog, der Lebensunterhalt muß irgendwie verdient werden und das machen Menschen und Maschinen und nicht angespartes Kapital. Es ist also eine Frage der Produktivität wie viel umverteilt werden kann.

  • Experten? Welche Experten, Statistikfreaks, Industrie gefütterte Analysten, Banker (Hartz4 Empfänger der Bürger) eine sich alles nehmende Schicht, welche vergessen hat, dass wirtschaften Bestandteil und nicht das allein glückselig machende ist. Tanz ums goldene Kalb. 2500 Euro Mindestrente und/oder 18 Euro Mindestlohn, sind die Eckdaten im Jahre 2018, alles andere ist sinnlos verbrauchter Atem oder Politik für Abzocker. Man kann wieder händeringend nach etwas (Facharbeiter, Lösungen) suchen, finden wird man wie schon oft von mir geschrieben nur mit der offenen Hand.

  • Hallo Herr Spiegel, Hallo Herr Ewerth,

    Die Initiativen von Rürup, Riester hatten das Ziel das Kettenbriefprinzip des deutschen Rentensystems aufzubrechen und den Kapitalmarkt als zusätzliche Quelle für die Altersversorgung zu nutzen. Meines Erachtens waren dies gut gemeinte Initiativen die am destruktiven Selbsthass des Merkel Systems auf Land und Volk scheitern werden.

    Im deutschen Rentensystem zahlen die aktuell Erwerbstätigen die Rente der Ruheständler. Das funktioniert gut bei steigenden Jahrgängen/Bevölkerung, einigermassen bei gleichbleibenden Jahrgängen, gerät aber bei sinkenden, produktiven Jahrgängen in eine Schieflage. Mit der radikalfeministischen Ideologie werden seit 50 Jahren kaum mehr Kinder Eingeborener geboren. Die wenigsten Einwanderer sind ein Gewinn für das Sozialsystem.

    Alternativ zu diesem System können die Erwerbstätigen Kapital ansparen aus denen Renten finanziert werden. Das sind Pensionskassen, aber auch Riester und Rürup. Das funktioniert bei stabiler Währung und positiven Realzinsen.

    Hauptrisiko für die kapitalmarktfinanzierten Rentensysteme ist der €, bzw. extreme Geldschöpfung der EZB mit Billigung der Merkel Regierung. Es bestehen Targetsalden zugunsten der BuBa denen nichts gegenübersteht, Bürgschaften Deutschlands zu Gunsten überschuldeter € Staaten...Ein Auflösen der Schieflagen hätte eine Entwertung des € und damit einen erheblichen Kaufkraftverlust des € zur Folge.

    Die Gedankenblitze des Merkel Politiksystems mit bis zu 20 Jahre in die Zukunft zugesagten Subventionen für wertlosen, umweltschädlichen Ökostrom, "Klimawandel" und Umvolkung belasten Staat, Wirtschaft und Finanzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Staat auf Riester und andere Guthaben als Steuer, Abgabe, oder was immer zurückgreift.

  • Die "Deutsche Rentenversicherung" ist das einzig Stabile über die Jahre gewesen, wenn man sie nicht schädigt, wie Herr Riester und die anderen Feinde. Richtig ist, wie Herr Metz schreibt, daß es keine Versicherung ist, sondern eine Kasse, so wie die Krankenkasse.
    Die Höhe der Renten ist aber nicht von der Anzahl der "Versicherten" abhängig, sondern von der Produktivität der Versicherten. Vergleichen sie das mit Landwirtschaft, wenn die Produktivität so wie 1950 wäre, würden wir verhungern, bei der Anzahl in der Landwirtschaft Beschäftigten. Insgesamt gesehen, sind die Aussagen zur "Deutschen Rentenversicherung" eine einzige Lügerei. Die "Deutsche Rentenversicherung"ist das Beste was wir jemals hatten und wird es bleiben, wenn nicht Sozialisten Hand an sie legen.

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