Facebook schluckt WhatsApp Zuckerbergs Mega-Deal ruft Politik auf den Plan

Der Facebook-WhatsApp-Deal alarmiert die deutsche Politik. Die Grünen haben bereits wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet. Die SPD will sich nun für einen schärferen Datenschutz stark machen.
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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg setzt mit dem Kauf von WhatsApp zum ganz großen Sprung an. Quelle: AFP

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg setzt mit dem Kauf von WhatsApp zum ganz großen Sprung an.

(Foto: AFP)

BerlinNach der Übernahme des Mitteilungsdienstes WhatsApp durch Facebook dringt die SPD auf scharfe Datenschutzregeln. „Wir müssen über den politischen Weg ein hohes Datenschutz-Niveau sicherstellen. Es geht um klare Regeln und die Durchsetzung dieser Regeln auch gegenüber internationalen Konzernen, die in Deutschland und Europa agieren“, sagte der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, Handelsblatt Online. Hier seien in den vergangenen Jahren insgesamt zu wenige Anstrengungen unternommen. „Das müssen wir ändern.“

Mit Blick auf WhatsApp regte Klingbeil einen Wechsel des Dienstes an. „Jeder Nutzer sollte sich sehr genau über die Datenschutz-Standards seiner genutzten Apps und Plattformen informieren und sich gegebenenfalls nach sicheren Alternativen umsehen“, sagte der SPD-Politiker. „Wir müssen die Nutzer hier stärker sensibilisieren.“

Das Online-Netzwerk Facebook von Mark Zuckerberg hatte am Mittwoch mitgeteilt, den beliebten Kurzmitteilungsdienst WhatsApp für die stolze Summe von 19 Milliarden Dollar (13,8 Milliarden Euro) zu übernehmen. WhatsApp ermöglicht es, Textmitteilungen, Fotos, Videos und Audiodaten kostenlos übers Internet zu verschicken. Der Dienst hat derzeit nach eigenen Angaben 450 Millionen Nutzer weltweit. WhatsApp soll weiter ein unabhängiges Unternehmen bleiben. Auch für seine Nutzer soll sich zunächst nichts ändern.

Der Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht äußerte wettbewerbsrechtliche Bedenken. „Die EU-Kommission muss prüfen, ob sie ein wettbewerbsrechtliches Verfahren einleitet. Es ist offenkundig, dass Facebook und WhatsApp zusammen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und zu Monopolisten in Europa werden“, sagte der Grünen-Rechtsexperte Handelsblatt Online.

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4 Kommentare zu "Facebook schluckt WhatsApp: Zuckerbergs Mega-Deal ruft Politik auf den Plan"

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  • Die Grünen und die Roten als Moralapostel, usw. Immer nur Gesetze, Einschränkungen, usw.
    Jeder Bürger kann selbst noch entscheiden, ob er Facebook oder Whatsup haben bzw. nutzen möchte.
    Dafür brauche ich nicht die Sitten-,Moralapostel-,Bevormundungsparteien Grüne und die Roten!

  • >>> Brüssel müsse jetzt handeln. Es gebe genügend Anhaltspunkte für eine Wettbewerbsverzerrung. „Facebook und WhatsApp stellen eine ziemliche Bedrohung für ihre Konkurrenz in Europa und die Verbraucher dar“, sagte Albrecht.

    Aha? Finden nicht gerade wegen vergleichbarer Probleme die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen hinter verschlossenen Türen statt? Viele, viele Arbeitsplätze für Europa? Wer´s glaubt....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mich würde ja interessieren, wie viele der so teuer erkauften WhatsApp-Nutzer nicht sowieso ein Konto bei Facebook hatten... Unter diesem Gesichtspunkt ist die Übernahme sicher noch teurer - ein Return on Investment (ROI) ist wohl eher aussichtslos.

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