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Fachkräftemangel Handwerk kritisiert Ausbildungs-Rückgang bei Dax-Konzernen

Der Zentralverband des deutschen Handwerks kritisiert den Rückgang der Ausbildungsquote bei Dax-Konzernen. Dies sei genau das falsche Signal.
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Das Handwerk bildet viele junge Menschen aus. Quelle: dpa
Ausbildung

Das Handwerk bildet viele junge Menschen aus.

(Foto: dpa)

BerlinDer Rückgang der Ausbildungsquote bei den Dax-Unternehmen sorgt weiterhin für Kritik: „In Zeiten eines weiter zunehmenden Fachkräftebedarfs sind alle aufgefordert, sich mehr und ganz sicher nicht weniger um die berufliche Ausbildung zu kümmern“, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) , Holger Schwannecke, dem Handelsblatt. „Sich aus der beruflichen Ausbildung zurückzuziehen, wie es die Mehrheit der Dax-Konzerne tut, ist das genau falsche Signal“, fügte er hinzu.

Es könne auch nicht sein, dass Industriebetriebe in den letzten zehn Jahren „zunehmend ihren Fachkräftebedarf durch neu ausgebildete Handwerker gedeckt haben“, kritisiert der Handwerks-Generalsekretär.

Eine Umfrage des Handelsblatts hatte ergeben, dass Deutschlands Topunternehmen die Ausbildung deutlich zurückgefahren haben. Von 28 Dax-Konzernen ist die Ausbildungsquote bei 19 im Laufe von zehn Jahren zurückgegangen. Erhöht hat sie sich nur bei fünf Unternehmen.

Schwannecke fordert eine generelle „Offensive für die berufliche Bildung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik“. Dabei nimmt er auch die eigenen Klientel nicht aus: „Wenn wir künftig sicherstellen wollen, dass das Handwerk weiter Fachkräfte für die Zukunft ausbildet, müssten auch im Rahmen der geplanten Novelle des Berufsbildungsgesetzes gerade kleine Betriebe im Fokus stehen“.

Noch sei das Engagement des Handwerks für die duale Ausbildung im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen überproportional: „Die Auszubildendenquote in den zulassungspflichtigen Handwerken ist mit rund zehn Prozent noch doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.“  Damit leiste das Handwerk einen zentralen gesellschaftlichen Beitrag und trage zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei.

Allerdings steht dieses Engagement auch im Handwerk massiv unter Druck: Zum einen wegen der demografischen Entwicklung und der erhöhten Studierneigung junger Leute. Zum anderen werbe die Industrie zunehmend junge, vom Handwerk ausgebildet Fachkräfte ab. Das spreche zwar einerseits „natürlich für die hohe Ausbildungsqualität im Handwerk – verstärkt aber andererseits den Fachkräftemangel in den Handwerksbetrieben“, so Schwannecke.  

Auch die Familienunternehmen und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten den Rückgang der Azubi-Quoten in der Mehrheit der Dax-Konzerne zuvor scharf kritisiert - ebenso wie die Bildungspolitiker der Parteien.

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