Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fall Sarrazin Ökonomen attackieren Bundesbank-Chef Weber

Seite 2 von 2:

Für Wirbel hatte in den vergangenen Tagen vor allem die Frage gesorgt, ob das Bundespräsidialamt als Vermittler der Bundesbank die Bedingungen des Sarrazin-Rückzugs diktiert haben könnte. Hochrangige Mitarbeiter der Bank beschreiben die interne Stimmung laut „Welt am Sonntag“ als denkbar schlecht.

Kritik entzündet sich auch an der Tatsache, dass die Politik mit der Berufung Sarrazins die Bundesbank überhaupt erst in eine solche Lage gebracht hat. Das bisherige Verfahren zur Berufung von Vorständen habe das Spitzengremium der Bank "im Grunde zu einem politischen Abschiebebahnhof verkommen lassen", sagte Jürgen Michels, Chefökonom Euro-Zone bei der Citigroup, der Zeitung. "Ziel muss es sein, dass künftig wieder die besten Köpfe auf die Geldpolitik mit einwirken können." In Berlin wird diese Einschätzung geteilt: "Die Bundesbank-Besetzung muss entpolitisiert werden", sagte CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs.

Bisher wird der sechsköpfige Vorstand von Bund und Ländern paritätisch besetzt, wobei das Vorschlagsrecht unter den Ländern rotiert. "Die Ernennung sollte nicht danach gehen, welches Bundesland gerade an der Reihe ist", kritisierte der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums, Wolfgang Gerke. Bedeutung bekommt der Ruf nach einer Entpolitisierung vor allem mit Blick auf die geplante Neuorganisation der Bankenaufsicht. Die Bundesbank könnte noch mächtiger werden, wenn sie künftig, wie von der Bundesregierung geplant, auch die Hoheit über die Bankenaufsicht bekäme.

Aus Expertensicht sollte über Bundesbankvorstände per Ausschreibung entschieden werden. "Über die Entsendung", so Citigroup-Ökonom Michels, "würden dann immer noch Politiker als gewählte Vertreter des Volkes entscheiden, aber der jetzigen Kungelei unter den Bundesländern wäre ein Riegel vorgeschoben."

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Fall Sarrazin - Ökonomen attackieren Bundesbank-Chef Weber

4 Kommentare zu "Fall Sarrazin: Ökonomen attackieren Bundesbank-Chef Weber"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der "engste finanzielle berater" der Kanzlerin ist alles andere als von der Politik unabhängig, und schon aus diesem Grunde denkbar ungeeignet für die Nachfolge Trichets. Dieser Posten erfordert einen vorsichtigen, erfahrenen, diplomatischen banker, der unparteiisch die Finanzinteressen aller Euro-Länder vorurteilslos vertritt. Herrn Weber als EZb-Chef hieße den bock zum Gärtner machen.

  • Weber ist doch nur noch Gruessaugust der FDJ-Propagandasekretaerin in berlin.
    Die Partei, die Partei, die hat immer recht...
    Willkommen in der DDR Release 2.0

  • ich denke, Her Weber hat sich als banbediensteter in die Politik eingemischt und einen Kritiker benachteiligt.

    Dafür muss er seinen Hut nehmen - ohne Rente, Pension o.ä.

    Er hat den bürgern der bundesrepublik Deutschland in erheblichem Umfang geschadet, da er einer Treibjagd der verlogenen Politiker gegen Herrn Sarrazin wesentliche impulse gegeben hat.

  • Welchen Unterschied macht es ob politisch auf ein Ausschreibungsverfahren Einfluss genommen wird oder die Länder ihre politischen Muskel spielen lassen? Absolut keinen. im derzeit gültigen ökonomischen Modell verkommt das Gerede um eine unabhängige Zentralbank zu einer lächerlichen Politshow. Das keynesianisch Wirtschaftsmodells bregründet sich in seinen zentralen Punkten auf die staatliche Einflussnahme in bereiche der privaten Wirtschaft. Eine wirklich unabhängige Geldpolitik frei von politischer beeinflussung ist unter diesen Umständen nicht möglich.

Serviceangebote