Familienfreundlichere Bundeswehr Grüne kritisieren von der Leyens Vorstoß

Mehr Teilzeit, weniger Versetzungen: Die Verteidigungsministerin will den Soldaten das Leben erleichtern. Viele finden das gut, von der Opposition kommt aber auch Kritik.
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Familienfreundlicher Arbeitgeber Bundeswehr?

BerlinDer Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner mahnt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Finanzierbarkeit ihrer geplanten Attraktivitätsoffensive für die Bundeswehr zu sichern. „Die Umsetzung der Maßnahmen wird viel Geld kosten, das bislang nicht im Verteidigungshaushalt zur Verfügung steht“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Montagausgabe). „Die Ministerin muss sagen, wie sie das finanzieren will.“

Allein ein flächendeckendes Kita-Angebot würde eine zweistellige Millionensumme erfordern, schätzt der Grünen-Politiker, der auch im Haushaltsauschuss der Bundestags sitzt. Für flexiblere Arbeitszeiten sei zudem die Einstellung zusätzlichen Personals notwendig.

Dagegen hatte neben dem Koalitionspartner SPD auch der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus die Initiative begrüßt. Gerade weil der Militärdienst immer auch von persönlichen Härten geprägt sei, müsste das Möglichste getan werden, um das Arbeitsumfeld familienfreundlich zu gestalten, sagte der Freidemokrat dem „Handelsblatt“ (Montag).

Von der Leyen bekräftigte ihren Vorstoß für familienfreundlichere Bedingungen in der Bundeswehr und verteidigte ihn gegen Kritik. „Natürlich ist der Soldatenberuf kein Beruf wie jeder andere“, sagte die CDU-Politikerin am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Bei Kampfeinsätzen wie in Afghanistan gebe es keine Teilzeit. „Aber im Grundbetrieb (...), da müssen die Rahmenbedingungen optimal sein.“

Von der Leyen wies darauf hin, dass auf einen Soldaten in Afghanistan 35 Soldaten zu Hause kämen, die zum Beispiel für Logistik, Technik und Sanitätswesen zuständig seien. „Wir haben keine Wehrpflicht mehr. Niemand muss zur Bundeswehr, sondern alle kommen freiwillig. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, wie bei allen anderen Berufen auch“, sagte die Ministerin.

Künftig sollen Soldaten nach dem Willen der Ministerin ganz selbstverständlich Teilzeitmöglichkeiten nutzen können, etwa die Option einer Drei- oder Viertagewoche in einer Familienphase, ohne Karriererückschritte. „Ich denke auch an Lebensarbeitszeitkonten, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können, sei es für die Betreuung von kleinen Kindern oder alter Eltern“, hatte sie in der „Bild am Sonntag“ erklärt. Die häufigen Versetzungen der Soldaten will von der Leyen auf das Notwendige begrenzen. Als eine der ersten Maßnahmen plant von der Leyen den Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen. Für die Betreuung in Randzeiten sollte stärker mit flexiblen Tagesmüttern gearbeitet werden.

  • tho
  • dpa
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12 Kommentare zu "Familienfreundlichere Bundeswehr: Grüne kritisieren von der Leyens Vorstoß "

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  • Ich halte den Vorstoß von Frau von der Leyen aus noch ganz anderen Gründen für nicht realistisch. Wie soll das im Ernstfall aussehen? "Ich kann jetzt nicht, bin gerade am Stillen", oder was?
    Man kann doch die Bundeswehr, vor allem, wenn es Soldaten betrifft, die jederzeit einsatzbereit sein sollen, nicht mit einem X-beliebigen Unternehmen vergleichen, in dem solche Strukturen vielleicht möglich sind.

  • @ N_K „Es soll auch schon Rohrkrepierer gegeben haben,...“

    Bei einem Schleudersitz wird nicht geschossen, erst recht nicht bei politischen. Die Bedienung des „roten Knopfes“ besorgt im Regelfall der Amtsinhaber selbst, die Opposition oder die Neider der eigenen Fraktion. Rohrkrepierer gibt es in der Politik sehr viele, man betrachte alle Parlamente in D. Die meisten Abgeordneten erfüllen die Kriterien, der Leidtragende ist zwar kein Schütze aber Wähler und dem ist offenbar noch nicht genug politischer Unfug um die Ohren geflogen. Zudem scheint Frau vdL die BW mit der Heilsarmee zu verwechseln.
    @ Redaktion, was gibt es an diesem Beitrag auszusetzen? Der politische Weg eines Verteidigungsministers hat bisher in den meisten Fällen ein vorzeitiges Ende genommen, die, die die volle Amtszeit absovierten können an einer Hand abgezählt werden. Frau vdL wird nicht dazu gehören.

  • Bei einer insgesamt zurückgehenden Bevölkerungsentwicklung (trotz Zuwanderungen) muss sich die Bundeswehr sicherlich dem Wettbewerb um geeignete Soldaten / Soldatinnen stellen. Dami ist das mittel- und langfristige Ziel doch i.O. - die Umsetzung wird natürlich problematisch werden - aber kein Ziel setzen wäre wohl sträflich ..

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wo bleiben die Antworten auf nicht legitimierte Einsätze außerhalb der Natoländer? Auf die Morde in Afghanistan? Auf das unnütze Geldverschleudern? Auf die traumatisierten Soldaten und die leidenden Familien? Auf funktionierende Ausrüstung? Die Bundeswehr und deren Innenaufgaben ist kein Kita-Spielplatz! Leyen dürfte wohl total überfordert sein, die komplizierten Fragen zu beantworten. Sie wird wohl an ihrem Schleudersitz scheitern.

  • Demnächst dürfen die Kleinen zusammen mit Mama den Papa am Arbeitsplatz besuchen. Und zu Ostern dürfen sie dann Eierhandgranaten suchen.

    Bis auf heiße Luft hat die Von der Leyen doch noch nie was produktives hervorgebracht.
    Die Bundeswehr braucht keine KITAS sondern, neue Panzer, Drohnen, Flugzeuge und besseres Material für unsere Jungs wenn sie schon in aller Herren Länder geschikt werden.
    Wollen wir hoffen das wir die Bundswehr in den nächsten Jahren nicht brauchen, weil so langsam bekommt man das Gefühl das uns dieser Verein nicht mal gegen Lichtenstein verteidigen könnte.

  • Da stehen Frau von der Leyen noch grosse Aufgaben bevor. Z.B. unbedingte Aufgabe der Uniformierung der Truppe. Steht das doch im krassen Gegensatz zum freien Willen der Selbstverwirklichung.
    Sollten die Russen kommen haben wir eine reale Chance nicht komplett überrollt zu werden, da sich die russischen Soldaten wohl totlachen werden wenn sie unsere "Jungs" im Tütü übers Schlachtfeld trippeln sehen.

  • Kommt demnächst das Politik-Ziel "Vereinbarkeit von Familie und Kriegsführung"? Unsere jeweiligen Regierungen arbeiten vorwiegend daran, die politische Satire überflüssig zu machen.

  • Ich frage mich immer wieder WIE Ministerposten verteilt werden, werden da Nummern aus einem hut gezogen ? Da kann ich nur sagen: Schuster bleib bei Deinen Leisten !

  • "Grüne kritisieren von der Leyens Vorstoß"

    Man braucht nicht farblich angehaucht zu sein, um den ganzen Schwachsinn widerlich zu finden. Immer mehr Auslandseinsätze einer ursprünglich nur zur Verteidigung installierten Armee zu forcieren und gleichzeitig etwas von "familienfreundlich" zu faseln ist schon ein starkes Stück. Wie vereinbaren sich denn Tote und Verletzte mit Familienfreunlichkeit? Oder werden künftig nur noch Schokoladenkugeln geworfen? Dann kann Papa (oder Mama) sie künftig einsammeln und den Kindern als Souvenir nach hause mitbringen.

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