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Familienpolitik Zu viel Geld für wenige Kinder

Die Deutschen bekommen immer weniger Nachwuchs. Gleichzeitig gibt der Bund aber immer mehr Geld für die Familienpolitik aus. Wirtschaftsverbände kritisieren diese „in jeder Hinsicht kontraproduktive Geldleistung“.
07.07.2012 - 08:55 Uhr 25 Kommentare
Die Familienpolitik von Kristina Schröder stößt auf Kritik - auch in ihrer eigenen Partei. Quelle: dapd

Die Familienpolitik von Kristina Schröder stößt auf Kritik - auch in ihrer eigenen Partei.

(Foto: dapd)

Berlin Die Familienpolitik ist ein großes Rätsel - groß in jeder Hinsicht. Eine Übersicht des zuständigen Ministeriums listet auf zehn eng bedruckten Seiten insgesamt 152 Leistungen auf: vom Kindergeld über Mehrbedarfszuschläge für arbeitslose Alleinerziehende bis zur Schwangerenberatung. Das alles lässt sich der Staat jährlich 195,2 Milliarden Euro kosten.

Diese Zahl stammt allerdings von 2009 - neuere Daten gibt es wegen der schwer erfassbaren Vielfalt noch nicht. Gesichert ist aber: Allein seit 2006 hat sich die Summe um 14,4 Milliarden Euro erhöht. Und alles spricht dafür, dass der Trend weiter nach oben weist. Schon deshalb, weil 2013 das umstrittene Betreuungsgeld mit künftig bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr starten soll.

Ein anderer Trend weist dagegen verblüffend klar nach unten: der Trend der Geburten in Deutschland. Nach den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts wurden hierzulande im vergangenen Jahr 662 712 Kinder neu geboren. Das sind 2,2 Prozent weniger als 2010 und so wenige wie noch nie. Zwar drückt der demografische Wandel auf den Geburtentrend. Auch soll Familienpolitik nicht allein die Bevölkerungszahl hochtreiben. Doch dass Ausgaben und Geburten so auseinanderlaufen, liefert in Zeiten, in denen die Wirtschaft vor wachsendem Fachkräftemangel warnt, neuen politischen Zündstoff.

Deutschland

Bevölkerungssaldo


Es sei „offensichtlich, dass die milliardenschwere Familienförderung nicht dazu führt, dass mehr Kinder geboren werden“, moniert der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer. „Daher sollten alle familienpolitischen Maßnahmen mittelfristig auf den Prüfstand.“ Es gehe darum, Parallelförderungen „zu straffen oder zu bereinigen“. Noch deutlicher zeigt CDU-Wirtschaftsexperte Andreas Lämmel seine Distanz zum CSU-Projekt Betreuungsgeld: Vor der Einführung neuer familienpolitischer Leistungen sollte geprüft werden, ob die bestehenden Ausgaben „einen Anreiz zur Familiengründung darstellen oder wirkungslos verpuffen, aber die öffentlichen Haushalte belasten“.

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    Dass Deutschland beim Geld für den Nachwuchs nicht knausert, belegt auch die Industrieländerorganisation OECD: Ein durchschnittliches Kind erhält vom Staat bis zum 18. Lebensjahr 146 000 Euro Unterstützung - 18 Prozent mehr als im OECD-Schnitt. Noch weiter liegt Deutschland vorn, misst man den Anteil der speziell an Eltern gerichteten Leistungen am Bruttoinlandsprodukt - dann hat es mehr als 30 Prozent Vorsprung. Doch auffallend knauserig ist Deutschland in genau einem Punkt: Es gibt im Vergleich weit weniger Geld für Schulen, Kindergärten und Krippen aus.

    „Familienpolitik verfehlt Ziele“
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    25 Kommentare zu "Familienpolitik: Zu viel Geld für wenige Kinder"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Das alles lässt sich der Staat jährlich 195,2 Milliarden Euro kosten."
      Ja,der Staat ist ja auch saudämlich. Erst raubt er den Familien die Zeit, dann läßt er die Sorgen durch die Tür hinein, wundert sich,daß die Liebe aus dem Fenster fliegt und bezahlt dann noch den "Glaser". Die Kinder,falls vorhanden, knallen durch, kommen in die Psychiatrie und dienen dort der Pharmaindustrie als Laborratten. Am "humanen Mengele" kann man sich krumm und blöd verdienen!
      Die Alternative zum Nulltarif:

      http://www.bps-niedenstein.de/content/view/166/2/

    • Fiananzielle Leistungen haben nur einen sehr geringen Einfluss auf die Geburtenrate. Die Länder, die Kinderbetreuung finanziell fördern haben hingegen auch deutlich höhere Geburtenraten, sagt Prof. Dr. Wolfgang Wiegard http://www.atkearney361grad.de/2012/07/17/finanzielle-forderung-von-familien-3/

    • korrekt

    • wie Sie selber wissen, wissen Sie nicht von Sie reden

    • Ausbau der Kinderkrippen

      In den 80er Jahren konnte ein Familienvater seine Familie in der Regel alleine ernähren. Man brauchte keine Grippen.

      Heute können Vater und Mutter die Kinder nur noch ernähren, wenn beide arbeiten. Dafür gibt es dann "Krippen" = Aufbewahrungsanstalten für kleine Menschen. Dort bekommen die Kleinen dann zwar keine Liebe aber dafür eine stringente Ausbildung zum Systensklaven.

      Das ist der Erfolg der Arbeit unserer Politiker.

    • ""Ein durchschnittliches Kind erhält vom Staat bis zum 18. Lebensjahr 146 000 Euro Unterstützung """

      mir kommt gerade eine andere, aber geniale Idee als Kinderlose:

      diese o.g. Summe darf man nicht kleckerweise verteilen, sonst bemerkt ja keiner, dass er beschenkt wird.

      Geldgeschenke gibt man immer bar auf die Kralle - bei 100 000 euro könnten sich die Familien gleich eine Menge leisten -- das sollte als Anreiz pro Kind genügen -- heute legt man ja auch Wert auf viel Platz - das könnte einen wahren Bauboom auslösen.

      also bei so hoher Summe könnt man als Kinderlose Person glatt schwach werden.

    • Gut auf den Punkt gebracht..
      Irgendwann hab ich meine Altvorderen verstanden,das
      früher manches wenn auch schwerer(siehe Wäsche waschen..:-)so doch leichter war..
      Aber das es sich in den fünfzigern um meine Oma mit
      den 5 Kindern handelte und nicht um meine Mutter,haben
      sie durcheinander gebracht.Diese wurde erst Mitte der siebziger mit mir gestraft..:-))

    • Da sich in DE die Löhne denen Afrikas anzugleichen scheinen werden wir hier sicherlich auch bald eine Geburtenrate von 40 - 50 haben.
      Wer übernimmt den Verantwortung für mich, Leiharbeit Teilzeit Befristung, was soll das,
      der deutsche Bürger soll nur so als Lust und ohne Verstand Kinder in diese Welt setzen.
      Nicht nur unsere Mütter, nein auch unsere Väter sind Helden, weil sie es schaffen in dieser Gesellschaftsordnung auch noch Kinder groß zu ziehen.
      Was diese erwartet, vielleicht ein Minnijob oder als Leiharbeiter oder Paketsklave bei DHL???
      Nein liebe Politiker so wird das wohl nichts!!!

      Mit freundlichem Gruß

    • Zur damaligen Zeit war die Abgeabenlast deutlich niedriger, viele nicht monetäre Leistungen blieben außen vor.
      Heute hat der Staat sich in immer mehr Bereiche hineingedrängt, manchmal der Ideologie wegen, meistens aber um Einnahmen für eine wachsende Bürokratie zu generieren. Mit all diesen Problemen musste sich ihre Mutter nicht herumschlagen und vor allem war es nicht erforderlich, das sie bei jedem Kind die Mängel von Unterricht ausgleichen musste, für 5 Kinder zu 5 unterschiedlichen Zeiten Essen machen musste, für die gesellschaftliche Teilhabe Zusatzaufwendungen zu tätigen, weil sonst ihre Kinder gemobbt worden wären. Ständig genötigt zu werden, für Dieses oder Jenes in der Schule einen finanziellen Beitrag zu leisten. Wegen der Zentralisierung bei den Schulen Fahrkosten oder Transport zu sichern, viele Vorsorgeuntersuchungen zu terminieren,
      Freizeitaktivitäten zu steuern, weil einfaches spielen auf der Strasse kaum noch möglich oder zu gefährlich ist.
      viele Freizeitangebote aus wirtschafltichen gründen heute komerzialisiert sind, wofür sie früher gar kein Geld ausgeben mussten.

      Natürlich können sie sich davon teilweise abkoppeln, aber nur u mden Preis gesellschaftlichen Aussenseitertums.
      nicht zuletzt die Erkenntnis, das zwar die Kinder ein vielfaches der Rente, die ihre Mutter bekommt verdienen, aber andere Leute, die mehr Zeit für ihren Job hatten, diese bekommen, auch weil sie keine Kinder hatten.
      Die Leute sind doch nicht blöde, auf Dauer haben sie keine Lust für andere zu arbeiten und genau das passiert bei der Kindererziehung in Deutschland neben alle den üblichen Belastungen, die Kinder sowieso bedeuten.

      H.

    • Sie haben zwar Recht, aber es gibt auch Möglichkeiten dazwischen. Leider werden aber Frauen entweder ins Klischee der Karrierezicke oder dem Heimchen hinterm Herd gedrängt. Wobei vor allem diese Feindbilder die Wahrnehmung beherrschen. Die Realität sieht aber anders aus. Das Problem liegt darin, das unsere materialistische geprägte Gesellschaft kaum noch Möglichkeiten dazwischen lässt. Dabei sind die Karrierfrauen, wie Schröder oder von der Leyen, oder auch Hannelore Kraft, Frau Schwesig oder die Grünen Trullas noch die schlimmsten Hindernisse, weil sie ein Modell propagieren, das am Ende nur mit hohen Einkommen und frei bestimmbarer Zeit realisierbar ist, das für 90% aller Fauen (auch Männern) unerreichbar bleiben wird.
      Damit wir durch dieses moderne Frauenbild letztlich nur der Machtanspruch großbürgerlicher Frauen befriedigt, die anders als in der Arbeiterschaft, tatsächlich früher nichts zu melden hatten, außer verheiratet zu werden und die Frau an "seiner" Seite zu sein.
      allen Modernisierungen ist zu dem zueigen, dass sie die Betroffenen zur "Besserung" zwingen wollen, freie Wahl existiert defacto gar nicht.
      Das hindert Frauen an der eigenen entfaltung sehr deutlich, was der Grund ist, warum selbsat manche länder die gar nicht fördern, bessere Quoten haben.
      Deutschland ist ein Land der Bevormundung, was eben keine Freiräume schafft für neue und eigene Wege.
      Schließlich gilt es den Besitzstand derjenigen, die schon mal Erfolg hatten zu schützen, egal ob das wirklich gerechtfertigt ist oder nicht.

      H.

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