FDP-Fraktionschef „Eurobonds sind Zinssozialismus“

In einem Interview hat sich FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle mit klaren Worten gegen gemeinsame Anleihen in der Euro-Zone ausgesprochen. Dass erfolgreiche Länder für Sünder zahlen, sei „mit uns nicht zu machen“.
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Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Rainer Brüderle. Quelle: dpa

Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Rainer Brüderle.

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BerlinFDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat die Einführung der vom französischen Präsidenten François Hollande geforderten gemeinsamen europäischen Staatsanleihen kategorisch ausgeschlossen.

„Eurobonds sind Zinssozialismus, den Deutschland und andere erfolgreiche Länder teuer bezahlen müssten“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. „Das ist mit uns nicht zu machen.“

„‚Savoir-vivre‘ kann nicht heißen, dass nur wenige zahlen und alle genießen. Wir sollten auf die richtige Wachstumspolitik setzen. Dann ließe sich Hollandes Wunsch nach Wachstum mit unserer deutschen Stabilitätskultur zusammenführen“, betonte Brüderle.

Um Wachstum zu stimulieren, ohne neue Schulden zu machen, schlug Brüderle einen europäischen Arbeitsmarkt vor. „Deutschland hat zu wenige Auszubildende, Frankreich und Spanien eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Da können wir anbieten, Jugendlichen aus Frankreich oder Spanien eine Ausbildung in Deutschland zu geben“, sagte der FDP-Fraktionschef. „Das hilft den jungen Menschen, und es hilft dem Standort Deutschland.“

Brüderle warb eindringlich für Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als neuen Chef der Eurogruppe. „Wolfgang Schäuble ist ein hervorragender Fachmann und ein herausragender Europäer. Er ist in ganz Europa hoch anerkannt.“

Und was die angebliche Ablehnung der Franzosen betreffe, werde man erst nach der Parlamentswahl am 17. Juni wissen, „was taktische Spielchen der Franzosen waren und was nicht“.

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70 Kommentare zu "FDP-Fraktionschef: „Eurobonds sind Zinssozialismus“"

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  • Von Importbeschränkungen keine Rede, nur uneingeschränkte aber ausgeglichene Ein- und Ausfuhren.
    Keine Überschuldung dadurch.
    Es ist doch einfach zu verstehen, oder?
    Das sollte sogar einem deutsch-national möglich sein!

  • Wenn die Eurobonds einführen werden Politiker "aufgeknüpft". Wenn nicht von anderen dann von mir!


  • Wo wenig Sachverstand vorliegt, zeigt sich in den weiteren Ausführungen. Ich gratuliere Ihnen zu der gelungenen Eigencharakterisierung.

  • Griechenland hat ein Bruttosozialprodukt von ca 30,000 Euro pro Person.
    Wohingegen das Deutsche nur um ca 5000 darüber liegt.

    www.welt-auf-einen-blick.de/wirtschaft/bsp-pro-kopf.php

    Leider habe ich keine genaueren Zahlen.
    Bei der Staatsverschuldung ist aber am Diagramm deutlich zu erkennen dass wir uns mehr oder weniger nur seitwärts bewegen.
    www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=staatsverschuldung#!ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de:nl:fr:es:el&ifdim=country_group&hl=de&dl=de&ind=false

    Villeicht habe ich ja was mit den Augen und kann keine Diagramme lesen. Aber sollte der Herr Alexis Tsipras mit seiner Drohung wahr machen und nichts zurück bezahlen wollen.
    Dann stellt sich nur eine Frage.Wie wird er das alles finanzieren wollen, weil er wird vorraussichtlich von niemanden mehr Geld, egal welche Währung, bekommen.

  • Brüderle: Dass erfolgreiche Länder für Sünder zahlen, sei „mit uns nicht zu machen“. (Zitat)

    In den bereits gemachten „comments“ wurde bereits hingewiesen. De facto sind wir bereits in diesem „Ringelspiel“ schon fest integriert. Rettungsschirme, ESM , eingelagerte griechische bad-papiere der EZB usw. sind bereits auf Risiko der Steuerzahler im Euroraum längst durchgeführt worden. Brüderle bzw. die FDP hätte da schon viel früher die Stimme erheben sollen. Der obengenannte Satz – „mit uns nicht zu machen“ drängt den Eindruck auf, man könne alles noch „retten“. Aber das Schuldenaufkommen der Vergangenheit haben wir bereits „ sicher in der Tasche“, da hilft auch kein Brüderle mehr. Die jetzt von Frankreich propagierten Euro-Bonds ( alle haften eventuell nur für einen, d.h. Griechenland)– ist nur ein „ Nachschuss“, um das bestehende System der bereits hinausgeworfenen Euros an bestimmte Staaten die nächsten einfacher „nachschmeißen“ zu können.

  • die E U ist zu einem Erpressungsverein auf Gegenseitigkeit mutiert.
    Was mit der Währung abläuft ist “ Wechselreiterei “ zu Lasten Deutschlands .
    Wer 2+2 zusammenzählen kann weiß, daß so unterschiedlich leistungsfähige Volkswirtschaften auf Dauer nicht in einer Gemeinschaft zu halten sind.

  • Exportnation ?
    Das Argument sticht nicht. Wenn wir unseren Export über Eurostützung erhalten müssen, dann können wir ja gleich unsere Produktionen mit eigenem Geld zurückkaufen.
    Oder empfehlen Sie einem Gastwirt “ Umsatzerhöhung durch mehr Freibier “ zu generieren ?

  • Hallo margrit1788, ich bewundere Ihre mutigen Kommentare !
    Haben Sie keine Angst, daß demnächst um 5,-h der Staatsschutz bei Ihnen klngelt und Sie in Guantanamo aufwachen ?

  • Hallo margrit1788, ich bewundere Ihre mutigen Kommentare !
    Haben Sie keine Angst, daß demnächst um 5,-h der Staatsschutz bei Ihnen klngelt und Sie in Guantanamo aufwachen ?

  • Mich erinnern die Parolen zur Eurorettung an die Parolen der Nationalsozialisten , die zwar auf dem Rückzug waren aber immer noch vom Endsieg und Glück im Osten träumten.
    Die Frage ? Sind die Parlamentarier für uneingeschränkte Haftung Deutschlands ?
    Haften die Parlamentarier mit Ihren Pensionen für das was schiefgeht ?
    Hier sollten die Parteien auf Leute hören , die Sachverstand haben und nicht an ihren EU-Posten kleben.

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