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FDP-Herbstklausur Rückhalt für Rösler schwindet

Um Philipp Rösler wird es einsam. Zur Herbstklausur der FDP in Mainz sorgt Hans-Dietrich Genscher mit einem Interview für Aufsehen. Darin lobt er Lindner und Kubicki, verliert aber kein Wort über den Parteichef.
05.09.2012 - 18:20 Uhr Kommentieren
FDP-Chef Philipp Rösler kämpft um seine Autorität in der Partei. Quelle: dapd

FDP-Chef Philipp Rösler kämpft um seine Autorität in der Partei.

(Foto: dapd)

Berlin Für FDP-Chef Philipp Rösler kommt es wieder einmal knüppeldick. Dass sich sein Generalsekretär Patrick Döring in der Debatte über den Umgang mit gestohlenen Steuer-CDs öffentlich gegen Parteifreundin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gestellt hat, versetzt viele in der FDP in Rage. Jetzt holt pünktlich zur Herbstklausur der Bundestagsfraktion der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher zum nächsten Schlag aus.

Was der 85-Jährige in einem Interview des „Bonner General-Anzeigers“ sagt, wirkt wie ein Affront gegen Rösler. Genscher verlangt mehr Kante von seiner Partei, lobt Christian Lindner in Nordrhein-Westfalen („Imponiert mir“) und Wolfgang Kubicki in Schleswig-Holstein, die gezeigt hätten, „dass man mit einem klaren politischen Profil gegen einen vermeintlichen Trend erfolgreich sein kann“. Dann bringt er Fraktionschef Rainer Brüderle in Stellung: „Er ist ein absoluter Trumpf für die Partei und gewinnt zunehmend an Gewicht für die liberale Sache.“

Den Parteichef klammert der immer noch einflussreiche Altliberale schlicht aus. Wie gefährlich das für Rösler werden könnte, lässt sich daran ermessen, dass Genscher nach Angaben aus Parteikreisen seit Wochen hinter den Kulissen Gespräche über die Zukunft der FDP führt. Er sei empört darüber, auf welche Weise Rösler versucht habe, aus der Euro-Krise parteipolitisch Kapital zu schlagen, heißt es.

Schon Anfang August hatte Genscher im „Tagesspiegel“ geschimpft, in der Debatte über den Eurorettungskurs werde viel Blech geredet - „neonationalistisches dazu“. Kurz zuvor hatte Rösler erklärt, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone habe für ihn längst seinen Schrecken verloren.

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