FDP in Not Eine Partei in Auflösung

Die Liberalen in der Krise: Generalsekretär Lindner kündigt den Dienst auf und bringt seinen Parteichef unter Druck. Dessen Kumpel Patrick Döring soll die Parteizentrale managen. Aber wie lange kann sich Rösler halten?
Update: 15.12.2011 - 01:14 Uhr 19 Kommentare
FDP-Chef Philipp Rösler stehen harte Zeiten bevor. Quelle: dapd

FDP-Chef Philipp Rösler stehen harte Zeiten bevor.

(Foto: dapd)

BerlinDer designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. Die FDP befinde sich „in einer schwierigen Lage“ und brauche nun „Stabilität und Solidität“, sagte Döring am Mittwoch in den ARD-„Tagesthemen“. Zur Debatte um den umstrittenen Mitgliederentscheid zum Eurorettungsmechanismus ESM sagte Döring, dieser sei bereits dadurch, dass er stattgefunden habe, „ein Gewinn und ein Erfolg“. Der bisherige FDP-Generalsekretär Christian Lindner war am Mittwoch überraschend von seinem Amt zurückgetreten.

Lindner wollte sich die Watschen für den FDP-Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungskurs wohl nicht mehr abholen. Am Mittwochmorgen, 9.00 Uhr, zwei Tage vor Bekanntgabe des Ergebnisses, teilte der FDP-Generalsekretär seinem Parteichef Philipp Rösler mit, dass er die Brocken hinschmeißt. Für Rösler kam der Rücktritt offensichtlich völlig überraschend. Aber er dürfte dann doch ziemlich schnell erkannt haben, was das bedeutet. Die „Boygroup“ aus Lindner, Rösler und Daniel Bahr, die angetreten war, um die FDP nach der Ära Guido Westerwelle zu retten, ist gerade auseinandergebrochen.

FDP-Chef Philipp Rösler (links) stellt Patrick Döring als neuen Generalsekretär der Liberalen im Thomas-Dehler-Haus in Berlin vor. Quelle: dpa

FDP-Chef Philipp Rösler (links) stellt Patrick Döring als neuen Generalsekretär der Liberalen im Thomas-Dehler-Haus in Berlin vor.

(Foto: dpa)

Zugleich steht Rösler verstärkt in die Schusslinie, auch wenn er bereits am Abend mit Patrick Döring einen neuen Generalsekretär vorstellen konnte. Nach Ansicht der Opposition befindet sich die Partei im freien Fall. Lindners Rücktritt wird nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel keine Auswirkung auf die schwarz-gelbe Koalition haben. Sie glaube, „dass wir in der Regierung völlig unbeschadet davon zusammenarbeiten können.“

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum forderte auch Röslers Rücktritt. Die Partei sei in „Lebensgefahr wie nie zuvor“. Das verlange radikale Entscheidungen, sagte er dem Sender „Phoenix“. Andere in der Partei äußerten Zweifel, ob und gegebenenfalls wie lange der 38-jährige Rösler an der Spitze zu halten sein werde. Lindners Rücktritt könne eine Art Kettenreaktion auslösen.

„Die Partei ist in einer sehr schwierigen Situation“, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die Opposition reagierte mit Häme auf die Situation der Liberalen. „Die FDP steht vor dem Verfall, und der hat einen Namen: Philipp Rösler“, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.

Die FDP-Führung schäumt
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19 Kommentare zu "FDP in Not : Eine Partei in Auflösung "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die FDP wird sich auflösen, jedoch als Apothekerschutzvereinigung e.V. weiter präsent bleiben.

  • @ roadrunner

    Die Linken sind die Einzigen im ganzen Bundestag die Klartext reden. Hören Sie sich die Reden von Wagenkencht und Co einmal an - dann werden Sie feststellen, dass die Linken die Probleme und die Verursacher beim Namen nennen.

    Auch wenn sie (vielleicht) noch keine gangbare Lösung parat haben (die wird ohnehin nur auf europäischer Ebene zu finden sein), ist das ein himmelweiter Fortschritt gegenüber den Luftblasenproduzenten und Milliardärsgünstlingen der angeblichen christlichen Union.

  • @ realist

    Ich bin der Ansicht, dass das nicht der Auslöser für den Untergang der FDP war/ist.

  • Die Partei, Ihre Ziele und Vorstellungen und auch die Personen sind irgendwie anachronistisch. Sie sollte sich tatsächlich auflösen - niemand braucht die FDP.

  • This party is a joke. Rösler as minister of economics??? He has not been trained in economics or finance for a single minute. No wonder he's not allowed to comment on the most serious economic problems Europe is facing. A foreign minister who is not adequately familiar with the English language, but with a strong touch of arrogance? It's not just the party that's in trouble, it's the coalition. With this kind of German government, there will be no Euro two weeks from now.

  • Man mag zu Rösler stehen wie man will, er war das letzte Aufgebot und er ist gut beraten, zu gehen bevor der letzte sagt, gut.

    Gewinnen kann er schon vorher nichts mehr. Was wirkliche Freunde sind, sollten es ihm auch vorher klar machen.

  • Wer z. B. in der Apotheke arbeitet und täglich die Auswirkungen der Arbeit des ehem. Gesundheitsministers Rösler hautnah miterleben darf, der weiß, das dieser Mann schon recht früh seinen Job verfehlt hat !

  • Die Defizite Guido Westerwelle´s liegen nicht in seinen sexuellen Präferenzen, die hat er sich ja nicht ausgesucht, sondern in seiner kompromisslosen, intellektuellen Unfähigkeit. Wäre er klug, hätte er das herausragende Amt des Aussenministers, aufgrund seiner sexuellen Neigung und der Haltung in dieser Welt eben dazu, nicht angenommen. Guido Westerwelle ist aber nicht klug, er ist bestenfalls clever.

    Die FDP als Partei ist meiner Meinung nach beendet. Die Piraten, die ich nicht wählen werde, wissen wenigstens das Sie keine Ahnung haben, allein das macht sie schon besser als die FDP.

  • Die FDP wird sich als Partei auflösen, allerdings als Apothekerschutzvereinigung e.V. weiter bestehen bleiben.

  • der Vorsitzende und Generalsekret-Abscheider einer Partei die nach allen Seiten offen ist, koennen nicht ganz dicht sein!
    MEHR NETTO vom BRUTTO....

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