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FDP Koalition soll sich für E-Fuels einsetzen

Die Große Koalition tut sich schwer, eine Position zu synthetischen Kraftstoffen – den sogenannten E-Fuels – zu beziehen. Nun will die FDP nachhelfen.
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E-Fuels werden mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid hergestellt. Es handelt sich um sogenannte „synthetische Kraftstoffe“. Quelle: dpa
E-Fuels

E-Fuels werden mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid hergestellt. Es handelt sich um sogenannte „synthetische Kraftstoffe“.

(Foto: dpa)

Wer Vertreter der Großen Koalition danach fragt, wie sie zu E-Fuels stehen, bekommt unterschiedliche Antworten. Begeisterung für synthetische Kraftstoffe, die auf der Basis von Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden, ist allerdings meist nicht zu spüren.

Die FDP-Fraktion im Bundestag will jetzt für klare Verhältnisse sorgen. Der Bundestag soll die Bundesregierung auf Antrag der FDP dazu auffordern, sich im Rahmen der derzeit laufenden Trilog-Verhandlungen zur CO2-Flottenregulierung für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge in Brüssel dafür einzusetzen, dass E-Fuels bei der Berechnung der CO2-Emissionen mitberücksichtigt werden.

Bislang ist das nicht der Fall. Nach den bisherigen Plänen werden lediglich Elektrofahrzeuge emissionsmindernd angerechnet.

„Die einseitige Fokussierung der Politik auf die E-Mobilität ist völlig absurd. Für mehr Klimaschutz im Verkehr brauchen wir echte Technologieoffenheit“, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Lukas Köhler, der den Antrag gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen Martin Neumann und Frank Sitta eingebracht hat, dem Handelsblatt.

Die aktuell vorgesehene Elektroquote verhindere Fortschritte bei anderen klimafreundlichen Technologien. „Für wirksamen Klimaschutz muss sich die Bundesregierung in den Trilog-Verhandlungen für die Anrechenbarkeit von synthetischen Kraftstoffen auf die Flottengrenzwerte einsetzen“, sagte Köhler. „Unterstützung erwarte ich mir insbesondere von der Union, die in der Verkehrsministerkonferenz einem Antrag zur Anrechenbarkeit synthetischer Kraftstoffe aus dem FDP-geführten Ministerium in Schleswig-Holstein zugestimmt hat“, sagte er. „Am sinnvollsten wäre allerdings ohnehin, den Verkehr endlich in den EU-Emissionshandel aufzunehmen, womit solche Diskussionen überflüssig wären“, so der FDP-Politiker.

Der Antrag der FDP nimmt ausdrücklich Bezug auf das Vorbild Schweiz. Dort ist die Anrechnung von E-Fuels auf die CO2-Minderungsziele möglich. Hersteller und Importeure müssen dazu Nachweise vorlegen, aus denen hervorgeht, welche Menge solcher Treibstoffe ihnen ein E-Fuel-Hersteller zurechnet.

E-Fuels können so ziemlich alles, was in der Energiewelt wichtig ist: Autos, Lastkraftwagen, Schiffe oder Flugzeuge antreiben, Heizkessel oder Kraftwerksturbinen befeuern. Auch als Rohstoff in der Industrie sind sie einsetzbar.

E-Fuels sind gasförmige oder flüssige Kraftstoffe (Wasserstoff, Methan, synthetische Otto- und Dieselkraftstoffe inklusive Kerosin), die auf der Basis von Strom hergestellt werden. Dahinter stecken Technologien, die auf dem erprobten Verfahren der Elektrolyse basieren. Wenn der Strom, der für die Elektrolyse benötigt wird, aus erneuerbaren Quellen stammt, entstehen klimaneutrale Kraftstoffe.

Der große Nachteil der E-Fuels: Die Umwandlung von Strom in Kraftstoff kostet Energie. Die direkte Stromnutzung ist wesentlich effizienter.

Doch dieser Nachteil wird durch einige Vorteile aufgewogen. Batterien etwa scheiden in bestimmten Anwendungsfällen aus, etwa im Schwerlastverkehr, in der Luft- und Seeschifffahrt. E-Fuels sind in diesen Fällen die einzige CO2-neutrale Lösung. Außerdem können vorhandene Infrastrukturen weiter genutzt werden – von der Tankstellen- bis zur Gasnetzinfrastruktur.

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