FDP-Parteitag Röslers großer Wahlabend kennt nicht nur Gewinner

Für Philipp Rösler und die FDP war die Wahl des neuen Parteivorsitzenden ein Aufbruch zu neuen Ufern. Doch nicht alle Liberale hatten Grund zum Feiern. Für einen Landeschef gab es eine schallende Ohrfeige.
Update: 13.05.2011 - 22:52 Uhr 13 Kommentare
FDP-Generalsekretär Christian Lindner (links) spricht mit Parteichef Philipp Rösler (rechts) und Gesundheitsminister Daniel Bahr. Quelle: dpa

FDP-Generalsekretär Christian Lindner (links) spricht mit Parteichef Philipp Rösler (rechts) und Gesundheitsminister Daniel Bahr.

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Rostock/München/BerlinEin stolzer Vater, Freudentränen bei der Ehefrau und ein großer Blumenstrauß vom Vorgänger - und die Glückwünsche der Christdemokraten gibt es obendrein. Philipp Rösler kommt an. Ein Jubelabend für die FDP? Nicht für alle Parteimitglieder. Hessens FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn ist bei seiner Wahl ins neue Parteipräsidium von den Delegierten des Bundesparteitags in Rostock deutlich abgestraft worden. Der Dauerkritiker von Ex-Parteichef Guido Westerwelle wurde am Freitagabend mit lediglich 52,48 Prozent der Stimmen zum Beisitzer gewählt - und verzeichnete damit das schlechteste Ergebnis der neuen Führungsmannschaft.

Nach seiner Bewerbungsrede war Hahn von einem Delegierten gefragt worden, ob er künftig konstruktiver in der Partei mitarbeiten wolle. Er antwortete, da der neue Parteivorsitzende Philipp Rösler ihn für das Präsidium vorgeschlagen habe, sehe „seine Sozialprognose für mich sehr positiv“ aus.

Die große Rösler-Show kann das nicht trüben. Die CDU hat dem neuen FDP-Vorsitzenden bereits zur Wahl gratuliert. Rösler habe sich in den verschiedenen Regierungs- und Parteiämtern auf Landes- und Bundesebene „überaus bewährt und dabei stets vertrauensvoll mit der CDU zusammengearbeitet“, teilte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Freitagabend in Berlin mit. Der neue Vorsitzende bringe alle Voraussetzungen mit, die Partei erfolgreich zu führen. Die CDU wünsche Rösler im neuen Amt viel Kraft. „Zugleich danken wir dem bisherigen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle für die jahrelange, gute Zusammenarbeit“, schrieb Gröhe.

CSU-Chef Horst Seehofer hat dem neuen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler zu seiner Wahl gratuliert. Seehofer betonte am Freitagabend in München, Rösler habe auf dem FDP-Parteitag in Rostock ein sehr überzeugendes Ergebnis erzielt. Er freue sich auf eine konstruktive, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem neuen FDP-Chef. Seehofer wünschte Rösler für dessen „verantwortungsvolle Aufgabe an der Spitze unseres Koalitionspartners“ viel Erfolg und gutes Gelingen.

Trotzdem wirkt Philipp Rösler noch etwas unsicher auf der blau-gelben Bühne des FDP-Parteitags in Rostock. Dabei hat der neue Chef - gemessen am Zustand seiner Partei - soeben ein Traumergebnis eingefahren: 95,1 Prozent. Mehr bekam Guido Westerwelle nur ein einziges Mal, in seinem besten Jahr 2009 (95,8 Prozent).

Nach einem der härtesten Machtkämpfe in ihrer jüngeren Geschichte vollzieht die FDP am Freitagabend den Machtwechsel fast reibungslos. Gelitten und gestritten ist genug. Und Rösler verspricht den 660 Delegierten bessere Zeiten: „Ab jetzt, ab heute, geht der Wiederaufstieg der Freien Demokraten endlich los."

Der neue FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler umarmt seine neugewählte Stellvertreterin Birgit Homburger. Quelle: dpa

Der neue FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler umarmt seine neugewählte Stellvertreterin Birgit Homburger.

(Foto: dpa)

Das gilt auch für Birgit Homburger. Nach der Wahl des neuen Parteichefs Philipp Rösler hat der FDP-Bundesparteitag die bisherige Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger mit 66,1 Prozent zu dessen Stellvertreterin gewählt. Der Posten als Vize-Parteichefin für die baden-württembergische Landeschefin gilt als Teil der Vereinbarung, mit der Rösler die Liberalen-Führung neu aufstellen will. Homburger musste den Platz als Fraktionsvorsitzende für den bisherigen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle räumen. Sie akzeptierte dies nur unter der Bedingung, dass Rösler sie auf dem FDP-Parteitag in Rostock als erste Stellvertreterin vorschlagen und für ausreichende Unterstützung werben würde.

Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist neue stellvertretende Parteichefin der FDP. Sie erhielt am Freitag auf dem Parteitag der Liberalen in Rostock 85,5 Prozent der Stimmen bei ihrer Kandidatur für einen der drei Vize-Posten. 2009 war die bayerische Landeschefin mit 86,9 Prozent ins FDP-Präsidium gewählt worden. Jetzt stimmten 543 Delegierte für sie, 80 gegen sie, zwölf enthielten sich.

Der sächsische FDP-Landeschef Holger Zastrow ist zum stellvertretenden Vorsitzenden der FDP gewählt worden. Auf dem Bundesparteitag der Freidemokraten in Rostock stimmten 89,35 Prozent der Delegierten für den 42-Jährigen.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner ist mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden. Der 32-Jährige kam beim Parteitag in Rostock am Freitagabend auf 87,0 Prozent der Delegiertenstimmen. Bei seiner ersten Wahl im vergangenen Jahr hatte der Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen noch 95,6 Prozent erhalten.

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13 Kommentare zu "FDP-Parteitag: Röslers großer Wahlabend kennt nicht nur Gewinner"

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  • das haben Sie fantastisch ausgedrückt. Rösler zeichnet sich ja ohnehin nicht gerade durch stringentes Durchhalten aus.
    Diese Schwäche kaschiert er mit Eloquenz (meint er), dummlichen Grinsen und einer Riesenportion Arroganz.
    Ich denke mal, er wird nicht allzu lange Vorsitzender bleiben, Rösler ist ein Typ der hinschmeißt wenn es schwierig wird

  • Dem ist nichts hinzuzufügen!

  • Die SED, KPD, usw. sind für manche Dummträumer besser.

  • Zeitzeuge wann realisierst du endlich eine Bankrotterklärung? Texte ohne Inhalt sie beschreiben nur das es zu ende geht. Hier denken Noch Bundesbürger sie hätten noch Steuerungsmöglichkeiten. Nein die gibt es nicht mehr das Tafelsilber ist verbraten nun rückt der Abgrund verdammt nahe, wie nun was nun, es ist einfach so Pleite aber ne richtige habt ihr hingelegt aber uns gehts ja noch gut. Der Insolvenzverwalter btreibt das Haus Europa nun weiter.

  • In der wirklichen Welt nennt man jemanden wie Rösler einen Rebound. Quasi der Typ, der den Schmerz den Westerwelle erzeugt hat ertragen hilft. Ein Rebound ist aber nie jemand der länger bleibt als ein Wundpflaster wirklich gebraucht wird.
    Wenn es jemand in der FDP gäbe, der nach der Wundheilung, zweifellos mit Röslers Hilfe, mit Substanz übernehmen könnte, wäre Rösler´s Einsatz als lobenswert zu bezeichnen.
    Wenn nicht, wird der Weg der FDP auf der Suche nach Erfolg, überschattet werden von Ihrem Scheitern bei der Suche nach Werten. "

  • Unfähigkeit muss auch ab und zu mit dem Untergang einer Parteibezahlt werden!

    MfG

  • Da hat Dr. Roßkur die Gesundheitsreform zu Tode terapiert und seziert jetzt am lebenden Objekt Wirtschaft.
    Hoffentlich denkt er beim Wort Griechenland nicht an seinen
    nächsten Urlaub.

  • Was kann die FDP besser?

    Hr. Rösler hat seinen Blumenstrauss erhalten, Hr. Westerwelle wurde nicht aus der Partei herausgeworfen. Aber bitteschön, was kann die FDP besser als andere Parteien? Nach dem 18% Traum für die Steuersenkungspartei bleibt doch kein Alleinstellungsmerkmal übrig. Und der Versuch der FDP grüner als die Grünen, schwarzer als die Schwarzen und roter als die Roten sein zu wollen ist doch nur lachhaft.

  • Der deutsche Obama !
    Auch wenn es nur zu einem Minister reichte.

    Nach dem alles sich dem Ende neigt, versuchen es auch mal die Deutschen mit einem Migranten. Nicht das einer behauptet, daß nicht alles versucht wurde.

    Ob es hilft ?

  • In dem Falle hat sich der Bock selbst zum Gärtner gemacht und alle Intelligenteren sind zufrieden, daß es sie nicht getroffen hat, vereinsmäßig eben...

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