Fehlender Nachwuchs SPD-Mitgliederzahl fällt auf historischen Tiefstand

Die Zahl der SPD-Mitglieder ist zum ersten Mal seit 1906 unter 500.000 gefallen. Die viel diskutierten Reformvorschläge seien für den Mitgliederschwund allerdings nicht verantwortlich, meint Parteichef Sigmar Gabriel.
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Hat die Reformvorhaben seiner Partei verteidigt: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Quelle: Reuters

Hat die Reformvorhaben seiner Partei verteidigt: SPD-Chef Sigmar Gabriel.

(Foto: Reuters)

HamburgDie SPD hat erstmals seit mehr als 100 Jahren bundesweit weniger als eine halbe Million Mitglieder. „Seit 1906 sind wir das erste Mal weniger als 500.000 Mitglieder“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Freitagabend in Hamburg. Gleichzeitig verteidigte er seine innerparteilich umstrittenen SPD-Reformvorschläge. „Wenn eine Partei von 1,2 Millionen auf unter 500.000 runterkommt, muss etwas geschehen.“

Er betonte, Ursache für den Mitgliederschwund seien nicht etwa Austritte. Es gebe vielmehr weit mehr Todesfälle als Neueintritte. Und „damit keiner denkt, das hätte was mit der „Agenda 2010“ zu tun. (...) Der Mitgliederverlust hat begonnen im Jahr 1976“, sagte Gabriel. 2013 wird die SPD 150 Jahre alt.

Die SPD-Spitze hat zuletzt unter anderem vorgeschlagen, Nichtmitgliedern Stimmrecht bei internen Vorwahlen für öffentliche Ämter zu geben. Dazu sollen bei mehreren Bewerbern auch die Kanzlerkandidatur oder die Aufstellung für Bundestags- und Landtagsmandate gehören. Außerdem macht sich die SPD-Führung für eine Migrantenquote stark und bietet den reformorientierten Kräften in der Linkspartei die Aufnahme bei den Sozialdemokraten an.

Gabriel und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles waren dafür teils kritisiert worden - unter anderem vom Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs. Der war an diesem Abend in Hamburg als SPD-Kreisvorsitzender Gabriels Gastgeber.

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12 Kommentare zu "Fehlender Nachwuchs: SPD-Mitgliederzahl fällt auf historischen Tiefstand"

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  • Gut dargestellt.
    Was auch auffällt, dass die SPD überhaupt nicht weiß, was sie will, zumindest kann ich das nicht feststellen.
    Sie jagt z. Zt. den Grünen hnterher, egal wie groß der Mist ist.
    Eigene Programme, eigene Ideen? Fehlanzeige.
    Der größte Klops war dann gestern. Die enormen gefährlichen Spinnereien von Merkel und de Maiziere, die Bundeswehr nun überall in der Welt einzusetzen, also Deutschland wieder zum Kriegsland zu machen, stimmte die SPD zu. Da hat es mich wirklich vom Stuhl gerissen. Also am Deutschen Wesen soll wieder die Welt genesen, die Parole von Merkel ausgegeben bei ihrer Beschimpfung anderer europ. Staaten, trägt die SPD mit.
    Und wo sind denn von der SPD mal Vorschläge in der Euro-Krise? Da nicken sie auch nur alles ab.
    Die SPD ist von Schröder zerlegt worden, dann von Merkel in der GroKo und Gabriel, der Hampelmann wird sie ganz zerstören.
    Der alte Satz hat wohl wieder Gültigkeit "Wer hat usn verraten? - Sozialdemokraten"

  • Die SPD wird - dank des von Schröder eingeschlagenen Kurses - den Weg der FDP gehen, weil sie sinnentleert, richtungslos, systemkonform, der Parteienpolitik und dem Machtmonopol der Parteien huldigend glaubt, am Wähler und dessen sich ständig verschärfenden Abgabelasten, staatlichen Gängelungen bei zunehmendem Sozialabbau vorbei regieren zu können. Parteien, die sich nicht zum Wähler und seinen Problemen bekennen und für deren angemessene Lösung eintreten, haben ihre Berechtigung verloren und gehören auf den Müllhaufen der Geschichte! Dem wird die SPD genau so wenig entgehen, wie die davon bereits tödlich getroffene FDP. Schaumschläger und Sprücheklopfer, wie Schröder, der warme Westerwelle und Milchbart Rüsler sind keine Leitfiguren, die den Einsatz für eine gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung repräsentien. Helmut Kohl stand wenigstens für die Einheit Deutschlands in einem friedlichen Europa und konnte damit punkten. Wer aber sein Volk in eine dunklen Tunnel wandern läßt unter dem Motto: "Uns wird schon was einfallen, wenn wir drinnen sind", ist nicht wählbar. EU und die Eurogruppe befinden sich in der Europa-Krise, Deutschland befindet sich in einer Demokratie- und Wohlstandskrise, einer Wahrheitskrise - das sind die Themen, dafür werden mutige Menschen mit klaren Vorstellungen benötigt, die auch bereit sind, den kranken etablerten Strukturen die Stirn zu bieten und den Kampf anzusagen, um in absehbaren Zeiten Erfolge für die Menschen in Deutschland zu erzielen! Eine andere Politik und Parteienausrichtung ist ÜBERFLÜSSIG!

  • Und wer dazu? Die CDU! Wer wird Deutschland niemals verraten? Die Nationalen Demokraten!

  • Na, na, na, die SPD ist doch eine moderne Partei und tut alles für die Jugend: Erst wählen mit 21, dann mit 18, jetzt in Bremen mit 14 und alls nächstes? Vielleicht rekrutieren sie dann ihre Mitglieder im Kindergarten, die sind auch leichter zu überzeugen.

  • Harz VI macht es möglich.Grüß Schröder.

  • Vielleicht insgesamt etwas zuviel Analyse und zu wenig gesunder Menschenverstand. Nur wenn die Vergangenheit sich gleichförmig in die Zukunft spiegeln lässt sind Statistiken nützlich. Gibt es Brüche im Verhalten, taugt Statistik so viel wie Kaffeesatz. Nix.

    Wer wirklich glaubt, dass die Agenda 2010 nichts mit dem Mitgliederschwund und den Wahlschlappen der SPD zu tun, der glaubt vielleicht auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

    Eine Politik, die sich seit Jahrzenten gegen den Bürger richtet und für Banken und Großindustrie arbeitet, darf sich doch nicht wundern, wenn die Gefolgsleute ausgehen. das trifft die SPD wie die CDU. Das politische Personal ist grottenschlecht in beiden Parteien und ganz oben trifft das ganz besonders zu.

  • JA

  • Gabriel beschreibt die Situation analytisch wohl richtig,lässt jedoch die Konsequenz daraus offen.Offenkundig ist die Veränderung der sozialen Strukturen gegenüber den 70er Jahren ein wichtiger Faktor,der für andere Parteien auch zutreffen mag.Die SPD hat es jedoch versäumt,sich beim Überbau der Führungsgremien die unverzichtbare Mäßigung durch Abbau zu verordnen.Ferner ist die Parteien-Konkurrenz deutlich größer geworden,was insbesondere die Stamm-Wählerschichten der SPD getroffen hat,die in großer Zahl zu den Grünen und auch als Mitglieder zu den Linken abgewandert sind.Schließlich haben die zahlreichen und inflationär vollzogenen Umbesetzungen der Vorsitzenden der Attraktivität der SPD geschadet.Die Mittel diese Negativfaktoren zu beheben kann sie nur entwickeln und den Bürgern glaubwürdig vermitteln.Dabei reicht es nicht aus,sich vor allem öffentlich für soziale Randgruppen zu profilieren,sondern sie muss auch Entwürfe liefern,die die Prosperität des Landes zukunftssicher befördern.

  • so ganzweg wird es schon nicht werden. Für bestimmte Pöstchen brauchts Pateibücher

  • Gabriel war schon als Popbeauftragter überfordert und ein lausiger Vertreter der SPD. Ihn zum Parteivorsitzenden zu wählen, hat so etwas wie den Bock zum Gärtner zu machen.

    Was für eine Persönlichkeit, die ernsthaft glaubt, flotte, nichtssagende Sprüche könnten intelligente, zukunftsweisende Programme ersetzen.

    Na ja, Frau Merkel ist ihm scheinbar dicht auf den Fersen. Macht sie so weiter, werden wir ein Kopf an Kopfrennen in Sachen Belanglosigkeiten erleben. Armes Deutschland.

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