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Fehlzeiten im Job Wer einen erfüllenden Job hat, fehlt seltener krankheitsbedingt

Eine Studie zeigt: Empfinden Arbeitnehmer ihren Job als erfüllend, sind sie seltener krank. Das Sinnerleben ist dabei wichtiger als ein hohes Gehalt.
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Wer einer erfüllenden Tätigkeit nachgeht, ist nicht so häufig krank. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Fehltage

Wer einer erfüllenden Tätigkeit nachgeht, ist nicht so häufig krank.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

BerlinEin gutes und kollegiales Betriebsklima, Loyalität des Arbeitgebers, eine interessante Tätigkeit - alles Faktoren, die mitbestimmen, ob Arbeitnehmer auf ihrem Posten zufrieden sind. Oft klaffen Wunsch und Wirklichkeit bei der Erfüllung im Job aber auseinander. Eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt nun, dass sich mangelndes Sinnempfinden am Arbeitsplatz auf die Gesundheit niederschlägt.

Wenn Beschäftigte ihre Arbeit als erfüllend wahrnehmen, fehlten sie der Studie zufolge im vergangenen Jahr durchschnittlich an 9,4 Tagen wegen Krankheit. Dagegen berichteten Befragte, die wenig Sinn empfanden, im Schnitt von 19,6 Fehltagen.

Arbeitnehmer, bei denen Anspruch und Realität beim Sinnerleben gut zusammenpassen, leiden demnach auch seltener an jobbedingten körperlichen und psychischen Beschwerden. So klagten 34 Prozent der erfüllten Beschäftigten über Rücken- und Gelenkschmerzen und 33 Prozent über Erschöpfung. Bei Unzufriedenen lagen die Werte mit 54 Prozent beziehungsweise 56 Prozent deutlich höher.

„Wenn Anspruch und Wirklichkeit gut zusammenpassen, geht das mit signifikant weniger arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerden, weniger Fehlzeiten und eher mit einem präventiven Gesundheitsverhalten im Krankheitsfalle einher“, sagte der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

Das Institut ließ für die repräsentative Erhebung rund 2000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren zu ihren Prioritäten im Job befragen, Mehrfachnennungen bei den Antworten waren möglich. Gut 98 Prozent legen demnach großen Wert darauf, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen.

Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9 Prozent), ein gutes Betriebsklima (96,8 Prozent), die Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern (96,8 Prozent) sowie ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten (92,4 Prozent) werden als sehr bedeutsam empfunden.

Ganz überwiegend wünschten sich die Befragten zudem, bei der Arbeit entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt zu werden und eine Wertschätzung ihres Beitrags zu erfahren. Ein hohes Einkommen war dagegen nur 60 Prozent wichtig.

Die Umfrage verdeutlicht aber eine Lücke zwischen den Wünschen der Beschäftigten und der Wahrnehmung ihres Arbeitsumfeldes. So erklärten nur 69,3 Prozent, dass sich ihr Arbeitgeber ihnen gegenüber loyal verhält. Ein positives Betriebsklima erleben nach eigenen Angaben lediglich 78 Prozent der Befragten, 73 Prozent spürten eine Wertschätzung ihrer Arbeit.

AOK-Chef Martin Litsch ist überzeugt, dass Arbeitgeber profitieren können, wenn sie für eine sinnstiftende Unternehmenskultur sorgen. Die Diskrepanz bei den Krankmeldungen zwischen erfüllten und unzufriedenen Beschäftigten betrage immerhin zehn Tage, sagte Litsch. „Das sind zwei Arbeitswochen.“

Eine besondere Verantwortung komme den Führungskräften in einem Unternehmen zu. Diese hätten „einen wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch auf die Fehlzeiten im Unternehmen“, sagte Litsch.

Schröder kommt zu dem Schluss: „Wenn Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und als Arbeitgeber attraktiv bleiben möchten, sollten sie gegenüber ihren Beschäftigten mehr Loyalität vermitteln und die vertrauensvolle Zusammenarbeit quer durch die Hierarchieebenen gezielt fördern.“

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