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Finanzministerium Bund erwartet steigende Pensionslasten

Der Bund rechnet mit 70 Milliarden Euro Mehrkosten für Pensionen und Hilfeleistungen. Die Kosten werden sich durch eine Pensionierungswelle erhöhen.
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Mit 302 Milliarden Euro entfällt der Großteil der Pensionslasten auf die Bundesbeamten, etwa in Ministerien sowie Richter und Berufssoldaten. Quelle: dpa
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Mit 302 Milliarden Euro entfällt der Großteil der Pensionslasten auf die Bundesbeamten, etwa in Ministerien sowie Richter und Berufssoldaten.

(Foto: dpa)

Berlin Das Finanzministerium erwartet künftig deutlich höhere Belastungen für die Versorgung von Beamten. So kalkuliert der Bund mit Kosten von rund 758 Milliarden Euro für Pensionen und Beihilfeleistungen für Beamte im Ruhestand. Das sind knapp 70 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Die Zahlen finden sich in der aktualisierten Vermögensrechnung des Bundes. Zuerst hatte die „FAZ“ darüber berichtet. Die Pensionslasten summieren sich nun auf 567 Milliarden Euro. Dabei werden die künftigen Ansprüche der aktiven Beamten des Bundes sowie der Deutschen Bahn und der Postnachfolgeunternehmen berücksichtigt. Hinzu kommen die Leistungen an die aktuellen Pensionäre. Der Anstieg der Kostenschätzung liegt einerseits an den hinzugekommenen Versorgungsansprüchen und andererseits den derzeit niedrigen Zinsen, die bei der Berechnung des Barwerts der künftigen Ansprüche berücksichtigt werden.

Mit 302 Milliarden Euro entfällt der Großteil der Pensionslasten auf die Bundesbeamten, etwa in Ministerien sowie Richter und Berufssoldaten. Die Beamten der Bahn schlagen mit 75 Milliarden Euro zu Buche, die der Postnachfolgeunternehmen mit 190 Milliarden Euro. Zu den Pensionsrückstellungen kommen noch Kosten für die Beihilfe, also Zuschüsse für die Gesundheitsversorgung der Beamten. Die Rückstellungen für Beihilfeleistungen betrugen Ende 2018 rund 191 Milliarden Euro.

Die erwarteten 758 Milliarden Kosten für die Beamten im Ruhestand sind nur ein kleiner Teil der gesamtstaatlichen Lasten. In den Zahlen ist nur der Bund berücksichtigt. Für viele Beamte wie Lehrer oder Polizisten sind aber die Länder zuständig. Auch hier rechnet man mit steigenden Kosten. Echte Rückstellungen gibt es dafür nur in geringerem Umfang.

Dabei wird sich das Problem der Pensionslasten weiter verschärfen, weil auf den Staatsdienst eine Pensionierungswelle zurollt. Rund ein Viertel der Bundesbeamten ist 55 Jahre oder älter. Der Chef des Gewerkschaftsdachverbands DBB Beamtenbund und Tarifunion, Ulrich Silberbach, hatte mehrfach kritisiert, dass die Politik viel zu spät darauf reagiere, dass die Babyboomer-Generation bald in den Ruhestand wechsele.

Die Pensionslasten steigen auch durch die Übertragung der im April 2018 erzielten Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen auf die Beamten und Versorgungsempfänger. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich damals geeinigt, dass die Entgelte bis März 2020 in drei Schritten um insgesamt 7,3 Prozent erhöht werden. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte mit seinem Anfang Juli vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetz zur Modernisierung der Besoldungsstruktur zudem dafür gesorgt, dass die jüngsten Verbesserungen bei der Mütterrente auch auf die Bundesbeamten übertragen werden. Von den insgesamt gut 4,7 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes arbeiten gut 493.000 beim Bund. 

Mehr: Eine Untersuchung bestätigt, dass Beamte im Alter deutlich besser versorgt sind als Angestellte. Die SPD will deshalb die betriebliche Altersvorsorge stärken.

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1 Kommentar zu "Finanzministerium: Bund erwartet steigende Pensionslasten"

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  • Bei dieser Beamten-Lobby incl. Bundestag wird sich niemand dazu durchbringen zu einer Systemumstellung; es wird immer nur über die Bezuschussung der Rentenversicherung, die durch diverse Gesetze und Sonderlasten aufgebläht wurde. Diese Zuschüsse sind aber gegen die Beamtenversorgung Peanuts. Ich spreche hier nicht von Beamten, die sich in niedrigeren Besoldungsgruppen befinden, sondern von A 13 z.B. Gymnasiallehrer aufwärts.

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