Finanzministerium zur Finanzierung von Rente und Co. Demografischer Wandel bedroht Sozialversicherungen

Das Finanzministerium warnt vor einer „demografischen, ökonomischen und fiskalischen Bombe“ im Sozialsystem: Die Rente mit 67 sei dabei ein Angelpunkt, schreibt Schäubles wirtschaftspolitischer Berater im Handelsblatt.
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Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium. Quelle: ap

Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium.

(Foto: ap)

BerlinDas Bundesfinanzministerium will die Renten- und Gesundheitspolitik stärker auf den demografischen Wandel ausrichten. „Die Mütterrente und die Rente mit 63 bauen unser Sozialsystem weiter aus“, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium, in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (Montagausgabe).

„Dabei verdecken die gute Konjunktur und der florierende Arbeitsmarkt, die all dies scheinbar spielend finanzieren, leicht den Blick auf die demografische, ökonomische und fiskalische Bombe, auf der wir gemeinsam sitzen.“

Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus. „Es ist zwingend, dass die Rente mit 67 wieder Referenzpunkt der Arbeitserwartung werden muss“, schreibt der wirtschaftspolitische Berater von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Und wer ehrlich ist, weiß, dass langfristig die Verrentung weiter an die steigende Lebenserwartung angepasst werden muss.“

Auch im Gesundheitsbereich gebe es in Deutschland viel Potenzial für Verbesserungen. Es brauche einen stärkeren Wettbewerb zwischen Kassen und Leistungserbringern, Strukturanpassungen im Krankenhausbereich sowie mehr Kostentransparenz und Eigenverantwortung für Versicherte, durch Wahlfreiheit bei den Leistungen und durch Eigenbeiträge.

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12 Kommentare zu "Finanzministerium zur Finanzierung von Rente und Co.: Demografischer Wandel bedroht Sozialversicherungen"

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  • Zitat: "seitens eines Ministeriums ..., dass ich diesen Expertenmeinungen einiges Gewicht beimesse."

    UPS Ministerium und Expertenmeinung - passt nicht zusammen.

  • Das Foto zeigt offenbar eine Pegida-Demonstration.

  • ...reif für die Editierung.

  • Dieses Thema hat schon meine Eltern genervt. Was hat die Politik seit den 60igern gemacht? Müll aus dem Oralen sonst nichts. müll und Italiener Spanier , Yugos, Türken und seit Kohl alles was 2 Beine hat. Und immer noch muss Michel hören, dass es die immis immer noch nicht geschafft haben unsere Sozialsysteme zu stabilisieren. im Gegenteil. Wir mussten uns gerade von Prof Sinn vorrechnen lassen dass uns jeder höher pigmentierte Immi doch glatt ca 78.000 € kostet. NETTO!.
    Das ist die jährliche Durchschnittsrente von 6 Rentnern. Klasse - noch so ne schiefgelaufene Maßnahme unserer Politiker. Das trifft so oder ähnlich auch auf die EWG==> EU zu. Und dann noch die Bankster und Griechenland. Dazu jetzt die Moslems im Mittelmeer. Bei soviel Geld das da verpulvert wird... Nur mal nein sagen und schon haben wir 100 Milliarden pro Jahr mehr und dann doch gleich nochmal NEIN und wir können unsere Sozialsysteme auf Jahrzehnte sanieren.

  • Man darf nicht vergessen, dass die arbeitenden Bürger in ihrem Arbeitsleben auch viel höhrere Werte erwirtschaften, als vor 50 Jahren. Dies muß sich eben auf die Löhne und damit auch auf die Renten auswirken.
    ist dies nicht zu erreichen, muß über Steren cofinanziert werden. Die Einkommen und Vermögen der Reichen im Lande werden immer weniger zur Finanzierung des Sozialstaates herangezogen. Dies ist der eigentliche Skandal!

  • "Demografischer Wandel ......"

    Ein sehr altes Thema !

    Selbst der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hätte eine RENTEN- und Gesundheit-Reform entwickeln müssen ! Dieses hat er vor ein paar Jahren in einem Interview angesprochen !

    Die RENTE und die Gesundheit-Reform muss auf anderen Säulen gestellt werden, jeder und wirklich jeder Bürger/Wähler/Unternehmen... muss beteiligt werden, z.B. über STEUERN !

    Die Demographie können wir nicht innerhalb der nächsten > 70 Jahren drehen, wie die sogenannte immer erwähnte "gesunde" Alterspyramide ! Die ZEIT ist nun mal nötig !

    Warum man aus der Politik und kranken Lobby-Gruppen keine überfälligen Änderungen in den Sozialsystemen gemacht hat ?
    So hat man stetig und immer Zugriff auf unverschämte, lobbygesteuerte Deregulierungen !
    Und ein Wahlkampf-Thema kostenlos dazu !

    Kurzum: Man ist der WILLKÜR der Politik und der kranken LOBBY ständig ausgesetzt !

    Die Gefahr geht nicht von der Demographie aus, sondern vom kranken Lobbyismus !!!

    Ich werde das Gefühl nicht los, das bei gewissen Politik- und LOBBY- Cliquen ein Interesse besteht, Unfrieden in unserem Land/Europa zu stiften !

  • So lange sich Politiker z.B. ihre Beiträge für Pensionsleistungen durch die Steuerzahler bezahlen lassen, habe ich keine Skrupel dieses Prinzip für jeden Bürger zu fordern (was bereits aktuell eine mathematische Unmöglichkeit darstellt).
    Insbesondere, da nach dem Willen der Politik Bürger mit Einkünften oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und Selbstände grundsätzlich EIGENVERANTWORTLICH für ihre Alterssicherung sorgen können, dies im krassen Gegensatz zur offensichtlich fehlenden Eigenverantwortung von Politikern.
    Im überigen werden Zuschüsse aus Steuermittel in die Sozialkassen für "Versicherungsfremde" Leistungen erbracht, allerdings mit der Tendenz "Zuschuss sinkend" bei nicht sinkender Fremdleistung.

  • Es ist erfreulich, dass es endlich mal wieder ein Thema der Politik in die Presse geschafft hat, das nicht nur mit Außenpolitik zu tun hat. Es gibt nämlich neben Griechenland, der EZB, Frankreich und etlichen anderen außenpolitischen Themen auch noch eine Innenpolitik in Deutschland, die ich in der letzten Zeit nicht so recht in der Presse auffinden kann.

    Insofern Herr Noack, stößt ihre Kritik bei mir auf einiges Unverständnis.

    Die von Ihnen ausgeführten Zahlen tuen dies gleichfalls. Es kann ja überhaupt nicht sein, dass wir hier mit den paar von Ihnen ausgeführten Zahlen schweigen sollen, nur weil Sie glauben, dass alles damit erledigt ist, dass der Bund Geld in die Rentenkasse beisteuert.

    Tatsache ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen seit Jahren mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert ist. Es gibt seitens der Politik bislang kein Korrektiv, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Das Thema ist auch nicht ohne Brisanz, denn es bedeutet die Einschränkung der Versicherungsleistung durch die Krankenversicherungen oder andernfalls Beitragserhöhungen.

    Und wenn mir seitens eines Ministeriums und vieler anderer Experten gesagt wird, dass wir ein Problem haben werden, die Renten- und Krankenkassenbeiträge aus den Arbeitseinkommen dauerhaft zu sichern, dann können Sie versichert sein, dass ich diesen Expertenmeinungen einiges Gewicht beimesse.

    Ein paar Zahlen von Ihnen beruhigen mich diesbezüglich bestimmt nicht.

  • @ Machiavelli

    Aber erst nach ihrem Tode und nach Regressforderungen.

  • "Demographischer Wandel bedroht Sozialversicherungen"
    Wann??? 2017, 2020? 2025? Wann denn nun? Bei der Rente mit 63 haben wir die maximale Anzahl im Juli erreicht. Die Mütterrente geht Monat für Monat um mindestens 40.000 Mütter zurück. Erst wenn die 40 jährigen Frauen mit Kindern, die ab dem ersten Januar 1992 geboren sind, in die Rente mit 66 und Monate gehen, steigt die Anzahl der Mütterrentnerinnen wieder. Das trifft erst ab 2025 wieder zu. Bis dahin werden rund 5 Millionen Mütterrentnerinnen verstorben sein? Das ist der aktuelle demographische Wandel.
    Die Gemeinschaftsdiagnose hat festgestellt, dass 2015 noch einmal 350.000 Beschäftigte mehr sein werden als 2014. Das werden 2015 durchschnittlich 43 Millionen sein. Entscheidend für die Sozialkassen sind aber die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, denn diese zahlen in die Sozialversicherungen ein. Diese Anzahl steigt schneller als die Gesamtbeschäftigtenzahl. Sozialversicherungspflichtig werden 2016 über 31 Millionen in Deutschland sein und weiter auf 32 Millionen 2018 und möglicherweise 33 Millionen 2020 steigen. Bis dahin werden die Sozialkassen also entlastet und nicht belastet. Wann sollen denn nun die Sozialkassen bedroht werden? 2020 gibt es den Solidarpakt als Aufbau Ost nicht mehr. Sollten die Bundesländer dann 10 Mrd. erhalten, blieben dem Bund ebenfalls 10 Mrd. Der Bund will 2018 10 Mrd. in die GRV für versicherungsfremde Leistungen, Mütterrente, einstellen. Fall diese an die Beitragszahler durchgereicht würden, könnte der Beitragssatz auf 17,5 % sinken, denn die Reserven müssen nicht angefasst werden.? Ist das die Bedrohung der GRV? Die möglichen 22 % Beitragssatz werden bis 2030 niemals erreicht.
    Was denkt man sich so im Finanzministerium? Jedem seine Panik? Und sonst? Muss man jede einzelne Nachricht schon vor dem Lesen überprüfen?

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