Flüchtlinge bei Continental Der schwierige Weg ins Arbeitsleben

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Zwischen Realität und Anspruch
Was Unternehmen zur Integration beitragen
Daimler
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Rund 300 Flüchtlinge haben in diesem Jahr ein Brückenpraktikum bei dem Stuttgarter Autobauer gemacht. Ab September sollen nach Angaben Daimlers nochmals etwa 300 Praktikanten beginnen. Die Brückenpraktika beinhalten neben der Arbeit in der Firma auch Deutschkurse. Danach vermittelt Daimler die Absolventen an Unternehmen oder Zeitarbeitsfirmen. Der Autobauer hat außerdem 50 zusätzliche Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zugesagt.

Volkswagen
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Seit Februar dieses Jahres bietet Volkswagen an seinen Konzernstandorten direkt oder gemeinsam mit Bildungsträgern unter anderem Sprachqualifizierungen für über 1100 Flüchtlinge an. Im Rahmen von Praktika können nach Angaben des Konzerns außerdem 240 Menschen bei Volkswagen arbeiten. Gesonderte Einstellungsprogramme für Flüchtlinge gebe es jedoch nicht.

Deutsche Bahn
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Rund 120 Menschen haben nach Angaben der DB in diesem Jahr an verschiedenen Qualifikationsprogrammen teilgenommen. Im September hätten 11 junge Flüchtlinge in Berlin eine Berufsausbildung begonnen, erklärt eine Sprecherin. Wie viel DB in die Flüchtlingshilfe investiere, könne man nicht genau beziffern, es bewege sich aber im einstelligen Millionenbereich. Der Konzern biete außerdem Umschulungen, zum Beispiel zum Elektroniker, an.

BASF
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Bei dem Chemiekonzern sind nach Unternehmensangaben im September 19 Flüchtlinge in ein Berufsvorbereitungsprogramm gestartet. Das Programm bereite die Menschen gezielt auf eine Ausbildung bei einem Partnerbetrieb von BASF vor, erklärt eine Sprecherin. Insgesamt bietet das Unternehmen rund 300 Plätze in verschiedenen Projekten, die unter anderem Sprachförderung, Berufsorientierung und Bewerbungstraining beinhalten.

Deutsche Post
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Die Deutsche Post hat über 100 Flüchtlinge in Arbeit gebracht. „Aktuell arbeiten in unserem Unternehmen 102 geflüchtete Menschen, unter anderem aus Ruanda, Eritrea, Togo und Syrien, fest als Zusteller oder in einer Niederlassung“, erklärte Post-Chef Frank Appel. Mehr als die Hälfte habe zuvor erfolgreich ein Praktikum bei dem Dax-Konzern absolviert. Die Post hatte vor einem Jahr eine Initiative zur Flüchtlingshilfe gestartet. „Als Unternehmen, das in Deutschland und zugleich weltweit zu Hause ist, wollen wir einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge leisten“, hatte Appel damals angekündigt.

Allianz
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Die Allianz Deutschland engagiert sich seit Herbst 2015 bei der Integration von Geflüchteten. Inzwischen wurden mehr als 60 Maßnahmen durchgeführt. Im Herbst 2017 sollen rund 20 Geflüchtete in Ausbildung und Qualifizierung neu eingestellt werden.

Adidas
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Der Sportartikelhersteller bietet in diesem Jahr nach eigenen Angaben mindestens 30 Flüchtlingen ein Praktikum an. Im Rahmen einer Integrationsklasse hätten zehn junge Menschen für vier Wochen bei der Adidas Gruppe mit Sitz im bayerischen Herzogenaurach ein Praktikum absolviert. Außerdem werden nach Unternehmensangaben auch Sprachunterricht, Workshops zu interkultureller Kommunikation, Bewerbertrainings und Sportkurse angeboten.

Nur wenige von ihnen schaffen es wie Check Badri Kone und werden tatsächlich eingestellt. Nach einer Vorauswahl durch die Arbeitsagenturen hat Continental bislang etwa 200 Bewerber getestet – und 30 haben tatsächlich erfolgreich diesen Test durchlaufen. Acht von ihnen haben einen Ausbildungsplatz bekommen. Manchmal reicht es nicht sofort für eine Lehrstelle. W

enn die Personalverantwortlichen aber ausreichend Potenzial zur beruflichen Entwicklung sehen, wird die sechsmonatige Einstiegsqualifizierung wie bei Check Kone vorgeschaltet. Wie im ersten Lehrjahr gibt es dann etwa 1000 Euro Ausbildungsvergütung pro Monat. Drei Bewerber haben bei Continental diese Einstiegsqualifizierung angetreten.

„Wir würden gerne mehr machen“, sagt Steffen Brinkmann. 50 zusätzliche Ausbildungsplätze hat der Zulieferer in diesem Jahr für Flüchtlinge geschaffen, doch nur ein kleinerer Teil ist tatsächlich besetzt worden. Das liegt mitunter auch an den Flüchtlingen. Sie träumen gleich von der Facharbeiterstelle, die ihnen das Drei- oder Vierfache einer Lehrlingsvergütung garantieren würde. Aber Continental macht die Erfahrung, dass es bei vielen Bewerbern für einen Facharbeiterjob bei weitem nicht reicht. Es fehlen die nötigen Grundqualifikationen, mangelnde Sprachkenntnisse kommen noch dazu.

Continental wünscht sich auch mehr Flexibilität bei den Arbeitsagenturen, wenn es um die Vorauswahl der Bewerber geht. „Das muss schneller gehen“, wünscht sich Personalvorstand Ariane Reinhart. Mit den Auswahlverfahren in zusätzlichen Sprachen zeige Continental auf, wie sich das Verfahren beschleunigen lasse. Die fehlenden Deutsch-Kenntnisse könnten sich die Berufseinsteiger später immer noch aneignen.

Continental lässt sich das Ausbildungsprogramm zur zusätzlichen Einstellung von Flüchtlingen einen einstelligen Millionenbetrag kosten. Für Ariane Reinhart ist das ein Beispiel dafür, wie auch ein großes Unternehmen Verantwortung in dieser Frage übernehmen könne. Der Zulieferer wolle den Flüchtlingen nicht einfach nur Praktikumsplätze anbieten, sondern ihnen den dauerhaften Einstieg ins Berufsleben verschaffen. Continental tausche sich dabei auch mit anderen Dax-Konzernen aus. „Wir stehen vor einer Aufgabe von historischer Dimension“, begründet sie die Motivation ihres Unternehmens.

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