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Flüchtlinge in Deutschland Bayern droht mit Notmaßnahmen

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reißt nicht ab, der September wird ein neuer Rekordmonat. Bayern bekommt das besonders zu spüren. Angesichts der hohen Zahlen droht das Land mit einem Aufnahmestopp im Alleingang.
29.09.2015 - 18:29 Uhr

„Kommt gar nicht erst!“

Berlin/München Der Andrang von Flüchtlingen in Deutschland erreicht neue Höchststände. „Der September wird ein Rekordmonat dieses Jahres – und damit auch für die vergangenen Jahrzehnte“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag in Berlin. Zuletzt seien die Zugangszahlen „sehr hoch“ gewesen. Allein in den vergangenen vier Tagen seien täglich 8000 bis 10.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. In Bayern waren es seit Monatsbeginn schon knapp 170.000, wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in München mitteilte. Das Land will angesichts der Zahlen im Zweifel im Alleingang „Notmaßnahmen“ ergreifen.

Im August waren rund 105.000 Flüchtlinge in Deutschland angekommen. Im September werde die Zahl deutlich höher liegen, sagte de Maizière. Zu den Gesamtzahlen für den Monat könne er sich aber erst in ein paar Tagen äußern. Es gebe hier Unsicherheiten, weil sich ein „nicht unerheblicher Teil“ der Flüchtlinge der Registrierung entziehe oder trotz Registrierung an einen anderen Ort weiterziehe. Das führe zum Teil zu Doppel-Meldungen. „Das muss schnell in geordnete Verfahren überführt werden.“ Eine verlässliche Aussage sei bislang nicht zu machen. Die nun kursierenden Zahlen seien noch nicht abgeglichen und damit nicht valide.

„Bild.de“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, allein vom 5. bis 27. September seien rund 230.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr hatten rund 200.000 Menschen in der Bundesrepublik um Asyl gebeten. Von Anfang Januar bis Ende August waren es gut 250.000. Die Antragszahlen sind aber kaum noch aussagekräftig, weil deutlich mehr Flüchtlinge im Land sind, die noch einen Asylantrag stellen wollen, dies bislang aber nicht konnten. Die Behörden kommen bei der Bearbeitung der Fälle schon lange nicht mehr hinterher.

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