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Flüchtlinge Tausende demonstrieren bundesweit für Seenotretter im Mittelmeer

Tausende Menschen haben in verschiedenen Städten ihre Solidarität mit Seenotrettern im Mittelmeer gezeigt. Veranstalter war die Organisation Seebrücke.
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Die Organisation hatte zu den Kundgebungen aufgerufen. Quelle: dpa
Seebrücke

Die Organisation hatte zu den Kundgebungen aufgerufen.

(Foto: dpa)

Berlin Aus Solidarität mit den Seenotrettern im Mittelmeer haben bundesweit Tausende Menschen für die Rechte von Schiffbrüchigen und Geflüchteten demonstriert. Aufgerufen zu den Aktionen am Samstag hatte die Organisation Seebrücke. Besonders viele versammelten sich in Hamburg: laut Polizei rund 3000. Sören Moje, Maschinist vom Rettungsschiff „Sea-Watch 3“, forderte auf einer Kundgebung im niedersächsischen Oldenburg ein stärkeres Engagement deutscher Städte zur Aufnahme geretteter Flüchtlinge aus Seenot. Moje war erst vor wenigen Tagen aus Italien zurückgekehrt, nachdem italienische Behörden das Schiff unter dem Kommando der deutschen Kapitänin Carola Rackete festgesetzt hatten.

„Das Mittelmeer ist inzwischen die tödlichste Grenze der Welt“, sagte Moje. Besonders tragisch sei auch, dass viele Menschen schon mehrfach misslungene Fluchtversuche hinter sich hätten und anschließend in Folterlagern wie in Libyen misshandelt würden. Die Veranstalter sprachen von rund 30.000 Teilnehmern an Kundgebungen in etwa 100 Städten im Laufe des Tages. Angaben von Polizei und Organisatoren gehen oft auseinander, so sollen es in Berlin laut Veranstalter 8000 Teilnehmer gewesen sein, die Polizei sprach dagegen nur von 3000.

Unter anderem in Berlin wurde ein Appell der Kapitänin Rackete über Lautsprecher übertragen. „Man kann von der Bundesregierung erwarten, dass sie mutig vorangeht und sagt: Wir nehmen jetzt bis auf weiteres alle auf, die auf dem Mittelmeer gerettet werden. (...) Das sind ein paar Hunderte oder Tausende im Moment, die da übers Mittelmeer kommen.“

Die Verantwortungslosigkeit der europäischen Staaten habe sie gezwungen, so zu handeln, wie sie es getan habe. Rackete war jüngst mit ihrem Schiff und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren und daraufhin festgenommen worden. Inzwischen ist sie wieder frei.

In Bonn ließen die Demo-Teilnehmer von einer Rheinbrücke aus Blumen ins Wasser fallen, um der Toten im Mittelmeer zu gedenken.

Die Bewegung Seebrücke hatte sich im Sommer 2018 gegründet und fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sichere Fluchtwege und sichere Häfen für Flüchtlinge. Symbolfigur ist Rackete.

Mehr: Erneut ist ein Schiff der privaten Seenotrettung unerlaubt im Hafen von Lampedusa eingelaufen. Das italienische Schiff „Alex“ hat knapp 60 Menschen an Board.

  • dpa
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