Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Flüchtlinge zur Integration zwingen? Schrille Töne und ein erster Stich der CSU

Die CSU fordert verpflichtende Integrationskurse für Flüchtlinge. Sicher hat sie damit die Hoheit an den Stammtischen – und einen ersten Stich im politischen Spiel, das 2016 seinen Höhepunkt erreicht. Ein Kommentar.
29.12.2015 - 13:09 Uhr 39 Kommentare
Natürlich befindet sich Horst Seehofer und die CSU und selbstverständlich  auch die gesamte Union im Wahlkampfmodus und im steten Abwehrkampf gegen die AfD. Quelle: dpa
Horst Seehofer

Natürlich befindet sich Horst Seehofer und die CSU und selbstverständlich auch die gesamte Union im Wahlkampfmodus und im steten Abwehrkampf gegen die AfD.

(Foto: dpa)

Berlin Stellen wir uns doch einmal naiver als wir sind: Der CSU geht es mit ihrer Forderung nach einer strafbewehrten Integrationspflicht – von Leistungskürzungen bis hin zur Abschiebung – nicht um die Hoheit über die Stammtische, nicht darum, den von ihr als Schmach begriffenen Verzicht auf die Obergrenzen-Forderung wett zu machen und auch nicht um ihre Klausurtagung in Wildbad Kreuth und noch viel weniger um eine lautstarke Konkurrenz zur AfD.

Gehen wir also davon aus, dass es der CSU wie auch der AFD um die Flüchtlinge, ihre Integration und um unser Gemeinwesen geht. Sollten wir mit dieser Naivität richtig liegen, so müssen wir anerkennen, dass Sprachkurse, Integrationskurse, Hortplätze, die Vermittlung unserer Werte an die Neuen eine prima Sache sind.

Das Problem ist: Da muss die CSU erst einmal uns alle, vor allem den Staat, also den Bund und die Länder in die Verantwortung nehmen wollen und darauf pochen, dass diese höchst vernünftigen Angebote an die Zugereisten überhaupt gemacht werden können.

Wie schwer und wie teuer dieses Unterfangen ist, zeigt schon die Tatsache, dass jetzt 8500 Lehrer gesucht werden, um die Kurse und den Unterricht zu bewältigen, dass derzeit etliche Tausend freiwillige Helfer dem Staat mit beispiellosem Engagement auf die Sprünge helfen müssen, um überhaupt die Vorbedingungen der Möglichkeit von Integration – von der Registrierung bis zur Unterbringung – zu stemmen. Und nicht nur die Hauptstadt und Millionen-Metropole Berlin zeigt aller Welt, dass mit freiwilligem Engagement nicht alles zu leisten ist.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Angela Merkels hohes Lied auf die Leistungsfähigkeit der Deutschen „Wir schaffen das!“ stößt in der Tiefebene der praktischen Bewältigung allzu oft auf Barrikaden, Unfähigkeiten, Unwillen und schlicht (wie in Berlin oder im Bundesamt für Migration) auf Versagen.

    Alle diese Pflicht-Leistungen müssen gewährleistet sein, damit die Flüchtlinge ihrerseits in die Pflicht genommen werden können, sich zu integrieren, also diese Angebote als Pflichtprogramm wahrzunehmen. Die rheinland-pfälzische CDU-Wahlkämpferin Julia Klöckner pflichtet der CSU bei und bescheidet uns aber, dass Integration keine „Addition von Vielfalt oder Larifari-Multikulti“ sei.

    Die CSU ist im Wahlkampfmodus – mehr nicht
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Flüchtlinge zur Integration zwingen? - Schrille Töne und ein erster Stich der CSU
    39 Kommentare zu "Flüchtlinge zur Integration zwingen?: Schrille Töne und ein erster Stich der CSU"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich bin gegen die Einbürgerung. Diese Leute kommen nicht aus den Flüchtlingslagern z.B. in der Türkei, weil sie dort bedroht waren, sondern weil unsere Frau Merkel es ihnen schmackhaft gemacht hat. Würden die Regeln des Asylrechts angelegt, hätte kaum einer Aussicht auf Erfolg. Ich bin dafür, dass unsere Politiker endlich alles dafür tun, damit die Ursachen der Flucht beseitigt werden. Auch wenn wir dazu unsere "Freunde" unter Druck setzen müssen. Außerdem muß viel mehr Geld in die Flüchtlingslager fließen, damit die Hilfsoranisationen dort vor Ort was bewirken können. Wie falsch wir mit unserer Politik liegen, mag man daran erkennen, dass kein europäisches Land mitmachen will.

    • Ja, an den Stammtischen ist die Freiheit zu Hause, und da wird zu Recht bestritten ob die Integrationskurse für Flüchtlinge überhaupt was bringen.
      Von einem Moslem, und das ist hier die Hauptgruppe kann ich doch kein Identitätswechsel erwarten. Eher werden die Volcker Beck Deutschen zu einem Identitätswechsel gezwungen.

    • http://www.handelsblatt.com/politik/international/ex-us-aussenminister-henry-kissinger-das-hat-es-seit-einigen-tausend-jahren-nicht-gegeben/12773200.html
      Der Kommentar sagt alles über die idiotische Einheitspartei.

    • Integrationskurse wird es nicht geben. Was dann passieren wird, konnte man gestern in der FAZ "Ein Geruch wie Weihrauch" lesen.

    • Nebelkerze CSU und Einheitspartei :Schrille Töne und ein erster Stich der CSU.
      Wenn schon Stich AfD.

    • Das ist nicht Antirassismus, das ist Multi-Kulti-Spinnerei. Nur weil ich der Meinung bin, dass Afrikaner besser mit unserer Unterstützung ihr eigenes Land aufbauen sollen, als hier von Sozialhilfe zu leben, bin ich noch lange kein Rassist.

    • "Es sollte jedem Asylbewerber selbst überlassen bleiben ob er sich hier integrieren will, d.h. unsere Gesetze anerkennt und sich daran hält.
      Macht er es jedoch nicht, wird er abgeschoben."

      Die, die sich nicht integrieren wollen, brauchen doch erst gar nicht zu kommen. Der Wille zur Integration und ist doch das Mindeste was man erwarten kann, insofern ist eine Integrationspflicht auch nichts verwerfliches. Die Einwanderer die gegen eine solche Verpflichtung sind, hatten Integration ohnehin nicht auf Ihrer Prioritätenliste stehen.

    • Da alle Flüchtlinge Ingenieure, Zahnärzte und Nobelpreisträger sind, ist eine Forderung nach Integration tatsächlich absurd. Da hat das HB schon recht, dass sowas nur am Stammtisch geredet werden darf. Wobei das ja ohnehin nur Nazi-Stammtische sein können, wo sowas gefordert wird, wie man von der Presse immer wieder eingetrichtert bekommt. Da die Flüchtlinge allesamt aus wirtschaftlich besser entwickelten Ländern kommen, müssen wir uns bei Ihnen integrieren. Sein wir froh, dass alle diese Wissenschaftler zu uns kommen. Dafür müssen wir uns dankbar und unterwürfig zeigen. Für Forderungen unsererseits ist da kein Platz. Wir sind nunmal die Dumpfbacken und Nazis und die Flüchtlinge sind die "Götter in bunt"

    • Mit dem Abschieben wird’s nicht funktionieren und die Freiwilligkeit führt zu noch mehr Parallelgesellschaften. Die bisherige Integrationspolitik war ja wohl keine Erfolgsgeschichte.

    • Wenn der Flüchtlingsstrom einige Jahre so anhält, werden unsere Kinder noch einmal froh sein, wenn ihnen von der muslimischen Mehrheit keine Integrationskurse auf´s Auge gedrückt werden !

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%