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Flüchtlingsproblematik Proteste gegen Flüchtlingsheim in Freital

Den dritten Abend in Folge stehen sich Gegner und Befürworter des Freitaler Flüchtlingsheims gegenüber. Trotz des Einsatz von 100 Polizisten arten die Proteste aus. Jetzt erreicht der Fall das politische Berlin.
25.06.2015 Update: 25.06.2015 - 12:15 Uhr 25 Kommentare
Flüchtlingsgegner mit einer deutsch-russischen Fahne stehen vor einer Unterkunft von Asylbewerbern Flüchtlingsbefürwortern gegenüber. Quelle: dpa
Polizei sichert Freitaler Flüchtlingsheim

Flüchtlingsgegner mit einer deutsch-russischen Fahne stehen vor einer Unterkunft von Asylbewerbern Flüchtlingsbefürwortern gegenüber.

(Foto: dpa)

Freital Den dritten Abend in Folge hat es im sächsischen Freital Proteste gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in einem ehemaligen Hotel gegeben. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 160 Gegner der Erstaufnahmeeinrichtung am Mittwoch an der Zufahrt zu dem Gebäude. Auch etwa 80 vorwiegend linke Demonstranten fanden sich ein, um Übergriffe auf die Flüchtlinge zu verhindern, wie sie selbst erklärten. Rund 100 Einsatzkräfte der Polizei trennten die Lager.

Während des Protests und unter Gejohle der Flüchtlingsheimgegner trafen 50 weitere Asylbewerber ein, darunter mehrere Frauen mit kleinen Kindern. Auch sie seien von der Ankunft der neuen Flüchtlinge mitten im Trubel der Demonstrationen erst kurzfristig unterrichtet worden, sagte ein Polizeisprecher.

Nach dem Ende der Versammlungen am späten Abend wurden der Polizei zufolge einige der Linken mit Flaschen beworfen. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt. Wer die Flaschen warf, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar.

Zu dem Fall hat sich erstmalig auch Bundesjustizminister Heiko Maas zu Wort gemeldet. „Gewaltaufrufe gegen Flüchtlinge sind völlig inakzeptabel. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, haben in ihrer Heimat alles verloren. Sie suchen Hilfe und Zuflucht“, sagte er. Sorgen und unbegründete Vorbehalte müssten im Dialog besprochen werden. „Wer bei uns aber Stimmung gegen Ausländer macht und Fremdenhass schürt, dem müssen wir entschlossen entgegentreten. In Deutschland darf kein Platz für Fremdenfeindlichkeit sein."

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    Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), zeigte sich angesichts der Proteste besorgt: „Mir ist wichtig, deutlich zu sagen, dass ein Aufruf zu Gewalt gegen Flüchtlinge in keiner Weise akzeptabel ist“, sagte sie der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag). Es gebe in Freital offensichtlich Menschen, die aufwiegeln und eine bösartige Stimmung erzeugen wollten. „Das weckt durchaus schlimme Erinnerungen.“

    Bachmann organisiert Anti-Asyl-Protest vor seiner Haustür
    Pegida-Chef Lutz Bachmann
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    „Auf die Straße, Leute! Wehrt Euch!“: Lutz Bachmann stachelte mit einem Facebook-Aufruf wütende Proteste gegen eine Flüchtlingsunterkunft in seinem Heimatort Freital an. Seit Montag gibt es in dem sächsischen Städtchen Proteste und Gegendemonstrationen. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebt vor Ort. Bachmann selbst nennt die Erstaufnahmestelle bei Facebook ein „Glücksritter-Heim“.

    (Foto: AFP)
    Fremdenfeindlicher Aufkleber in Freital
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    „Asyl-Wahn Stoppen - Nein zum Heim - Wutbürger“ klebt an einem Laternenmast in unmittelbarer Nähe des Leonardo-Hotels in Freital. Zur Erstaufnahme von Flüchtlingen nutzt Sachsen vorübergehend ein Hotel in Freital bei Dresden. Die Demonstranten nutzen die selben Vorurteile, das selbe Vokabular, das montags bei den Pegida-Kundgebungen in Dresden zu hören ist, zu denen allwöchentlich noch immer zwischen ein- und zweitausend Menschen strömen.

    (Foto: dpa)
    Asylunterkunft in Freitaler Hotel
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    Das Streitobjekt: Das Leonardo-Hotel in Freital. Seit Wochen gibt es gegen die Unterbringung der Asylbewerber Proteste in der nur 20 Autominuten vom Zentrum Dresdens entfernten Stadt. Doch seit die Landesdirektion am Montag angekündigt hat, neben den rund 100 bereits vom Landkreis untergebrachten Flüchtlingen noch Platz für bis zu 280 weitere Erstaufnahmen zu schaffen, schlagen die Wellen hoch.

    (Foto: dpa)
    Protest gegen Flüchtlinge in Freital
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    In der sächsischen Kleinstadt Freital hat die Polizei mit einem Großaufgebot demonstrierende Befürworter und Gegner eines Asylbewerberheims auseinandergehalten. 200 Unterstützer des Asylbewerberheims hätten sich in der Nacht zum Mittwoch rund um das Gebäude, ein ehemaliges Hotel, postiert, sagte der Polizeiführer vom Dienst in Dresden.

    (Foto: dpa)
    Gegendemonstranten in Freital
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    Ihnen hätten 80 Gegner gegenübergestanden, aus deren Reihen vereinzelt Eier auf die Befürworter geworfen worden seien. Unter ihnen sollen bekannte Mitglieder der gewaltbereiten Neonazi-Szene gewesen sein. Feuerwerkskörper wurden gezündet. Etwa 60 Polizisten seien im Einsatz gewesen, um gewaltsame Zusammenstöße zwischen den beiden Gruppen zu verhindern.

    (Foto: dpa)
    Demonstranten heißen Flüchtlinge Willkommen
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    Es habe allerdings heftige verbale Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten gegeben, die teils „unter der Gürtellinie“ gewesen seien, sagte der Polizeibeamte. Gegen 00.30 Uhr hätten sich die Versammlungen aufgelöst, 30 Befürworter des Heims seien aber zunächst vor Ort geblieben. Am frühen Morgen waren es den Angaben zufolge noch drei.

    (Foto: dpa)
    Polizisten schützen Flüchtlinge in Freital
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    Die Polizei ist derzeit nach eigenen Angaben rund um die Uhr vor Ort, um Zwischenfälle zu verhindern. Für Mittwoch und Donnerstag wurden weitere Versammlungen rund um das Wohnheim angemeldet. In das Übergangswohnheim waren den Angaben zufolge am Montag rund 130 Asylbewerber eingezogen und am Dienstag etwa 130 weitere.

    (Foto: dpa)

    Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth (CDU) warf den Organisatoren der Proteste aggressive Stimmungsmache vor. „Manche Formulierungen der Rädelsführer enthalten zumindest zwischen den Zeilen Aufrufe zu Gewalt gegen Personen und Sachen“, erklärte er. Die Opferberatung RAA und das Kulturbüro Sachsen sehen die Proteste gegen die Asylunterkunft klar rassistisch motiviert. Freital gilt als Hochburg der Pegida-Bewegung. Deren Mitinitiator Lutz Bachmann hatte zum Protest gegen die Unterkunft aufgerufen.

    Bereits am Montagabend waren die ersten Flüchtlinge von Gegnern der Unterkunft empfangen worden. Am Dienstagabend positionierten sich rund 200 Menschen vor der Unterkunft, um von ihnen befürchtete Übergriffe seitens der rund 80 Asyl-Gegner zu verhindern. Im Anschluss waren einige von ihnen von mutmaßlichen Heimgegnern angegriffen worden.

    • dpa
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    25 Kommentare zu "Flüchtlingsproblematik: Proteste gegen Flüchtlingsheim in Freital"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "...mit schwulen Ampelnännchen."
      (o:) Die leben eben in ihrer ganz eigenen Welt weeiit weg vom Volk, das von denen im Palast der Republik dieser Demokratiesimulation dabei nur noch als unliebsamer Störenfried empfunden wird, der bekämpft werden muß. Alles schon mal dagewesen...!

    • Anstatt diese Syl-Flut mal einzudämmen, befassen sich unsere Kommunal-Politiker mit schwulen Ampelnännchen.
      Für miene Begriffe gehören die auf die geschlossene Abteilung

    • Willi Kammschott
      dem kann ich nur zustimmen
      Wir werden, wie jetzt in Österreich und Dänemak rechte Parteien bekommen
      Unser etablierten deutschfeindlichen Parteien ebnen gerade den Weg
      Solche V olksverräter hatten wir wirlich noch nie in der Politik

    • Diese ganzen Afikaner, nur junge Männer um die 20, zahlen viele Dollar um hierher zu kommen.
      Woher haben sie denn das Geld?
      Dann sind sie ja nicht arm
      Wie lange will unsre Politk uns eigenlich noch derart dreist anlügen?
      Es reichen ja schon die grünen Faschisten, aber muß da eine CDU auch noch mitmahen?
      Und eine SPD?. Die gute alte Tante SPD?
      Da darf wohl der alte Satz wieder verwendet werden
      "Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten"

    • "Die vorauseilende Mitwirkung bei der Islamisierung bis in die letzten Winkel der Provinz ist für viele Kollaborateure zweifellos auch deshalb so verlockend, weil sie enorme Macht über die eingeschüchterte Masse verleiht. Und trotzdem bleibt es ein großangelegter Menschenversuch mit ungewissem Ausgang, was da angezettelt wurde. Vielleicht lassen sich die Deutschen ja tatsächlich klaglos abschaffen und zahlen auch noch bis zum bitteren Ende bereitwillig für die Abwicklungskosten. Vielleicht platzt ihnen aber auch vorher der Kragen, wenn die „Bereicherung“ immer flächendeckender und engmaschiger wird, die Kluft zwischen Propaganda und Realität den letzten idyllischen Winkel erreicht, wo das Feuilletonistengeschwätz vom „Teilen“ und „Zusammenrücken“ plötzlich am eigenen Leib als unwiederbringlicher Verlust der gewohnten Lebenswelt erfahrbar wird.
      Niemand weiß, wo die rote Linie verläuft. Aber wenn sie überschritten wird, könnte es häßlich werden. Und die Verantwortung trifft all jene, die den multikulturellen Menschengroßversuch mutwillig in Gang gesetzt haben oder als Mitläufer und Profiteure zu feige und egoistisch waren, um den Schreibtischtätern in den Arm zu fallen." (JF)

    • "...kriegen wir Wahlergebnisse wie in Österreich und Dänemark."
      Ich befürchte so schnell wird das Erwachen hier nicht zur Realität werden. Dafür ist der toitsche Blödzeitungsmichel noch nicht "reif", es muß erst noch vielen Leuten noch deutlich schlechter gehen bevor sie aufwachen und mitkriegen, wohin die Reise hier- politisch gewollt- gehen soll.

    • Die Menschen lassen sich nicht mehr belügen und Märchen haben wir auch genug gehört, diese Wirtschaftsflüchtlinge sind weder eine Bereicherung noch haben wir für diese Menschen Arbeit. Für das was wir zu arbeiten haben brauchen wir diese Leute nicht, und Hütchenspieler, Drogendealer und Gemüseverkäufer hätten wir auch genug.
      Ich sehe immer nur gut genährte junge Afrikaner mit Handy und Zigarette in der Hand.
      Die werden hier noch das arbeiten anfangen wollen...
      März 2016 sind hier in BW Landtagswahlen, ich bin auf die dummen Gesichter der Blockparteien gespannt. Die AfD muss eigentlich gar nicht mehr viel tun,jetzt kommt bald Ruhe in den Laden und dann kriegen wir Wahlergebnisse wie in Österreich und Dänemark.

    • .... im übrigen was sollen die Kommunalpolitker, denn Ihrer Meinung nach mit ihren Mitbürgern kommunizieren? Vielleicht entgegen ihrer eigenen und mit vielen Mitbürgern deckungsgleichen Meinung, dass das Boot voll ist? .... das wirkt kaum glaubhaft!

    • Ehrlich gesagt interessiert mich ihr zitiertes "Feuerwerk" nicht ... wir können nicht die ganze Welt retten, geschweige denn aufnehmen .... unterhalten ist in den seltensten Fälle möglich, da unserer Sprache nicht mächtig und zudem aus einem völlig fremden Kulturkreis. Deshalb sollen diese Flüchtlinge auch in grenznahen und mit selbiger Kultur ausgestattet aufgenommen werden, was wesentlich kompatibler wäre.

    • Ob das den Gutmenschlein gefällt oder nicht, aber die Politik, die hier tatenlos zuschaut, wie das ganze Land überflutet wird, handelt absolut fahrlässig, provoziert genau durch dieses Nichthandeln erst diese Ablehnung, dann Krawalle, dann auch daraus entstehende Gewalt. Wenn man DAS will... nun denn...!!

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