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Flüchtlingswelle erreicht Bayern Das Herz der Münchener

Die Spontanhilfe der Münchener Bürger beeindruckt: Sie überdeckt etwas die Bilder der brennenden Flüchtlingshäuser aus den vergangenen Nächten. Deutschland ist an diesem Tag für die Neuankömmlinge ein gutes Land.
53 Kommentare

Hunderte Polizisten schirmen Bahnhof vor Flüchtlingen ab

MünchenPia Lipp ist heute Morgen um sechs aufgestanden. Ein Freund hat die 16-jährige Schülerin aus Pfaffenhofen im Auto mit zum Münchener Hauptbahnhof genommen. „Wir haben gehört, dass die Nazis die Flüchtlinge 'in Empfang' nehmen wollten, dagegen mussten wir etwas tun“, sagt die zierliche blonde Schülerin. Sie gehört keiner Organisation an. Als sie ankam waren erst 20 freiwillige Helfer da.

„Die waren völlig fertig, weil sie schon die ganze Nacht hier waren“, sagt Pia Lipp, „und die sind jetzt noch da.“ Antifa, Help for Refugees und Punks und ganz viele spontane Helfer bilden an diesem Tag ein beeindruckendes Gegengewicht zu den Meldungen über brennende Flüchtlingsheime der vergangenen Tage. Von Rechtsradikalen ist am Nachmittag nichts mehr zu sehen. Internationale Kamerateams laufen auf, um über das andere und bessere Bild der Deutschen zu berichten. Immer mehr Helfer kommen.

Petra Schultz-Lehmann, 46 und ihre Tochter Emily, 14, haben über Twitter den Spendenaufruf der Münchener Polizei mitbekommen. „Eigentlich wollten wir nur die Sachen unserer jüngeren Tochter abgeben. Es wurde uns in Sekunden aus den Händen gerissen. Wir haben von zuhause noch den Rest geholt und sind dageblieben. Jetzt kümmern sich die beiden um die spontan entstandene Kleiderkammer. „Wer gesehen hat, wie die Kinder hier ankommen, der kann nicht mehr nur zusehen“, sagt die Schultz-Lehmann. Sie ist selbstständig und hat ihren Schmuck-Onlinehandel einfach spontan geschlossen, um hier zu helfen.

Unser Autor Martin Buchenau vor Ort.
München

Unser Autor Martin Buchenau vor Ort.

Genauso ging es Ulrich Erhard, 42 Jahre alt. Der selbständige Architekt kam auf dem Weg zur Baustelle am Bahnhof vorbei. „Das ist hier etwas anderes, als im Fernsehen, das ist reale Not“, sagt Erhard. „Ich hab meine Frau angerufen, sie soll den Kinderwagen aus eBay nehmen und hier her bringen“, sagt der Architekt. Geblieben sind beide und helfen. Die Erhards schicken Sammel-Mails an ihre Freunde. Gebraucht werden gerade Männerunterhosen.

Ein Gemüsehändler kommt vorbei und bringt kistenweise Obst. Einfache Münchener schleppen Plastiktüten mit Essen an. Die karitativen Organisationen kaufen Windeln, Wasser und Knusperriegel. Die Münchner zeigen an diesem Tag ganz großes Herz, liefern Kleider, Schuhe, und wie die Erhards ganze Kinderwägen ab. An diesem Tag kommen vor allem aus Syrien viele Familien und Kleinkinder und nicht nur junge Männer, wie es in den Migrationsstatistiken heißt.

Gespendetes Wasser und andere Getränke liegen in München in einer Bahnhofshalle. Quelle: dpa
Schnelle Hilfe

Gespendetes Wasser und andere Getränke liegen in München in einer Bahnhofshalle.

(Foto: dpa)

Ein kleiner Junge hat eine Kiste mit Playmobil bekommen. Seine Schwester ein Kuscheltier und Süßigkeiten. Weitere Flüchtlingskinder lutschen ein Eis. Deutschland ist an diesem Tag für sie kein schlechtes Land.

Der Weg in die deutsche Gesellschaft wird beschwerlicher
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53 Kommentare zu "Flüchtlingswelle erreicht Bayern: Das Herz der Münchener"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Welchen Vorteil sollten wir denn darin sehen, Leute hierher zu locken, die wegen einiger Seiten, die jemand (mag sein in provokativer Absicht...?) aus einem Buch herausreißt, derartig ausflippen, völlig ausrasten, die Unterkunft kurz und klein schlagen, stundenlang auf den Straßen um die Unterkunft herum randlieren, Anwohner bedrohen und in Angst und Schrecken versetzen, einen Schaden in 6stelliger Höhe verursachen, mehrere Autos demolieren, Menschen verletzen etc. etc. Brauchen wir die hier? Nein!

  • @ Frau Anna Buschmann
    Hatte ich. SIe waren beide in der Liste. Keine Sorge, ich auch.

  • Den Witz kenne ich schon. Und er ist zweifellos besser, als ihre "volkswirtschaftl. Erläuterungen", die so ziemlich der größte Unsinn sind, den ich hier jemals gelesen habe.
    Der Hotelgast war alleine. Es sind ihm keine hunderttausende, bzw. millionen weiterer gefolgt.
    Aber vor allem: Er ist wieder ABGEREIST!!!!!

  • Verehrter Kommentator, das habe ich alles schon erlebt, Helmut Schmidts Sprüche lesen,
    Sie stehen aber geistig dem Welt-Ökonomen sehr nahe, einfach ekelhaft diese sozialistische Einstellung. Ich kümmere mich nur um meine Muse und meinem V8 . Das sollten Sie als erfolgreicher Kommentator auch tun, obwohl Frankfurt doch nur für die niedrigen Stände geeignet ist. Sie sollte Salzburg oder auch Meran in Erwägung ziehen, keinesfalls Kitzbühel, nur russische Prolls die nicht einmal skifahren können. Ich sag Ihnen, man hat es nur noch mit......

  • @spreti
    Sie gestatten bitte!
    Nach Ihrer Logik ist die schiere Masse der Multiplikator.
    Tatsaechlich kann aber derselbe Effekt durch die bestehende Bevoelkerung bei Taetigung von Mehrausgaben entstehen, so wie dies bei jeder Aufschwungphase erfolgt.

    Der reduzierte Oelpreis ist ein aktuelles, sehr eindrucksvolles Beispiel hierfuer.

    Soweit rein oekonomisch geantwortet.

    Ihnenn einen angenehmen Abend!

  • Was lernen wir daraus: Um so mehr Sozialhilfeschnorrer ins Land kommen um so besser für uns. Andere Länder wissen das offensichtlich noch nicht sonst wären sie nicht so unwilllig bei der Verteilung dieser Leute. Aber vielleicht funktionieren deren Volkswirtschaften auch anders. Frau Merkel hat offensichtlich bei Ihnen gelernt.
    :

  • @Sportsmann

    Es stellt sich die Frage warum ich als Deutscher einen in Englisch abgefassten Artikel lesen soll? Als Deutscher spreche und lese ich in der Regel nun mal deutsch.

    Ist das nun auch schon "N_zi"?

    Wahrscheinlich werden wir, wenn es so weiter geht, die Zeitungen usw. mehrsprachig machen müssen, weil sonst, nach Meinung der rot-grünen sozialistischen Gutmenschen , die vielen Neubürger diskriminiert sind.
    Die wollen ja auch in der Ferne ein Stück Heimat haben.

    Ich habe mir aber trotzdem die Mühe gemacht und den engl. Artikel gelesen und muss Ihnen sagen, dass er mir keine neuen Erkenntnisse gebracht hat.
    Zwischenzeitlich sind es 5 Kommentare, die sich in der Sache mehrheitlich mit dem decken, was auch bei den deutschen Kommentaren die Meinung der Mehrheit ist. Dass diese "Flüchtlingspolitik" nicht gut ist.

    Sie stellen also auch in Englisch nicht die Mehrheit dar.

  • "Vielleicht kommen die Betreffenden doch noch in die Gänge und leisten ihren Beitrag, damit nicht alles aus den Fugen gerät." Nach Allem, was ich bisher von diesen Leuten gesehen und gehört habe, wird das kaum der Fall sein! Beispiel Suhl vorletzte Woche! Was da ankommt, ist überwiegend kein Gewinn für dieses Land, sondern wird auf unüberschaubare Zeit eine gewaltige Belastung bleiben, z.B. auch durch die weiter steigende Kriminalität!

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