Folge der Schuldenkrise Bundesbank warnt vor Immobilienblase

Während Europa sich gegen eine neue Zuspitzung der Schuldenkrise in einigen Ländern stemmt, könnte sich ein weiteres Problem auftun: Die Bundesbank sieht im Immobilienmarkt ein gefährliches Stabilitätsrisiko.
Update: 14.11.2012 - 14:42 Uhr 31 Kommentare
Ein zum Verlauf stehendes Haus in Nordrhein-Westfalen (Archivbild). Quelle: dpa

Ein zum Verlauf stehendes Haus in Nordrhein-Westfalen (Archivbild).

(Foto: dpa)

BerlinWer Merkmale einer Immobilienblase sucht, wird schnell fündig. In München brechen Wohnungspreise Jahr für Jahr Rekorde. In die Mieterstadt Berlin fallen wohlsituierte Aufkäufer aus Skandinavien oder Südeuropa ein und verängstigen Mieter. Der Markt boomt, weil vielen Menschen in der Schuldenkrise ein Haus sicherer erscheint als Aktien oder Anleihen. Die Entwicklung ist auch der Bundesbank nicht verborgen geblieben.

Angesichts der niedrigen Zinsen haben die Notenbank-Experten ihren Fokus nun auch auf die Entwicklung der deutschen Immobilienmärkte gerichtet. Und sie kommen in ihrem Finanzstabilitätsbericht, der heute vorgestellt wurde, zu einer ernüchternden Einschätzung, die vor allem Eurokrisen-Politiker in Aufruhr versetzen könnte. Zusätzlich zu den Risiken durch die Schuldenkrise sehen die Bundesbanker Gefahren, die vom Immobilienmarkt auf das Finanzsystem überschwappen könnten.

Zwar sei trotz des zum Teil deutlichen Immobilien-Preisanstiegs in einzelnen Ballungsgebieten noch kein rascher Aufbau von Risiken für die Finanzstabilität zu erkennen, sagte Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, zuständig für den Bereich Finanzstabilität. „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen aber, dass es gerade im Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann.“ Sollte es zu solchen Preisblasen auch in deutschen Ballungszentren kommen, könne dies die Finanzstabilität hierzulande „erheblich gefährden“.

Vor einer solchen Entwicklung hatte jüngst auch der neue Finanzchef der Allianz, Maximilian Zimmerer, gewarnt. „Ich fürchte, es könnte zu einer Blase kommen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Die Blase wäre nicht von Großanlegern getrieben, sondern eher von Privatanlegern, die Inflation und einen Kollaps des Euro fürchten und in Sachwerte flüchten.“

Das sieht die Bundesbank genauso. „Zur Belebung des Immobilienmarkts dürften neben den guten mittelfristigen Aussichten für Einkommen und Arbeitsmarkt sowie dem niedrigen Zinsniveau auch die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die damit verbundene Flucht in als sicher eingestufte Immobilienanlagen beitragen“, heißt es in der Handelsblatt Online vorliegenden Analyse.

Beträchtliche Summen im Spiel
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31 Kommentare zu "Folge der Schuldenkrise: Bundesbank warnt Deutschland vor gefährlicher Blase"

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  • Also wenn die Masse sich mal wieder einig ist, dass die Preise nur noch eine Richtung kennen, dann kann man sich wohl sicher sein, dass es anders kommt. Dass Goldman Sachs Anteile der von ihnen gekauften GSW (ehemaliger Sozialwohnungsbau aus den 30er Jahren, von unseren fremdbestimmten Politikern verkauft) an der Börse verscherbelt ist wohl auch kein Zufall. Oder es ist diesmal nicht Goldman Sachs, die die Richtung bestimmen sondern Hinz und Kuntze.

  • Da hilft nur eine Zinserhöhung statt alberner Mahnungen

  • Es ist schon richtig, daß in den Städten die Immo-Preise unverschämte Maße annehmen. das ist meiner Meinung nach politisch so gewollt. Es gibt aber im ländlichen Raum durchaus gute Immobilien die keinen Käufer finden, z.B. wenn Elektroheizungen vorhanden sind, denn wer kann es sich leisten ein haus elektrisch zu heizen? Es gibt aber auch andere gute Angebote, man darf nur nicht zu kleingeistig sein und die Angebote ansehen und dann zugreifen. Wenn Alle in der Stadt wohnen wollen, wird die Luft in den Ballungsräumen immer schlechter. Was aber noch nichts mit der Angstmacherei einer evtl. Immobilienblase zu tun hat.

  • Nun, man nehme einfach einmal die derzeitigen Schätzungen zur Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland. Ohne massiv steigende Zuwanderung wird die Bevölkerungszahl in den nächsten 35 Jahren um ca. 10-15 Millionen Menschen abnehmen. Zur Zeit wird viel gebaut. Wir wissen, wie sich leichte Verschiebungen von Angebot und Nachfrage auf Preise auswirken. Mir ist nicht klar, wie bis auf wenige Ausnahmen der Preis für Wohnraum mittelfristig steigen soll.

  • Die Grundstückspreise in der Rangliste "Wo wohnt man günstig - und wo teuer?" sind zum Teil falsch. Bei den günstigen Orten ist das Komma jeweils eine Stelle zu weit rechts gesetzt.

  • Gold wird immer seinen Wert behalten und nie auf Null fallen.Das ist der Unterschied zu z.B. Nemax Aktien.Als die " Goldblase" 2000 bei unter 250 $ pro Unze begann wollte sie niemand sehen.Gold galt als langweilig,von gestern,was für Opas.Man weiß nicht was kommt.Aber sollte es zur Hyperinflation kommen,dann wäre Gold in physischer Form,nicht in Zertifikaten maroder Banken angelegt,wohl der einzige Schutz für "den kleinen Mann" etwas vom Ersparten zu retten,neben Immobilien,obwohl da :Lage,Lage ,Lage...gute Imobilien sind schon so teuer und damit außerhalb der Reichweite.

  • @Totosse

    haben sie angst?
    brauchen sie hilfe?
    lesen geht nicht einher mit verstehen, verstehen setzt verstand voraus
    also brauchen sie wohl doch hilfe

  • Vorsicht, rechtsradikaler Inhalt. Zwischen "die Deutschen sollten aufwachen" und "deutschland erwache" ist kein grosser unterschied!

  • die Kunst besteht eben in der "kaufmännisch seriösen" Finanzierung; und diese ist eben vielfach nicht gegeben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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