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Folgen der Coronakrise „Das ist verheerend“ – Digitale Wirtschaft erwartet drastische Corona-Einbußen

Die Digitalbranche fürchtet durch die Coronakrise einen herben wirtschaftlichen Dämpfer. Auch Entlassungen werden erwartet. Der Branchenverband bittet die Politik um Hilfe.
08.04.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren
Die Auswirkungen der Coronakrise treffen auch die Digitalwirtschaft schwer. Quelle: dpa
Digitalbranche

Die Auswirkungen der Coronakrise treffen auch die Digitalwirtschaft schwer.

(Foto: dpa)

Berlin Die Auswirkungen der Coronakrise werden auch die Digitalbranche schwer treffen. Das zeigt eine Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) unter 202 Digitalexperten aus BVDW-Mitgliedsunternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach rechnen infolge des Shutdowns 98 Prozent der befragten Experten mit Umsatzeinbußen von durchschnittlich 32 Prozent für das laufende Jahr.

Die Soforthilfemaßnahmen, die Bund und Länder zeitnah auf den Weg gebracht haben, bewerten zwei Drittel (65 Prozent) als „zielführend“. Nur jeder sechste Befragte gibt an, nicht zufrieden zu sein. Nachbesserungsbedarf sehen die BVDW-Mitglieder allerdings vor allem in den Bereichen steuerliche Erleichterungen (51 Prozent), Höhe der Soforthilfen (37 Prozent) sowie bei den jeweiligen Antragsverfahren (36 Prozent). Nur jeder Sechste (17 Prozent) fordert weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Kurzarbeit hat laut der Umfrage ein Drittel der Digitalunternehmen (35 Prozent) beantragt oder plant, dies zu tun. Dabei seien durchschnittlich 65 Prozent der Belegschaft betroffen. Dennoch rechnet ein Fünftel der Unternehmen (21 Prozent) damit, Mitarbeiter wegen der Coronakrise entlassen zu müssen.

„Das ist verheerend“, sagte BVDW-Präsident Matthias Wahl dem Handelsblatt. „Die Fachkräftegewinnung gehörte bisher zu den größten Herausforderungen unserer Branche.“ Gemeinsam mit der Politik auf Bundes- und Länderebene müsse daher alles dafür getan werden, den nachhaltigen Schaden so gering wie möglich zu halten.

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    Kritisch sieht BVDW-Präsident Wahl wie kleine und mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern bei den Soforthilfen berücksichtigt werden. Der Mittelstand hatte zuletzt lautstark geklagt, bei den Corona-Hilfen zu kurz zu kommen. Denn für Kleinstunternehmen bis zehn Mitarbeitern hat die Bundesregierung bereits Zuschüsse beschlossen, die überwiegend nicht zurückgezahlt werden müssen. Für größere Firmen ab 250 Mitarbeitern ist der neue Wirtschaftsstabilisierungsfonds vorgesehen. Dieser soll mit Garantien und Staatsbeteiligungen in der Krise Insolvenzen vermeiden.

    Wahl sagte dazu, die auf den Weg gebrachten Garantien seien zwar ein „wichtiger Baustein“. „In vielen Fällen ist es mit einem Notfallkredit aber nicht getan.“ Während erste Bundesländer hier bereits mit einer Ausweitung der Soforthilfen regiert hätten, „erwarten wir einheitliche Lösungen auf Bundesebene, um diese Existenzen zu schützen“, so der BVDW-Präsident.

    Vor allem Industrie und Handel betroffen

    Der Befund der BVDW-Umfrage deckt sich weitgehend mit dem Ergebnis der monatlichen Konjunkturumfrage des IT-Verbands Bitkom und der Münchner Ifo-Instituts in der IT- und Telekommunikationsbranche. Demnach hat sich in der Digitalbranche das Geschäftsklima unter dem Eindruck der Coronakrise im März stark eingetrübt.

    Jedes dritte Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche (31 Prozent) verzeichnete im März einen Nachfragerückgang. Während 55 Prozent der Unternehmen negative Folgen der Coronakrise feststellten, berichteten 43 Prozent davon, dass die Pandemie keine Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit habe. Lediglich drei Prozent bemerkten einen positiven Effekt. Von den negativen Folgen sind in der Digitalbranche vor allem Industrie und Handel betroffen.

    Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartung berechnet, notiert demnach aktuell nur noch bei 0,6 Punkten – nach 24,6 Punkten im Februar. Das ist der niedrigste Wert seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009.

    Eine Mehrheit der Unternehmen rechnet für die kommenden sechs Monate mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage, der Saldo der Erwartungen ging um 30,9 auf minus 18,4 Punkte zurück. Das ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2006. Die aktuelle Geschäftslage wird dagegen immer noch mehrheitlich positiv eingeschätzt, auch wenn sie mit 21,6 Punkten um 15,7 Punkte unter dem Februar-Wert liegt.

    Die Unternehmen der ITK-Branche beurteilten ihre konjunkturellen Perspektiven zwar besser als die die Wirtschaft insgesamt. „Aber auch in den Auftragsbüchern der Bitkom-Unternehmen hat sich die Coronakrise jetzt schon bemerkbar gemacht und sie drückt messbar auf die Stimmung“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum die Corona-Soforthilfen für Betrüger ein leichtes Spiel sind.

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