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Folgen der Franken-Freigabe Zoll leidet unter Schweizer Einkaufslust

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„Sie werden nicht mehr Herr über die Flut“

Für Schweizer sind damit in Euro gehandelte Waren erheblich billiger geworden. „Vor allem Drogeriewaren kosten in Deutschland zum Teil nur ein Drittel“, sagt Peter, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte. Der 65-Jährige kommt regelmäßig aus der Nachbarstadt Kreuzlingen nach Konstanz. An diesem Tag hat er ein Sportgerät gekauft, dass er nun zum Zoll schleppt. „Das hat mich netto 73 Franken gekostet“, sagt er. „In der Schweiz hätte ich dafür mindestens das Doppelte gezahlt.“ Manche seiner Landsleute kritisierten die Einkäufe in Deutschland, da sie dem Schweizer Einzelhandel schadeten. „Solche Leute kenne ich auch“, meint Peter. „Aber ein paar Tage später fahren sie selber über die Grenze.“

Angelockt durch Tiefstpreise kommen die Eidgenossen zu Tausenden zum Einkaufen in die deutsche Grenzregion, die Städte dort ächzen vor allem an Samstagen unter dem Verkehr.

2013 wurden im Bereich des Hauptzollamtes Singen mehr als neun Millionen Ausfuhrzettel ausgestellt – rund 30.000 pro Werktag. Aktuellere Zahlen gibt es noch nicht. In diesem Jahr rechnen die Beamten aber mit einem Anstieg.

Schon jetzt seien die Beschäftigten stark belastet, sagt der Vorsitzende der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft, Dieter Dewes. „Sie werden fast nicht mehr Herr über die Flut.“ Das Ausstellen der Ausfuhrzettel sei seit Jahren ein Ärgernis. Klar sei aber auch: „Man kann den Einkaufstourismus nicht abschaffen, das ist halt so.“ Die Einführung eines automatisierten Verfahrens sei daher alternativlos, sagt Dewes. Derzeit beschäftige sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Zollverwaltung und der Industrie- und Handelskammer mit der Umsetzung.

  • dpa
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