Folgenschwere Wirtschaftssanktionen Sigmar Gabriels riskante Russland-Drohung

Man habe keine Angst vor härteren Sanktionen gegen Moskau, sagt Sigmar Gabriel. Die Linke erstaunt das. Sie will Aufklärung über mögliche Folgekosten. Die könnten tatsächlich höher ausfallen, als Gabriel denken mag.
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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD): Keine Angst vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Quelle: dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD): Keine Angst vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland.

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BerlinSigmar Gabriel (SPD) übt in diesen Tagen einen denkbar schwierigen Spagat. Als Bundeswirtschaftsminister stellte er am Dienstag die sogenannten Frühjahrsprojektionen vor – den Blick seines Ministeriums auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

Die Prognose fällt Gabriel nicht allzu schwer. Alle verfügbaren Daten sehen die hiesige Wirtschaft im Aufwind. „Vor Deutschland liegen zwei wirtschaftlich erfolgreiche Jahre“, verspricht der Minister. Ob er das Versprechen aber wirklich halten kann angesichts der Risiken, die durch den Ukraine/Russland-Konflikt immer näher an Europa und damit auch an Deutschland heranrücken?

Gabriel hat auch darauf eine klare Antwort. Mögliche harte Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise dürften sich kaum auf das Wachstum und die Exporte auswirken, meint er. „Niemand will Wirtschaftssanktionen“, fügt er hinzu, „aber klar ist auch, dass die Bundesregierung im europäischen Kontext keine Angst davor hat.“

Gabriels Selbstgewissheit ist erstaunlich, zumal die Wirtschaft nicht müde wird, vor den Folgen möglicher härterer Strafmaßnahmen gegen Russland zu warnen. Selbst die bundeseigene Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing (Germany Trade & Invest; kurz: GTAI) prophezeit schwere Rückschläge, sollte sich Deutschland gemeinsam mit Europa darauf verständigen, die dritte Stufe der Sanktionen in Gang zu setzen.

„Für die deutschen Unternehmen hätten Wirtschaftssanktionen verheerende Folgen“, schreibt der GTAI-Russland-Experte Bernd Hones in einer Analyse des Konflikts. „Denn Russland und Deutschland sind ökonomisch eng miteinander verwoben.“ Unterm Strich sei nicht nur Deutschland als Gaskunde und Technologielieferant für Russland wichtig. Russland habe auch als Absatzmarkt große Bedeutung für deutsche Firmen. „Viele Betriebe mit hunderttausenden Arbeitsplätzen leben von der Nachfrage Russlands nach Maschinen und Konsumgütern“, erklärt Hones.

Solche Aussagen sind eine willkommene Steilvorlage für die Opposition im Bundestag und führen zu bizarren Allianzen. Wer hätte gedacht, dass sich die Linke einmal hinter die Anliegen der deutschen Wirtschaft stellt. „Wirtschaftssanktionen nützen nichts und schaden viel“, sagt die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Letztlich kann die europäische Wirtschaft, vor allem die deutsche, bei einem Wirtschaftskrieg gegen Russland nur verlieren, im Gegensatz zur US-amerikanischen, deren Interessenlage tatsächlich anders aussieht.“

Aber Sanktionen würden auch den Menschen in der Ukraine nichts bringen, ganz gleich zu welchem Bevölkerungsteil sie gehören, ist Wagenknecht überzeugt. Nötig sei vielmehr eine Russlandpolitik, die auf Gespräche und Diplomatie und nicht auf eine weitere Eskalation und Drohgebärden setze. „Die russische Politik kann kein Interesse daran haben, dass die Lage in der Ost-Ukraine immer instabiler wird“, meint die Linkspartei-Politikerin.

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Minister soll „Kostenvoranschlag“ für Sanktionen vorlegen
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38 Kommentare zu "Folgenschwere Wirtschaftssanktionen: Sigmar Gabriels riskante Russland-Drohung"

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  • Also ich glaube nicht, dass Russland als Reaktion Wirtschaftssanktionen nur wegen Siigi Pops Worten folgen lässt.

    Denn dazu müsste Putin diesen Rollmops erst mal ernst nehmen.

  • @ deltaone richtig, und -
    "Eine Idee, die niemand je gehabt haette,das kann mit aller Wahrscheinlichkeit nur eine Dummheit sein"
    auch nicht von mir, ab er A.Comte-Sponville

  • Kellerkind Burgerking wird wieder vulgär. Ein reinrassiger Prekarier...

  • Hier werden die frustrierten Putinisten so richtig zutreffend beschrieben:

    Unbestechlich, Moralist
    Ist der fleiß‘ge HB-Forist
    So rein und gut, weiß immer Rat
    Gibt seinen Senf zu jeder Tat
    Nichts Falsches trübt sein edles Tun
    Er muss stets tippen, kann nicht ruh’n
    Missgönnt den Ob’ren ihre Pfründe
    Kennt selbst geheimste Hintergründe
    Und weiß genau, wie ich jüngst las
    Wenn’s irgends kracht, der Ami war’s
    Er räkelt sich, allzeit bereit
    Im Sessel der Gerechtigkeit
    Und dazu braucht er sehr viel Schneid
    Doch eigentlich ist’s nur blanker Neid
    Aufgrund der eig’nen »Wicht« ichkeit

    Nicht von mir, dem Unbekannten besten Dank!


  • Würd die Führungsspitze Claudia Roth und Gabriel sehr begruessen. Setzen beide besagten Medienberater ein.

    Schrill und voreilig heißt die Devise.

  • Warum gibt es eigentlich keine Kriminalstatistik bei Politikern ? Ich könnte mir vorstellen das sie die NR. 1 weit vor allen Italienischen Mafia Clans hat.

  • Kriegstreiber Gabriel denkt wohl schon an die Wiederaufbau-Möglichkeiten für deutsche Unternehmen nach einem Krieg in Europa, (falls D. bis dahin überhaupt noch exisitert) und rechnet das sich daraus ergebende Steuereraufkommen mit ein?
    Minister Gabriel ist nach seiner Äußerung im Hinblick auf russische Panzer in Europa eine Schande für Deutschland. Für seine Partei wohl weniger, die ja sowieso schon alle ihre Ideale verraten hat. Willy Brand würde im Grabe rotieren.

  • Genau meine Meinung!
    Nur wer reicht die Klage ein ohne zwangseingewiesen zu werden.
    Wir sind leider schon viel näher an einem diktatorichen System als die meisten wahrhaben wollen.
    Aber diesen Sommer droht keien Gefahr vom Michel, es gibt ja wieder WM!

  • Berlin , macht wohl alle " Machtbesoffen " ? !

  • Gabriels Aussage:"Mögliche harte Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise dürften sich kaum auf das Wachstum und die Exporte auswirken" zeigt überdeutlich, mit welcher Kompetenz dieser Mann ausgestattet ist. Und leider ist diese übergreifende Unwissenheit resp. Kompetenzfreiheit, bezeichnend für unsere "Spitzenpolitiker".

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