Forsa Grüne kommen in Umfrage auf 21 Prozent – Kaum Vertrauen in Seehofer und Nahles

Die Grünen erleben einen Höhenflug: Sie sind laut einer bundesweiten Umfrage derzeit zweitstärkste Partei. Doch der Trend dürfte nicht von Dauer sein.
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Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck (links), und Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion, jubeln im Landtag nach den Wahlergebnissen in Bayern. Quelle: dpa
Landtagswahl in Bayern

Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck (links), und Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion, jubeln im Landtag nach den Wahlergebnissen in Bayern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWenn die Deutschen in diesen Tagen einen neuen Bundestag wählen würden, wäre eine schwarz-grüne Koalition möglich, zumindest rein rechnerisch. Denn die Grünen legen in der Wählergunst weiter zu: In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und NTV liegen sie mit 21 Prozent nur noch sechs Prozentpunkte hinter der Union.

Die Sozialdemokraten belegen mit 14 Prozent Rang vier hinter der AfD (15 Prozent). FDP und Linke würden jeweils neun Prozent der Stimmen erhalten.

Der Aufwärtstrend der Grünen zeigte sich am Wochenende auch in einer Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“. Demnach würden sie 19 Prozent und damit zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche erhalten. Die Regierungsparteien rutschten – wie in der Forsa-Umfrage – ab: CDU und CSU kamen auf 25, die SPD lediglich auf 15 Prozent. Wenn ein neuer Bundestag gewählt werden müsste, hätte die schwarze-rote Koalition derzeit keine Mehrheit mehr.

Zwar sind laut Forsa mit zehn Prozent so viele Bürger wie nie davon überzeugt, dass die Grünen am besten mit den Problemen in Deutschland fertig werden würden. Doch glaubt mehr als die Hälfte (52 Prozent), dass der Höhenflug der Partei schon bald vorüber sein könnte. Ein Drittel (34 Prozent) der Befragten ist der Meinung, dass die Grünen die Sozialdemokraten dauerhaft als Volkspartei ablösen können.

Verantwortlich für das sinkende Vertrauen in die SPD dürfte vor allem Parteichefin Andrea Nahles sein: Nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) ist mit ihrer Arbeit zufrieden, die große Mehrheit, nämlich 69 Prozent der Befragten, ist damit unzufrieden.

Noch schwerer als das Misstrauen vieler Wähler dürfte wiegen, dass Nahles auch an Zustimmung in den eigenen Reihen verliert. Selbst die Mehrheit der SPD-Anhänger bewertet die Arbeit der 48-Jährigen negativ: 62 Prozent der Umfrageteilnehmer sind unzufrieden mit der SPD-Vorsitzenden.

Doch Nahles scheint alternativlos: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) sieht niemanden unter den Sozialdemokraten, der für den Parteivorsitz geeignet wäre. Von den 29 Prozent der Umfrageteilnehmer, die sich einen anderen SPD-Chef vorstellen können, nennen die meisten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (9 Prozent), gefolgt von Kevin Kühnert (5 Prozent).

Stimmen, die sich gegen den Parteivorsitzenden aussprechen, werden nach der Bayern-Wahl auch in der CSU lauter. Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sind der Befragung zufolge der Meinung, dass es für Horst Seehofer an der Zeit ist, zurückzutreten. Auch sein Amt als Bundesinnenminister soll er ihrer Ansicht nach niederlegen. Mit 37,2 Prozent der Stimmen fuhr Seehofers Partei vor acht Tagen das schlechteste Ergebnis seit 1950 bei einer Landtagswahl ein.

Ein Rückzug des CSU-Chefs scheint derzeit sogar möglich: Seehofer wird seiner Meinung nach zu unrecht für das miserable Abschneiden verantwortlich gemacht – und hat mit seinem Rücktritt gedroht, sollte er wegen der Wahlschlappe weiterhin in der Kritik stehen.

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  • Es ist durchaus festzustellen, daß die Grünen gelernt haben und mehr in die Mitte gerückt sind. Jedoch empfehle ich das Wahlprogramm/Partieprogramm zu lesen. Da steht viel drin, was man als Mittelständler oder Bürger der Mitte nicht akzeptieren kann. Allerdings können sie sich ja noch weiter verändern. In Baden-Württemberg geht's ja auch ohne den linken Ballast, warum nicht im Bund.

  • Diese wöchentlichen Umfrageprognosen sind doch der größte Bullshit. Wen versucht ihr damit zu beeinflussen? Deutsche sind "Gewohnheitstiere" und ändern nicht wöchentlich ihre Meinung bezüglich ihrer politischen Überzeugung.

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