Forscher widersprechen Steuerschätzung DIW rechnet mit sprudelnden Steuereinnahmen

Sie prophezeien weitaus mehr Geld für die Staatskasse als erwartet: Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung glauben, dass insbesondere steigender Konsum und steigende Löhne einen Schub bringen.
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Der Konsum zieht an und treibt die Umsatzsteuereinnahmen in Deutschland. Das dürfte laut DIW die Staatskassen klingeln lassen. Quelle: dpa
Einkaufen in Deutschland – das freut auch den Staat, der mitverdient

Der Konsum zieht an und treibt die Umsatzsteuereinnahmen in Deutschland. Das dürfte laut DIW die Staatskassen klingeln lassen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Steuereinnahmen werden 2015 und 2016 nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) höher ausfallen als in der jüngsten Steuerschätzung angenommen. Bund, Länder und Gemeinden könnten sich in diesem Jahr auf Mehreinnahmen von insgesamt fast fünf Milliarden Euro freuen, heißt es in einer Analyse der Berliner Forscher, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Im kommenden Jahr dürften die Mehreinnahmen bei rund 2,6 Milliarden Euro liegen, schätzt DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden auf Grundlage der erhöhten DIW-Konjunkturprognose.

„Fast alle großen Steuern werden kräftiger sprudeln als bislang angenommen: Der anziehende Konsum treibt die Einnahmen aus der Umsatzsteuer in die Höhe, und die Lohnsteuer expandiert kräftig, weil die Einkommen steigen“, sagte van Deuverden. Zudem senke der niedrigere Ölpreis die Kosten der Unternehmen und steigere ihre Gewinne. Dabei profitierten die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer stärker als die aus der Einkommensteuer. Denn die großen Kapitalgesellschaften würden durch den Ölpreis stärker entlastet, und die kleineren Firmen durch den Mindestlohn tendenziell stärker belastet.

Dank der Mehreinnahmen ergäben sich größere finanzielle Spielräume für die öffentliche Hand, die auch genutzt werden sollten, sagte van Deuverden. Ziel sollte es sein, das Wachstumspotenzial der Wirtschaft zu erhöhen. „Weitere Erhöhungen der staatlichen Konsumausgaben, wie wir sie in den vergangenen Monaten gesehen haben, zählen sicher nicht dazu“, kritisierte die DIW-Expertin.

  • rtr
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