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Forschung Öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse könnten bald für jeden frei zugänglich sein

Springer Nature hat ein Open-Access-Abkommen abgeschlossen. Die deutsche Wissenschaft kommt damit einem wichtigen Ziel immer näher.
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Beide Verlage haben Open-Access-Verträge abgeschlossen. Quelle: AP
Springer und Wiley bei einer Buchmesse

Beide Verlage haben Open-Access-Verträge abgeschlossen.

(Foto: AP)

Berlin Die Revolution rückt näher: Schon bald könnten öffentlich finanzierte deutsche Forschungsergebnisse für jedermann zugänglich sein. Nach dem Wissenschaftsverlag Wiley hat nun auch Springer Nature eine entsprechende Open-Access-Vereinbarung mit der Wissenschaft unterzeichnet.

Seit vielen Jahren drängen Forschung und Politik darauf, öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse frei zugänglich zu machen. Ab Anfang 2020 soll dies für nahezu alle Publikationen des Verlags Springer Nature Realität werden. Das sieht ein Abkommen mit dem „Deal-Konsortium“ der deutschen Wissenschaft vor, das 700 Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken vertritt.

Anfang 2019 war Deal bereits mit dem Verlag Wiley einig geworden. Künftig sollen beide Verlage eine fixe Summe von 2750 Euro pro veröffentlichtem Artikel erhalten – die sie im Gegenzug für jedermann weltweit zugänglich machen. Das Copyright bleibt künftig beim Forscher.

Zudem erhalten die Institute kostenlosen Zugriff auf nahezu alle sonstigen Veröffentlichungen der Verlage, bis zurück ins Jahr 1997. Das soll das traditionelle Verfahren ablösen, wonach die Publikation Forscher nichts kostet, sie aber teuer für wissenschaftliche Zeitschriften bezahlen, die zudem jährlich vier bis fünf Prozent teurer würden.

Kosten für die Wissenschaft könnten sinken

Die Einigung erhöht nun den Druck auf Marktführer Elsevier, sich dem neuen Regime anzuschließen. Elsevier, Springer Nature und Wiley veröffentlichen rund die Hälfte aller wissenschaftlichen Artikel aus Deutschland. „Es gibt derzeit keine offiziellen Verhandlungen, aber Gespräche mit Elsevier“, sagte der Deal-Verhandlungsführer und langjährige Hochschulrektoren-Präsident Horst Hippler bei der Vorstellung des Abkommens.

Nachdem nun Wiley und Springer Nature dabei seien, hätten sich aber „die Rahmenbedingungen geändert“. Das heißt: Auch der Druck auf Elsevier, günstige Konditionen anzubieten, steigt. Die Pioniere Wiley und Springer Nature hoffen indes, ihren Marktanteil zulasten des Konkurrenten ausbauen zu können.

Die zentrale Abwicklung der Abrechnung zwischen Verlagen und den 700 Einrichtungen managt eine Tochter der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). „Ich denke, dass die Verlage unterm Strich weniger einnehmen werden – aber sie hatten zuletzt auch Riesengewinne“, sagte MPG-Direktor Gerard Meijer, der die Abkommen mitverhandelte.

Am teuersten sei Elsevier gewesen – viele Hochschulen hatten daher Zeitschriftenabonnements gekündigt. Nach einer MPG-Studie habe der weltweite Markt für wissenschaftliche Artikel schon 2015 ein Volumen von 7,6 Milliarden Euro und rund zwei Millionen Artikeln gehabt. Fünf Prozent davon entfielen auf Deutschland. Pro Stück seien das also nach dem alten Subskriptions-System rund 3800 Euro pro Artikel.

Mehr: Die Begründung für den Börsengang von Springer Nature konnte die Investoren nicht überzeugen. Das Problem: Der Preis und die fehlende Wachstumsstory.

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