Frauke Petry AfD-Chefin will mit Zentralrat der Muslime sprechen

Der Zentralrat der Muslime will wissen, was die AfD gegen Angehörige des Islams hat. Deshalb hat er den Vorstand der rechtspopulistischen Partei zu einem Gespräch eingeladen. Parteichefin Frauke Petry willigte ein.

Ausgrenzungsstrategie: AfD will alle Symbole des Islams verbieten

BerlinDer Zentralrat der Muslime sucht den Dialog mit der islam-feindlichen AfD. Der Vorstand der rechtspopulistischen Partei sei zu einem Gespräch eingeladen worden, teilte die Organisation am Freitag mit. AfD-Chefin Frauke Petry willigte in ein Treffen ein. Ihre Partei wertet den Islam als nicht zu Deutschland gehörend. Über Teile der muslimischen Gemeinschaft äußerte sich auch Unionsfraktionschef Volker Kauder kritisch: „Wir müssen darüber reden, dass in einigen Moscheen Predigten gehalten werden, die mit unserem Staatsverständnis nicht im Einklang stehen.“

Die Debatte über Muslime befeuerte die AfD mit ihrem Programm-Entwurf, in dem ein Verbot von Minaretten und der Vollverschleierung gefordert wird und der dieses Wochenende vom Parteitag in Stuttgart beschlossen werden soll. AfD-Spitzenpolitiker wie der Partei-Vize Alexander Gauland hatten zudem erklärt, der Islam widerspreche den Grundgesetz. Der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek warf daraufhin der AfD vor, sie sei die erste Partei seit Hitlers NSDAP, die eine ganze Religionsgemeinschaft diskriminiere.

Deutschland und der Islam
„Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“
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Der damalige Bundespräsident Christan Wulff, 2010.

„Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.“
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Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2015.

„Die Wirklichkeit ist, dass in diesem Lande viele Muslime leben. (...) Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.“
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„Wo hat denn der Islam dieses Europa geprägt, hat er die Aufklärung erlebt, gar eine Reformation? (...) Ich bin hoch gespannt auf den theologischen Diskurs innerhalb eines europäischen Islam.“ Bundespräsident Joachim Gauck, 2012.

„Der Islam gehört inzwischen zu den Religionen, die in Deutschland erhebliche Verbreitung finden.“
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„Und ich würde mir wünschen, man könnte von dieser großen Weltreligion sagen, dass sie ein ähnlich aufgeklärtes Verhältnis zwischen Politik und Glauben, Staat und Religion gefunden hat wie Christentum und Judentum.“ Bundestagspräsident Norbert Lammert, 2015.

Man müsse darauf bestehen, „dass Religionen versöhnen und nicht spalten, dass Religionsfreiheit Rücksichtnahme heißt - und dann gehören die Muslime und auch der Islam zu Deutschland“.
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Innenminister Thomas De Maiziere im Januar 2015.

„Der Islam gehört zu uns, weil wir hier Millionen von Muslimen haben.“
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„Vor dem Fremden, das man nicht kennt, hat man eben Angst. Und leider haben es fundamentalistische Strömungen geschafft, das öffentliche Bild des Islams zu dominieren und zu verzerren.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, 2015.

„Die Muslime gehören zu Deutschland, nicht der Islam. Der Islam ist kein Kernbestand der deutschen Kultur und prägt auch nicht unsere Geistesgeschichte und Tradition.“
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CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber, 2015.

„Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?“, sagte Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Deswegen sei die Einladung an die AfD gegangen. Es solle über die Flüchtlingskrise und über Islamfeindlichkeit diskutiert werden. Petry erklärte dazu im Deutschlandfunk: „Ich bin mir sicher, dass mein Büro und der Zentralrat der Muslime einen Termin vereinbaren kann.“

Kauder betonte in der „Berliner Zeitung“, Deutschland sei ein säkularer Staat, in dem die Religion nicht über dem Staat stehe. Er verwies auf Probleme bei der Integration und erklärte: „Wir müssen darüber reden, warum vielen muslimischen Mädchen von ihren Familien verboten wird, am Schwimmunterricht teilzunehmen.“ Man müsse auch zur Kenntnis nehmen, dass viele Jungen aus muslimischen Familien es an Respekt gegenüber Lehrern vermissen ließen. Der CDU-Politiker warnte jedoch auch davor, der AfD in der Ausländer- und Flüchtlingspolitik nachzueifern: „Mit Populisten zu wetteifern ist (...) nicht das Rezept.“ Gefordert seien ausgewogene Antworten.

  • rtr
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