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Friedrich Merz

Der Kandidat verspricht, die Wahlergebnisse der AfD zu halbieren.

(Foto: AP)

Friedrich Merz Merz hält eine Rede mit angezogener Handbremse

Friedrich Merz, der sonst so brillante Rhetoriker, hält beim CDU-Parteitag eine vergleichsweise schwache Rede. Jubel kommt nur selten auf.
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HamburgDie Kandidatur von Friedrich Merz war generalstabsmäßig geplant. Keine halbe Stunde nachdem Angela Merkel ihren Rückzug als CDU-Chefin ankündigte, wurde seine Bewerbung um den Parteivorsitz öffentlich.

Auf den acht Regionalkonferenzen, in denen er mit seinen Konkurrenten Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn diskutierte, brachte er manchen Saal regelrecht zum Kochen. Es herrschte Merz-Euphorie in weiten Teilen der Union.

Doch nun, beim Parteitag in Hamburg, wo es drauf ankommt, hält Merz eine überraschend schwache Rede. Während Kramp-Karrenbauer die Seele der Partei streichelt und die Delegierten direkt anspricht, bleibt Merz über weite Teile der Rede abstrakt. Er doziert mehr, als dass er mitreißt.

Minutenlang gibt es keine Reaktion aus dem Publikum, man hat das Gefühl, dass der Funke nicht so recht überspringen mag. Wann legt er eine Schippe drauf? Das ist die Frage, die sich aufdrängt, je länger die Rede dauert.

Merz beginnt seinen Auftritt mit einem Rückblick in das Deutschland der frühen 1990er-Jahre. Dann geht es um den Konflikt in der Ukraine, den Brexit und US-Präsident Donald Trump.

An vielen Stellen wirkt es so, als spreche da ein Minister, vielleicht auch ein Kanzler, auf jeden Fall jemand, der qua Amt zu Zurückhaltung bemüht ist. Aber eher kein Parteichef, der 1001 Delegierte mitreißen will.

Am stärksten ist Merz, wenn er sich mit der CDU und ihrer Schwäche beschäftigt. Und der Stärke der AfD. Er spreche niemanden „den guten Willen“ ab, „die an die AfD verlorenen Wähler zurückzugewinnen“, so Merz. „Aber es gelingt uns eben nicht.“

Dass die AfD nun in allen Landesparlamenten sitze und im Bundestag die größte Oppositionspartei sei, „dieser Zustand ist für mich unerträglich“, sagt Merz. Da gibt es lauten Applaus.

Genauso als Merz dann später den ostdeutschen Landesverbänden verspricht, ihnen bei den kommenden Wahlen die größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. „Wir überlassen insbesondere den Osten des Landes nicht den Populisten von links und rechts“, sagt Merz. Da wird er mal lauter, energischer. Der Saal jubelt.

Auch als Merz Kanzlerin Angela Merkel eine gute Zusammenarbeit zusagt. Oder verspricht, dass Kramp-Karrenbauer und Spahn auch in der Parteiführung eine wichtige Rolle spielen werden, wenn er gewählt werde.

Doch diese Momente bleiben eher die Ausnahme. Schon tuscheln einige CDU-Politiker in den hinteren Reihen. Hat es Merz mit seiner vergleichsweise schwachen Rede versemmelt? Das ist nicht ausgemacht. Aber feststeht: Nach den Reden der drei Bewerber ist es noch spannender geworden.

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