Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Furcht vor Terror Überflugverbot für die „Wiesn“

Offenbar aus Sorge vor einem Terroranschlag gilt für das Münchner Oktoberfest ein Überflugverbot. Das bayerische Innenministerium teilte am Samstag mit, es habe das Verbot beim Bundesinnenministerium beantragt. In Videos hatten Al-Kaida und zuletzt auch die Taliban mit Vergeltungsschlägen in Europa und vor allem Deutschland gedroht.
Polizeikontrollen gehören mittlerweile zum Alltag auf dem Oktoberfest. Quelle: Reuters

Polizeikontrollen gehören mittlerweile zum Alltag auf dem Oktoberfest.

(Foto: Reuters)

HB BERLIN/MÜNCHEN. Auslöser für das Flugverbot über dem traditionsreichen Volksfest in München war offenbar ein größeres Werbeflugzeug, das am Donnerstag über der Stadt kreiste und zur Beunruhigung bei Wiesn-Besuchern führte. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann erklärte daraufhin: „Eine Flugverbotszone erscheint uns aufgrund der aktuellen Sicherheitslage für geboten. Die Anordnung gilt ab sofort bis zum Ende des Oktoberfests.“

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg, rief die Bevölkerung zur Aufmerksamkeit auf. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die Menschen sollten sich keine Angst machen lassen. Die Terroristen „dürfen ihre Ziele nicht erreichen, auch durch Drohungen nicht“. Wichtigste Waffe im Kampf gegen den Terrorismus sei „die Aufmerksamkeit der Bürger“.

Der GdP-Chef erklärte, in Deutschland bestehe eine Terrorgefahr. „Das wissen wir alle, und natürlich muss man auch damit rechnen, dass wir nicht verschont werden.“ Die Sicherheitsbehörden täten jedoch „alles, was menschenmöglich ist“.

Auch der SPD-Innenexperte Thomas Oppermann rief zur Aufmerksamkeit auf und sprach von einer „erhöhten Gefahrenlage“. Der „Welt am Sonntag“ sagte Oppermann, er könne keine neue Qualität in den Terrordrohungen erkennen. „Aber es wird offenkundig versucht, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen.“

Am Freitag war zunächst eine Audiobotschaft von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bekanntgeworden, in der er Europäern wegen ihres Engagements in Afghanistan mit Vergeltung droht. In dem Film, in dem nur ein Foto bin Ladens abgebildet ist, heißt es, wegen ihrer Allianz mit den USA trügen die Europäer eine Mitschuld an den tödlichen Luftangriffen der NATO auf Zivilpersonen in Afghanistan. Die Europäer müssten sich aus Afghanistan zurückziehen.

Außerdem tauchte ein Video der Taliban auf, in dem mit Anschlägen in Deutschland gedroht wird. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris, sagte, es sei weiter von einer abstrakten und nicht von einer konkreten Terrorgefahr auszugehen. Der Film der Taliban sei in deutscher Sprache gehalten. Es gebe eine abstrakte Bedrohung Deutschlands sowie Rekrutierungs- und Radikalisierungsbotschaften. „Wir nehmen das Video sehr ernst“, erklärte Paris am Freitagabend.

Das Taliban-Video wird laut „Spiegel Online“ vom Bundeskriminalamt nach erster Analyse als authentisch eingeschätzt. Darin sage ein Kämpfer namens „Ajjub“: „Erst durch euren Einsatz hier gegen den Islam wird ein Angriff auf Deutschland für uns Mudschahedin verlockend.“ Dazu würden Fotos vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Oktoberfest, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline eingeblendet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz-Josef Jung würden ebenfalls gezeigt, hieß es weiter.

Zuvor war zudem ein weiteres Al-Kaida-Video des Bonner Terroristen Bekkay Harrach bekanntgeworden. Es war seine dritte Terrordrohung innerhalb von sieben Tagen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote